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Dinkelscherben

19.02.2021

Gefahr für Wasserleitung: Bäume in Dinkelscherben müssen weg

Weil ihre Wurzeln eine Gefahr für die Wasserleitung darstellen, müssen in Dinkelscherben zwei Bäume gefällt werden.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Plus Weil ihre Wurzeln die Wasserleitungen in Dinkelscherben beschädigen könnten oder bereits haben, müssen Bäume gefällt werden. Das sorgt für Aufregung, doch bislang geht es nur um Einzelfälle.

Verläuft die Wasserleitung direkt unter einem Baum, können dessen Wurzeln zu Gefahr werden. Deshalb hat das Gesundheitsamt die Gemeinde Dinkelscherben aufgefordert, sich um dieses Problem zu kümmern. Zunächst sollten alle in Frage kommenden Bäume untersucht werden - und das sind eine ganze Menge. Als eine Leserin unserer Zeitung davon Wind bekam, schlug sie Alarm. Es gehe um etliche Bäume im Gemeindegebiet, die umgemacht werden. Wie sich nun herausstellt, sind es - zumindest bislang - aber nur zwei.

Für Aufregung sorgte das Thema Baumfällung in der Gemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder. Naturschützer kritisierten, die Gemeinde gehe zu harsch vor. Zuletzt entzündete sich ein Streit wegen einer alten Eiche, die mehr als 80 Jahre an der Marien-Grotte in Anried stand. Vor diesem Hintergrund meldete sich eine Leserin bei unserer Zeitung, die "stinksauer" über geplante Fällungen in der Gemeinde war. Die Rede war von 86 Bäumen, die wegen der Wasserleitung weichen müssten.

Sorge vor Schäden an Wasserleitung wegen Wurzelwerk

Weil die Wurzeln von Bäumen grundsätzlich zu Schäden an den Wasserleitungen führen können, sei die Gemeinde vom Gesundheitsamt aufgefordert worden, ein Hygienekonzept zu erstellen, erklärt Bürgermeister Edgar Kalb. In letzter Konsequnez hat das zur Folge, das Bäume gefällt werden müssen. Dabei geht es aber nur um Bäume, die schon jetzt eine Gefahr für die Leitungen sind. Präventiv soll nicht gefällt werden.

An dem Hygienekonzept beteiligt war der Baumbeauftragte der Kommune, Martin Fischer. Er sitzt für die Grünen im Gemeinderat und erklärt, dass im gesamtem Gemeindegebiet 224 Bäume über den Wasserleitungen stehen. Das Bauamt habe zusammen mit dem Wasserwart analysiert, wie viele davon tatsächlich eine Gefahr darstellen. Das Ergebnis: 86 Bäume könnten potenziell zum Problem werden, zwölf wurden als besonders kritisch eingestuft. Akute Probleme wegen den Wurzeln gebe es aber aktuell nur bei zwei Bäumen.

Einer dieser Bäume habe durch seine Wurzeln bereits einen Wasserschieber außer Funktion gesetzt, beim anderen wurden die Wurzeln vor ein paar Jahren gekappt, als eine Gasleitung gebaut wurde. Deshalb sollen diese beiden Bäume nun umgemacht werden, erklärt Martin Fischer. Das soll sehr bald geschehen, weil im Frühjahr die Brutzeit ansteht - dann darf nicht mehr gefällt werden. Grundsätzlich ist nicht auszuschließen, dass später noch weitere Bäume umgemacht werden müssen, sagt Fischer. Als Naturschützer wolle er sich aber darum kümmern, dass nur die wegkommen, die tatsächlich akut gefährlich für die Wasserleitungen sind.

Wurzeln sind nur selten ein Grund für einen Wasserrohrbruch

Ein großes Problem stellten die Wurzeln der Bäume in den vergangenen Jahren nicht da, meint Fischer. Er habe bei der Gemeinde nachgefragt, wie viele Wasserrohrbrüche in der jüngsten Vergangenheit sich auf Wurzelwerk zurückführen lassen. Das Ergebnis: kein einziger. Durchschnittlich komme es zu etwa zehn bis zwölf Wasserrohrbrüchen jährlich im Gemeindegebiet. Die meisten gebe es wegen alter Regen- oder Abwasserleitungen. "Das Geld, was es kostet Bäume zu fällen, wäre da besser investiert", sagt Fischer.

Im gesamtem bewohnten Gemeindegebiet gibt es laut dem Baumbeauftragten etwa 1500 Bäume auf gemeindlichem Grund. Gefällt werden davon etwa 15 pro Jahr. Meist, weil die Bäume eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen. Das lasse sich laut Fischer nicht vermeiden.

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