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Advent

28.11.2018

Ganz wie zu Hause

Welche Krippen in diesem Jahr beim Engerlmarkt in Thierhaupten zu sehen sind und was es mit ihnen auf sich hat

„Krippen unterm Weihnachtsbaum“ ist das Thema der diesjährigen Ausstellung des Freundeskreises Kloster Thierhaupten an den ersten beiden Adventswochenenden. Im Mittelpunkt steht die überlassene Sammlung Reiter.

Zu den erstmals gezeigten Exponaten gehört eine „Schneekrippe“. „So eine Darstellung zeigt den Wunsch des Erbauers, das Geschehen um Christi Geburt ganz nahe in der eigenen heimatlichen Winter-landschaft stattfinden zu lassen“, klärt Barbara Fendt auf. Sie berät als Ethnologin und Volkskundlerin die Thierhauptener Krippenfreunde. Der Schnee für die Krippe besteht übrigens aus Filz und Puder. „Unsere Cilly Urban hat hier gekonnt Frau Holle gespielt“, berichtet Barbara Fendt. Erstmals zu sehen sein wird die Krippe aus dem Nachlass von Franziska Hirster aus Oberbaar. Der Freundeskreis hat die Krippe vom ehemaligen Bauhofleiter Theo Kempf jüngst geschenkt bekommen. Die Figuren sind aus schönen Stoffen meisterhaft geschaffen und fein genäht. Franziska Hirster war Schneiderin am Stadttheater in Augsburg und hat ihr ganzes hand-werkliches Können in die Krippen-figuren und Tiere investiert. „Die Krippe gefällt gleich auf den ersten Blick, obwohl die Figuren ohne Ge-sichter dargestellt sind“, findet An-ton Birkner, der viele Stunden für den Aufbau investiert hat.

Die Krippendarstellungen mit Stall und Figuren fanden nördlich der Alpen vor allem durch die Jesuiten Verbreitung. Ab dem 16. Jahrhundert stellten sie Weihnachtskrippen zur spirituellen Betrachtung in Kirchen auf. Barbara Fendt weiß:

„Seit damals kamen die Krippendarstellungen über die adeligen Haushalte auch in den Wohnstuben. Anfangs noch stellten Handwerker die Figuren für Kirche und Adel her, später machten sich Laienschnitzer in Heimarbeit ans Werk.“

Wegen der Nachfrage nach Krippendarstellungen wurden Figuren auch bald industriell hergestellt. „Für mich gehören diese Krippen genauso dazu wie unsere künstlerisch hochwertigen Einzelstücke“, sagt Barbara Fendt.

Fritz Hölzl und seine Krippenfreunde hoffen, mit der vierten Ausstellung einen weiteren Schritt hin zu einer dauerhaften Schau gehen zu können.

Im früheren Ökonomieteil im Westflügel des Klosters soll schon bald die „Kultur-Tenne“ entstehen, wo die vielen Exponate in einer großzügigen Dauerausstellung gezeigt und durch Wechselthemen bereichert werden können. (bra)

Die Krippenausstellung im Kloster Thierhaupten ist am 1. und 8. Dezember von 15 Uhr bis 19 Uhr und an den Sonntagen, 2. und 9. Dezember, von 12 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt zwei Euro, Kinder haben freien Eintritt. Ausstellungsraum im Kloster ist das Refektorium im Erdgeschoss des Konventgebäudes.

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