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Geschichte

28.02.2020

Gegen das Vergessen

Die Klassen 9a und 9dM mit ihren Lehrkräften in der katholischen Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Bild: Mittelschule Meitingen

Schüler der Mittelschule Meitingen besuchen die KZ-Gedenkstätte Dachau

Im Unterricht wurden die Schüler von den Lehrkräften Silke Sehling, Madeleine Schütz, Michaela Forster und Andreas Tepper intensiv auf diesen „besonderen Besuch“ vorbereitet: Die Klassen 9a und 9dM besuchten die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Konrektor Andreas Tepper führte über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers am Ortsrand von Dachau. Es war am 22. März 1933 das erste dieser Lager, das die Nationalsozialisten eröffneten. Gegner des NS-Regimes, Kommunisten, engagierte Christen, Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle – alle, die ihnen nicht genehm waren, schickten die Nazis nach ihrer Machtübernahme am 30. Januar 1933 in ein Konzentrationslager. Dachau war der Prototyp: „In Dachau ist die Lagerordnung für alle späteren Konzentrationslager erfunden worden“, schreibt der Historiker Wolfgang Benz. Nach Dachau wurden zunächst Menschen aus dem politischen Widerstand, vor allem Sozialisten und Kommunisten, eingeliefert. Die Arbeit war so erniedrigend und erschöpfend, dass viele Gefangene starben. Insgesamt sollen dort 41500 Menschen getötet worden sein, die ersten wurden bereits drei Wochen nach der Eröffnung ermordet. Zwischen 1933 und 1945 waren im KZ Dachau mehr als 200000 Menschen aus ganz Europa eingesperrt.

Den Soldaten der 42. US-Infanteriedivision bot sich ein Bild des Schreckens bei der Befreiung am 29. April 1945. Sie mussten mitansehen, dass das Sterben der Befreiten durch Unterernährung, Schwäche und schwere Krankheiten kein Ende nahm.

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Im Jahr 1965 wurde das frühere Lager in eine KZ-Gedenkstätte verwandelt, die gegen das Vergessen erzählen soll. Den Abriss des Lagers hatten ehemalige Häftlinge durch energischen Widerstand verhindert.

Eine Gedenktafel gleich zu Beginn des Besuches erinnert in Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch an die Gräuel der Nazi-Diktatur: „Möge das Vorbild derer, die hier von 1933 bis 1945 wegen ihres Kampfes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen, die Lebenden vereinen zur Verteidigung des Friedens und der Freiheit und in Ehrfurcht vor der Würde des Menschen.“ Das Mahnmal „Menschen im Draht“ von Nandor Glid zeigt Pfähle, Gräben und Stacheldraht, Symbole, die für die Sicherungsanlagen des Konzentrationslagers stehen.

Die ehemalige Konrektorin Rosmarie Gumpp erinnerte in der katholischen Todesangst-Christi-Kapelle auch an den Meitinger Blutzeugen Dr. Max Josef Metzger, der am 17. April 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet wurde. Ergreifend seine Zeilen kurz vor der Hinrichtung an seine Brüder und Schwestern des Christkönigsinstitutes „Gebet in der Todesstunde“.

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