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Westendorf

15.04.2019

Gemeinde wartet weiter auf Hochwasserschutz

Immer wieder gibt es an der Schmutter, hier bei Täfertingen, Hochwasser. Auch in Westendorf war Hochwasserschutz ein Thema auf der Bürgerversammlung.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Der Damm fehlt noch immer. Warum das Westendorf in eine doppelt und dreifach schwierige Lage bringt, wird auf der Bürgerversammlung klar.

In Westendorf ist der Hochwasserschutz ein Dauerthema, obgleich die Gemeinde selbst hier aktuell nichts mehr tun kann, um den Bau des Hochwasserdamms aus der Planungsphase in die Umsetzungsphase zu bringen. So stellte Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter die Situation in der Bürgerversammlung dar, an der 46 Bürger und Gemeinderäte teilnahmen. Die Tatsache, dass der Wunsch seitens des Wasserwirtschaftsamts im Raum steht, noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen, kann, so Richter, nicht realistisch sein. Schließlich gibt es auch den Hinweis, dass die Finanzierung seitens des Freistaats und der Regierung von Schwaben nicht gesichert ist.

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Da die Errichtung des Hochwasserdamms auch mit hohen Kosten für die Gemeinde einhergeht (die Gemeinde hat rund 24 Prozent der Baumaßnahme aus eigener Tasche zu bezahlen), bindet die Nicht-Umsetzung auch finanzielle Mittel, die die Gemeinde gerne an anderer Stelle einsetzen würde. Zudem steigen die Kosten für das Bauwerk stetig an. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 hätte die Maßnahme 506000 Euro gekostet (Gemeindeanteil: 177000 Euro). Die Kostenrechnung aus dem Jahr 2018 belief sich bereits auf eine Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro (Gemeindeanteil: 570000 Euro). Eine weitere Kostensteigerung wurde bereits angedeutet.

Flächen wären in Westendorf nicht das Problem

„Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben in puncto Flächensicherung gemacht“, erklärte Richter und erntete dafür anerkennendes Klopfen aus den Reihen der Bürger. Was bleibt, ist die Unklarheit darüber, wann der Hochwasserdamm nun errichtet wird, was nicht nur finanzielle, sondern auch strategische Auswirkungen hat – und zwar auf einige Projekte im Ort.

Gemeinde wartet weiter auf Hochwasserschutz

Gute Ideen rund um den Hochwasserschutz brachten die Bürger direkt nach dem Vortrag des Bürgermeisters im Rahmen der Bürgerversammlung ein. Ein Bürger regte an, ein Wehr in den Bachlauf oberhalb des Baugebietes einzusetzen. Richter will die Idee ans Amt weitergeben. Ein anderer Bürger legt seine Hoffnung in die Kanalsanierung, die in diesem Jahr in die letzte Runde geht, und erklärt: „Der Schmutzwasserkanal ist abgesoffen. Das ist das Problem.“ Auch die Engstelle am Schmütterle und der viel zu kleine Durchlass seien an der Hochwasserproblematik beteiligt. In beiden Fällen verwies Richter auf die Renaturierung des Schmütterles, die eine Lösung herbeiführen könnte, wenn nur der Damm erst gebaut wäre.

Ein Projekt am Schmütterle kann nun nicht umgesetzt werden

Die Renaturierung des Schmüttleres ist nur eines von mehreren Projekten, die nicht umgesetzt werden können, weil der Hochwasserdamm auf sich warten lässt. Ein aktuelles Straßenbauprojekt, das zwei besonders schlechte Straßen im Gemeindegebiet in den Fokus rückt – die Schulstraße und die Nordendorfer Straße – stockt planerisch mit Blick auf den Hochwasserschutz, denn unklar ist aktuell die Entwässerung der beiden Straßenzüge. Die Idee, über die Mühlstraße oder alternativ über den Weg hinter dem Friedhof zu entwässern, wäre denkbar, doch auch hierbei spielt die Hochwasserschutzplanung eine Rolle, denn: Entwässert würde wiederum ins Schmütterle.

Ein positives Signal konnte Bürgermeister Richter vom Amt für ländliche Entwicklung mitbringen: Eventuell ist ein viertes Förderprojekt für die Dorferneuerung möglich. 4500 Quadratmeter stehen hier als Areal zur Verfügung, teilweise mit Gebäuden wie dem Bauhof und dem Dorfladen, die, so Richter, „langfristig nicht mehr erhaltenswürdig sind“, aber auch mit dem Rathaus, dem Bungalow hinter dem Dorfladen und dem Gebäude in der Schulstraße Nummer 1.

Fremdwasser soll bald weniger in die Kanäle

Weitere Rückfragen seitens der Bürger gab es vor allem mit Blick auf die Kanalsanierung, die von der Gemeinde noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. Allerdings bedeutet das auch, dass sich die Gemeinde ab dem nächsten Jahr mit der privaten Fremdwassereinleitung befassen wird, um den Anteil an Fremdwasser im Kanal massiv zu reduzieren. Auf Rückfrage erklärte Richter, dass es aktuell noch keine signifikante Verringerung des Fremdwasseranteils zu verzeichnen gibt. Über die Kosten, die das Fremdwasser im Kanal verursacht, konnte Richter mit dieser Erklärung keine Auskunft geben: „In den Mischkanälen Westendorfs lässt sich dieser Faktor zahlenmäßig nur schwer fassen.“

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