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Diedorf

02.04.2019

Geht dem TSV Diedorf ein Licht auf?

60.000 Euro wollen die Fußballer in eine zweite Flutlichtanlage auf dem mittleren Platz investieren.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Die Anträge der Fußballabteilung sorgen für Diskussionen.Unter anderem geht es um 60.000 Euro für eine neue Flutlichtanlage.

Was haben Lieder aus der „West Side Story“ und der Oper „Carmen“ mit dem TSV Diedorf zu tun? Eigentlich nichts, außer dass eines der Mitglieder Stücke aus den Werken mit viel Kraft und Melodie in der Stimme singen kann. Die Jahreshauptversammlung des TSV Diedorf begann dieses Jahr mit einer besonderen Einlage: Nadine Süßenbach präsentiert ihren Gesang im Festsaal der Gaststätte Fendt.

Herbert Aust, der Zweite Vorsitzende beim TSV Diedorf, sagt: „Ich finde das toll, beim TSV machen wir nicht nur Sport, sondern erleben auch Kultur.“ Danach leitet er zur Tagesordnung der Delegiertenversammlung über.

„Unser Topf ist begrenzt“

Schon die Rede des Vorsitzenden Dietmar Teut stimmt die Delegierten auf das ein, was später zur Debatte stehen wird. Nach einem Dank an alle, die im Verein aktiv und engagiert sind und der Aufzählung einiger Erfolge unterschiedlicher Abteilungen, kommt Teut zur Sache. „Wir versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln immer allen Abteilungen gerecht zu werden, aber unser Topf ist begrenzt“, sagt Teut und ergänzt: „Wir werden in den nächsten Jahren viel investieren müssen.“

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Insgesamt hat die Abteilung Fußball drei Anträge zur Delegiertenversammlung eingereicht. Schon über den ersten wird heftig diskutiert: 60.000 Euro wollen die Fußballer in eine zweite Flutlichtanlage auf dem mittleren Platz investieren. So sollen sowohl Training als auch Punktspiele in den Abendstunden möglich werden.

Neun Heimspiele in Folge

Vor allem für die zwölf Jugendmannschaften des TSV Diedorf wäre die Flutlichtanlage laut Fußballabteilung wichtig. „Wenn es so bleibt, wie es ist, geht bald gar nichts mehr“, erklärt Jugendleiter Dominic Althaus. An manchen Spieltagen würde Diedorf neun Heimspiele in Folge austragen, nur um vor der Dunkelheit fertig zu werden. Am Freitagabend zu spielen, würde den Terminplan deutlich entzerren.

Die Argumente der Fußballabteilung sind für den Rest der Versammlung durchaus nachvollziehbar, trotzdem kommt Kritik. Einige Delegierte sind nicht damit einverstanden, 60.000 Euro zu bewilligen, ohne dass ein konkretes Angebot vorliegt. Laut Vereinsmanager Stefan Buchholz hängt die Höhe der Kosten von vielen Faktoren ab, zum Beispiel der verwendeten Technik. Dietmar Teut erklärt: „Schon das Einholen von Angeboten kostet Geld, deshalb wollten wir die Vorabstimmung.“ Außerdem beteuert er, dass der Betrag eine absolute Obergrenze darstelle.

„Wir werfen kein Geld zum Fenster raus“

Der Antrag sieht außerdem vor, dass die Fußballer alle möglichen Förderquellen ausschöpfen, und sie wollen durch Eigenleistungen sparen. „Wir werfen kein Geld zum Fenster raus“, betont Dietmar Teut. Vereinsmanager Buchholz ergänzt: „Wenn es nicht optimal läuft, wird das Ding auch nicht gebaut.“ Alles in allem geht der Antrag durch. 26 Delegierte stimmen dafür, elf dagegen, sechs enthalten sich.

Auch die anderen beiden Anträge der Fußballabteilung sorgen für Unruhe im Festsaal. Die Frage, ob Studenten und Azubis gleich viel Beitrag zahlen sollten, wird zu einer Diskussion darüber, welche der beiden Gruppen mehr Geld zur Verfügung hat. Schnell greift der Vorstand ein. Die Delegierten erteilen dem Leitungsteam den Auftrag, sich des Themas anzunehmen. Außerdem sollen sie über einen passiven Mitgliedsbeitrag beraten.

Der TSV braucht mehr Platz

Auch die Idee einer neuen, eigenen Halle schwirrt immer wieder durch den Raum. Schatzmeister Michael Länger erwähnt zum Beispiel die steigenden Einnahmen durch Kursgebühren, nicht ohne zu betonen, dass der TSV mehr Platz brauche. Auch Vereinsmanager Buchholz spricht die Raumnot an.

Allerdings geht es bei der Delegiertenversammlung nicht nur ums Geld und die Zukunft. Viele Mitglieder werden für ihre Treue geehrt. Von 25 bis 65 Jahren ist alles dabei. Am emotionalsten ist die Ehrung von Gastwirt Rudi Fendt. „Unsere Familie und der TSV sind schon so lange verbandelt, dass meinem Vater jetzt wohl die Tränen gekommen wären“, sagt er.

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