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Bild: dpa/Susann Pratusch (Symbolbild)
Bild: dpa/Susann Pratusch (Symbolbild)

Seit der jüngsten Sitzung des Gemeinderates kündigt sich nun ein vielversprechendes Projekt Nummer vier an, nämlich die koordinierte Nachbarschaftshilfe in der waldreichen Gegend westlich von Augsburg.

Bonstetten
12.09.2018

Gemeinde Bonstetten will Herz zeigen

Von Günter Stauch

Ein neues Konzept für eine Betreuungsinitiative stößt bei den Bonstetter Räten auf großes Interesse. Warum nicht nur Senioren davon profitieren könnten.

 ILE – die drei Buchstaben stehen zwar nur für Integrierte ländliche Entwicklung, allerdings auch für bisher drei Erfolgsgeschichten: Musikschule, Wegenetz und Ausbildungsstellen. Wenn auch nicht in jeder Holzwinkelgemeinde jeweils separat, sondern gemeinsam und in interkommunaler Form. Seit der jüngsten Sitzung des Gemeinderates kündigt sich nun ein vielversprechendes Projekt Nummer vier an, nämlich die koordinierte Nachbarschaftshilfe in der waldreichen Gegend westlich von Augsburg.

Bei den Räten gab es großes Interesse

Einstimmig konnte die engagierte ILE-Managerin Simone Hummel nach einer kurzen Debatte im Bürgerparlament in den Feierabend „entlassen“ werden, zumal ihr Konzept auf großes Wohlwollen gestoßen war. Die Diplomgeografin will es aber nicht nur bei schönen Worten belassen, sondern informierte das Gremium unter der Leitung von Bürgermeister Anton Gleich über bisherige Aktivitäten in diese Richtung. So habe es neben einer Seniorenbefragung zum gewünschten Betreuungsangebot mehrere „Vernetzungstreffen“ mit anderen Beteiligten, etwa dem BRK, gegeben. „Die Menschen wollen in ihrer gewohnten Umgebung alt werden dürfen und das unterstützen wir damit“, beschrieb die Referentin eines der Ziele des staatlich geförderten Vorhabens. Damit stieß sie bei den anwesenden Räten auf großes Interesse.

Keine Konkurrenz zu professionellen Organisationen

Dass sich alltägliche Dinge bei manchen älteren Personen zu einem Problem entwickeln können, machte die Frau anhand eines simplen Beispiels deutlich: „Wenn man Schwierigkeiten hat, den Leuchtkörper einer Wohnzimmerlampe auszuwechseln, dann kommt dafür kein Handwerker“. Jetzt würde, so fuhr Hummel in ihrer ausführlichen Projektbeschreibung fort, Hilfeleistung aus einem künftigen Helferkreis erfolgen. Die freiwilligen Männer und Frauen, die den Personen unter die Arme griffen, bekämen für diese Arbeit eine Vergütung vergleichbar einer Übungsleiterpauschale. Auf Nachfrage von Bürgervertreter Hermann Wengenmair, wer in den Genuss dieser ehrenamtlichen Hilfe kommen könne, zog Hummel das Beispiel einer alleinerziehenden Mutter heran. Ihr könnte über eine mögliche Koordinationsstelle bei der Verwaltungsgemeinschaft Welden geholfen werden, von der aus Einsätze für die Hilfsbedürftigen geleitet werden. Dort könnte laut Hummel auch eine Art Frauen-Begleitservice mit eigenem Auto in Marsch gesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit wies die Expertin darauf hin, dass man mit dieser im Holzwinkel einmaligen Freiwilligen-Initiative keineswegs in Konkurrenz zu professionellen Organisationen treten wolle. „Das soll nur eine Ergänzung darstellen“.

Bald könnte der Förderantrag gestellt werden

Dennoch will Altenmünster – das bei anderen interkommunalen Plänen mit den fünf Holzwinkelkommunen immer wieder im gleichen Boot sitzt – ein eigenes Betreuungssystem einführen. Die Kosten der Nachbarschaftshilfe würden sich die verbliebenen Gemeinden bei einem einstimmigen Ja der Kommunen teilen. Im Fall der Kommune unterm Stauffersberg ginge es um einen jährlichen Beitrag in Höhe von rund 1200 Euro. „Dieser Kostenrahmen ist überschaubar“, kommentierte der Bürgermeister, der – wie auch Grünen-Ratsmitglied Leo Kränzle – die Arbeit des Gastes mehrfach als vorzüglich lobte.

Dieser zeigte sich in Bonstetten zuversichtlich, dass schon bald der Förderantrag gestellt und das Projekt ab dem Spätherbst auf die Beine gestellt werden könnte.

Im Laufschritt befindet sich bereits der überörtliche „Tag der Ausbildung“, der nach der äußerst gut gelungenen Premiere im Vorjahr am 21. November stattfinden soll. Diesmal werden drei Dutzend Unternehmen mitmachen und fast 40 Ausbildungsberufe präsentieren. „Wir möchten den jungen Menschen so Zugang zur regionalen Wirtschaft verschaffen“, unterstrich Simone Hummel.

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