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Meitingen

03.02.2017

Gemeinde macht einen Millionendeal

Die auf dem Bild weiß umrandeten Flächen zwischen der Firma Linde im Süden und der Firma Blatz im Norden hat die Marktgemeinde Meitingen an Stahlwerksunternehmer Max Aicher verkauft.
Bild: Marcus Merk

 Große Fläche im Industriegebiet Herbertshofen geht an den Stahlwerksunternehmer Max Aicher. Welche Pläne der Käufer damit hat, scheint allerdings noch offen zu sein.

 

Meitingen Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die geheimnisvollen Andeutungen zu einem großen Grundstücksverkauf, der viel Geld in die Kasse des Marktes Meitingen spülen soll, fielen schon im November 2016 im Haupt- und Finanzausschuss. Damals hieß es nur, es handele sich um eine größere Fläche, die schon länger im Besitz des Marktes Meitingen ist und die nun verkauft werden könnte. Gestern hat Bürgermeister Michael Higl auf Anfrage unserer Zeitung nun erklärt, dass der Grundstücksverkauf unter Dach und Fach ist. Eine große Fläche – insgesamt 70000 Quadratmeter im Industriegebiet Herbertshofen – sei an den Stahlunternehmer Max Aicher verkauft worden. Das Areal liege zwischen der Firma Linde und dem Kunststoffwerk Blatz. Die Fläche wurde bisher landwirtschaftlich genutzt. Den beiden Pächtern ist laut Higl inzwischen gekündigt worden.

Preis bleibt geheim

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Über die Verkaufssumme sei zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart worden, so der Bürgermeister, der aber von einem Millionenbetrag und von einem „schönen Posten für die Haushaltsentwicklung“ in Meitingen sprach.

Der Bodenrichtwert liegt nach offiziellen Angaben in diesem Bereich des Industriegebiets Herbertshofen zwischen 60 und 75 Euro pro Quadratmeter. Dieser Wert stammt allerdings aus dem Jahr 2014; aktuellere Werte gibt es noch nicht. Seitdem haben sich die Grundstückspreise allerdings in vielen Bereichen nach oben entwickelt.

Die Verkaufsverhandlungen zwischen Aicher und dem Markt Meitingen zogen sich offenbar über viele Wochen hin. „Wir hatten einen hartnäckigen Verhandlungspartner“, meinte Bürgermeister Higl dazu. Zur Frage, was Max Aicher mit der Fläche vorhat, sagte Higl lediglich, derzeit finde eine Neuordnung des Stahlwerkswerks statt und die große Fläche gebe für viele Dinge Bewegungsfreiheit. Das Areal sei deshalb vor allen Dingen für die Lech-Stahlwerke brauchbar, zumal es auf deren Betriebsgelände bereits sehr eng zugehe. Aber konkrete Planungen für die Fläche lägen wohl noch nicht vor. Das bestätigte auch Pressesprecher Markus Kihm von den Lech-Stahlwerken.

Weiter sagte Kihm auf Anfrage, drei Flurstücke seien zum Verkauf gestanden und seien von der Lage her als strategische Entwicklungsfläche für Max Aicher „bestens geeignet“. Zur Tatsache, dass die Firma Linde dazwischen liegt, äußerte sich Kihm nicht.

Erweiterung geplant

Wie berichtet, planen die Lech-Stahlwerke derzeit die Erweiterung ihres Walzwerks. Sie soll Arbeitsplätze sichern und das Werk an die Erfordernisse des Marktes anpassen. Man werde in den nächsten Jahren hundert Millionen Euro am Standort Herbertshofen investieren, hatte Stahlwerksgeschäftsführer Knut Rummler bei einer Bürgerinformationsveranstaltung in Meitingen im Dezember 2016 angekündigt. Damals war allerdings keine Rede von dem jetzigen Flächenkauf gewesen; vielmehr hieß es, dass die Walzwerkerweiterung auf dem bestehenden Werksgelände erfolgen wird, was Kihm gestern erneut bestätigte. Herzstück ist die Erweiterung der Walzstraße 2 im westlichen Teil des Werksgeländes. Dazu muss die Halle um rund 120 Meter verlängert werden.

Die Verlängerung dieser Halle zieht allerdings einen umfassenden Eingriff in die Werkslogistik nach sich. Verlagerungen von Kranwerkstatt, mechanischem Labor und Glühöfen sind ebenso geplant wie eine neue Lagerhalle neben dem Filter4. Zudem sollen Werksgleise rückgebaut und verlegt werden; dafür läuft gerade das Planfeststellungsverfahren. Von dieser Geisverlegung ist nach Angaben von Bürgermeister Higl auch ein Teil der jetzt verkauften Flächen betroffen.

Weitere Andeutungen

Neben diesem Grundstücksverkauf an den Stahlunternehmer Aicher gab es im November 2016 weitere Andeutungen zu Grundstücksgeschäften der Marktgemeinde, und zwar zum Kauf von Wohnbauflächen. Dafür wurden 750000 Euro in den Haushalt 2017 eingestellt. Mehr wurde damals dazu nicht bekannt. Jetzt lüftete Bürgermeister Higl auf Anfrage auch dieses Geheimnis: Demnach ist die Summe für Grundstückskäufe im Baugebiet Rössle-Ring in Erlingen, das Richtung Süden erweitert werden soll. „Wir sind noch dabei“, sagte Higl auf die Frage, ob die Grundstückskäufe für das Baugebiet abgeschlossen seien.

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