1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Gemeinden wollen Lastwagen in Streitheim und Auerbach loswerden

Horgau/Zusmarshausen

20.12.2019

Gemeinden wollen Lastwagen in Streitheim und Auerbach loswerden

Die kleinen Straßen zwischen Auerbach und Streitheim seien nicht für Lastwagen ausgelegt, meinen Kritiker. Dennoch seien eine Menge Laster auf der Strecke unterwegs. 
2 Bilder
Die kleinen Straßen zwischen Auerbach und Streitheim seien nicht für Lastwagen ausgelegt, meinen Kritiker. Dennoch seien eine Menge Laster auf der Strecke unterwegs. 
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Nachdem ein neues Teilstück der Umfahrung Adelsried geöffnet wurde, fürchten Kritiker mehr Verkehr in Streitheim und Auerbach. Ein Lastwagenverbot soll helfen. 

Seit Mittwoch ist der Teilabschnitt der Umfahrung Adelsried zwischen Ehgatten und Streitheim freigegeben. Während sich die meisten Autofahrer darüber freuen dürften, gibt es in den Gemeinderäten in Horgau und Zusmarshausen auch kritische Stimmen. Denn sie fürchten dadurch auch mehr Lastwagen, welche auf den kleinen Straßen durch Streitheim und Auerbach unterwegs sind. Deshalb liegt nun ein interkommunaler Antrag auf dem Tisch, welcher die Durchfahrt für Lastwagen verhindern soll.

Konkret geht es dabei um die Streitheimer Straße im Horgauer Ortsteil Auerbach sowie die Weldener, bzw. Adelsrieder Straße im Zusmarshauser Ortsteil Streitheim. Auf den Weg gebracht haben den Antrag die Fraktion SPD/Aktives Bürgerforum in Zusmarshausen sowie die CSU-Fraktion in Horgau. Der Gemeinderat in Horgau hat dem Antrag bereits einstimmig verabschiedet. In Zusmarshausen soll in einer der kommenden Sitzungen über den Antrag abgestimmt werden. Ziel ist es, Fahrzeugen mehr als 7,5 Tonnen die Durchfahrt auf den Straßen zu verbieten. Da es sich dabei um Kreisstraßen handelt, muss der Landkreis dem Antrag zustimmen. Die Kommunen können das LKW-Verbot nicht eigenständig verabschieden.

Vogg: „Streitheim und Auerbach werden von der Politik alleine gelassen.“

Der Zusmarshauser Gemeinderat Stefan Vogg (Aktives Bürgerforum) sagt: „Streitheim und Auerbach werden von der Politik alleine gelassen.“ Vogg ist bekannter Gegner der Adelsrieder Umfahrung und fürchtet deutlich mehr Laster auf den kleinen Straßen in den beiden Orten. Doch die seien dafür nicht ausgelegt. Schon jetzt sei zu viel Verkehr auf den engen Straßen unterwegs. Sobald sich zwei Lastwagen in Streitheim entgegenkommen, müssten sie auf den Gehweg ausweichen. Dennoch nutzten viele den Weg, um ein paar Kilometer zu sparen. Auch die Navis würden diese Route empfehlen. Ein Problem, das auch die Menschen in Auerbach bewegt. Besonders wenn die Autobahn wegen eines Unfalls gesperrt ist, berichten sie von massivem Verkehrsaufkommen auf den engen Straßen. Zuletzt war wegen der angespannten Situation Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) vor Ort in Auerbach. Rund 7000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs. Das geht aus einer Untersuchung des Landratsamts hervor. Um dem entgegenzuwirken, hatten die Gemeinderäte eine lange Liste an Forderungen an den Verkehrsminister. Konkret ging es dabei zuletzt um eine Tempo-30-Zone in Auerbach, stationäre Blitzeranlagen oder eine Querungshilfe für Radfahrer.

Gemeinden wollen Lastwagen in Streitheim und Auerbach loswerden

Tempo 30, Blitzer, Verkehrsinsel: Was hilft gegen zu viel Verkehr?

Auch Horgaus Bürgermeister Thomas Hafner fordert diese Maßnahmen seit Jahren. Vom Verkehrsminister kam nun allerdings eine klare Absage. Weder Tempo 30 noch stationäre Blitzer könnten in Auerbach Einzug finden, heißt es in einem Schreiben des Verkehrsministers an die Gemeinde Horgau. Die Voraussetzungen dafür liegen nicht vor, wird die Absage begründet. Rechtlich sei Tempo 30 nur an Unfallschwerpunkten durchzusetzen. Als solcher gilt die Durchfahrt in Auerbach aber nicht.

Allerdings: Der Vorschlag für eine Querungshilfe stieß auf Gehör. Laut dem Schreiben von Verkehrsminister Reichhart hält auch die Polizei diesen Vorschlag für sinnvoll. Angedacht ist eine Verkehrsinsel am westlichen Ortseingang von Auerbach, Richtung Zusmarshausen. Zum einen könnten Radfahrer dadurch leichter die Straße queren und zum anderen wären Autofahrer dadurch angehalten, langsamer zu fahren, meint Bürgermeister Hafner. Nun soll das staatliche Bauamt den Vorschlag prüfen.

Gleiches gilt für den Antrag zum LKW-Verbot in Auerbach und Horgau. Ob es realistisch ist? Bürgermeister Hafner will sich nicht festlegen: „Wir kämpfen seit Jahren für Verkehrsentlastung, da wage ich keine Prognosen mehr.“ Hafner rechnet Anfang kommenden Jahres mit einer Antwort vom Landkreis.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren