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Neusäß

19.11.2019

Gasalarm im Beruflichen Schulzentrum: Jetzt ermittelt die Polizei

Vor dem Beruflichen Schulzentrum in Neusäß ist am Dienstagnachmittag die Feuerwehr angerückt. Gas ist in den Fluren der Schule ausgetreten, weswegen die Schule evakuiert werden musste. Der Unterricht am Nachmittag fiel für die Schüler aus.
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Vor dem Beruflichen Schulzentrum in Neusäß ist am Dienstagnachmittag die Feuerwehr angerückt. Gas ist in den Fluren der Schule ausgetreten, weswegen die Schule evakuiert werden musste. Der Unterricht am Nachmittag fiel für die Schüler aus.
Bild: Brigitte Mellert

Plus In Neusäß muss die Feuerwehr anrücken, weil Gas ausgetreten ist. 36 Schüler klagen über Beschwerden. Vieles ist noch unklar.

Aufregung herrschte am Dienstagnachmittag im Beruflichen Schulzentrum in Neusäß. Wegen eines Gasalarms rückte die Feuerwehr mit drei Einsatzfahrzeuge an und die Schüler und Lehrer mussten das Gebäude verlassen. Nach der Einschätzung der Einsatzkräfte hat vermutlich jemand im Gebäude Reizgas versprüht. Ein Schüler musste sogar vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.

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Gasalarm in Neusäß: Schüler blieben zunächst in ihren Klassenzimmern

Am frühen Nachmittag wurde die Feuerwehr an das Schulzentrum gerufen, im Schulgebäude sei reizendes Gas bemerkt worden, erklärte Einsatzleiter Andreas Golling. Um welches Gas es sich genau handelte, war zu diesem Zeitpunkt und auch jetzt noch unklar. Im Nachhinein sei das auch nicht mehr nachvollziehbar, sagte Golling. Mit 55 Mann rückte die Feuerwehr am Nachmittag an, um dem Gasgeruch in der Schule auf die Spur zu kommen. Mit Atemschutz betraten die Feuerwehrmänner den Gebäudetrakt A, wo das Gas ausgetreten ist. „Die Schüler sind zunächst in ihren Klassenzimmern geblieben, weil der Gasgeruch aus dem Flur kam“, berichtet Golling. Erst als die Messgeräte keinen Gasgehalt mehr gemessen haben und die Räume maschinell gelüftet waren, führte die Feuerwehr die Schüler aus dem Schulgebäude hinaus.

In der Aula des angrenzenden Justus-von-Liebig-Gymnasiums versammelten sie sich. 36 unter ihnen klagten über Atemwegsbeschwerden, wie die Feuerwehr vermeldete. Drei von ihnen wurden von den Rettungskräften untersucht, eine junger Mann musste zur Sicherheit ins Krankenhaus. Bei ihm fielen die roten Augen sofort auf.

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Am Mittwoch entscheidet sich, wann der Unterricht in Neusäß weitergeht

Rund eineinhalb Stunden dauerte der Einsatz, bis die Feuerwehr gegen 14 Uhr das Gebäude wieder freigab. Die Schüler wurden trotzdem nach Hause geschickt, der Unterricht endete wegen des Gasaustritts für diesen Tag. Nur außerschulische Veranstaltungen – wie die dreitägige Fortbildungsveranstaltung für Lehrer – gingen in den Räumen des Beruflichen Schulzentrums weiter. Am Mittwoch bleibt die Schule ebenfalls zu – allerdings aus einem anderen Grund: es ist Feiertag. „Die Schulleiter prüfen an diesem Tag, ob sie in den Räumen noch Gasgeruch wahrnehmen“, sagt Golling. „Falls sie nichts vorfinden, geht der Unterricht am Donnerstag regulär weiter.“

Einsatz weckt Erinnerungen an 2017

Solche Einsätze an Schulen sind für die Feuerwehr kein tägliches Ereignis, in Neusäß wecken sie allerdings Erinnerungen an das Jahr 2017. 400 Schüler mussten die Eichenwaldschule bei einem Großeinsatz der Feuerwehr verlassen, nachdem sich dort ein übler Geruch verbreitet hat. Eine Stinkbombe.

Damals rückte die Feuerwehr Neusäß-Täfertingen an, denn im Schulgebäude verbreitete sich ein beißender Geruch. Schuld war eine Glasampulle, aus der eine gelbe Substanz gelaufen ist. Welche Gefahr von der Flüssigkeit ausging, war zunächst unklar. Damals drang die Feuerwehr, ausgerüstet mit Atemmasken, in das Schulgebäude ein. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Schüler allesamt in der angrenzenden Turnhalle. Dort wurden sie evakuiert. Die Feuerwehr konnte bei der Ersterkundung lediglich einen beißenden Gestank feststellen, der sich nicht weiter definieren ließ.

Wie auch bei dem Einsatz am Dienstag, schlossen sie mithilfe spezieller Messgeräte aus, dass es sich um ein giftiges Gemisch handelte. Die Polizei schickte die Proben umgehend an das Landesamt für Umwelt, doch schon in der Schule war klar: Es handelte sich um eine frei erhältliche Stinkbombe, die gleich im Mehrfachpack verkauft wird. Nicht sonderlich groß, aber es hat gereicht, um Aufregung zu sorgen, sagte damals die Polizei Gersthofen.

Polizei sucht nach Gasalarm in Neusäß nach Zeugen

Der heutige Einsatz hat sich auf das vom Landkreis Augsburg neu gebaute Berufliche Schulzentrum beschränkt, benachbarte Schulen waren nicht betroffen.

Auch die Polizei war vor Ort. Auf Nachfrage unserer Zeitung, ist bisher unbekannt, wer das Gas versprüht hat. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Zeugen sollten sich an die Polizei in Gersthofen, Telefon 0821/323-1810 wenden.

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