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Gablingen

17.03.2020

Gemeinderat wird jetzt bunt

Künftig sind sechs Gruppierungen im Gremium vertreten. Bis zur Stichwahl bleibt es spannend

Die Gemeinde Gablingen wird noch bunter, als sie es ohnehin schon ist – was die Zahl der im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen anbelangt. Waren es bislang fünf ( CSU, CSM, Junge Bürger Gablingen, SPD/BU und „fraktionslos“ – die ehemalige Lützelburger Liste) – so bestimmen in Zukunft sechs Gruppierungen die Geschicke der Gemeinde mit: die CSU (28,7 Prozent), die CSM (15 Prozent), die Grünen (neu im Rat mit 16,3 Prozent), die Freien Wähler (neu im Rat mit 17,5 Prozent), die SPD (neu mit 7,1 Prozent) und die schon vertretenen Jungen Bürger JBG (15,5 Prozent). CSU-Bürgermeisterkandidatin und Ortsvorsitzende Karina Ruf geht am Palmsonntag in die Stichwahl gegen den unabhängigen Kandidaten der CSM, Jürgen Schantin.

„Mit dem Ergebnis der Gemeinderatswahlen ist unsere Gruppe zufrieden“, betont Karina Ruf. Die CSU konnte ihre bisherigen fünf Sitze verteidigen. „Das hätten wir so nicht erwartet, das ist ein toller Vertrauensbeweis“, zumal ja sechs Gruppierungen angetreten seien. Und darauf weist Karina Ruf besonders hin: Die künftige CSU-Fraktion stellt mit Karina Ruf und der jungen Lena Zimmermann, bekannt durch ihren Hofladen, künftig die einzigen Frauen im Gablinger Gemeinderat.

Auch bislang waren hier nur zwei Frauen vertreten: Karina Ruf und Annemarie Sauler (CSM), die Präsidentin der Gablinger Faschingsgesellschaft. Sauler hat nun nicht mehr kandidiert.

Gemeinderat wird jetzt bunt

Die CSM, die mit Karl Hörmann zwei Amtsperioden lang den ersten Bürgermeister stellte, musste Federn lassen. Karl Hörmann war nicht mehr angetreten, Bewerber Jürgen Schantin stand bewusst nicht auf Platz eins der Liste. Gerade das habe der CSM Stimmen gekostet, sagt CSM-Vorsitzender Thomas Wittmann. Stimmen gebracht habe früher natürlich auch Annemarie Sauler. „Wir sind nicht zufrieden“, gibt er unumwunden zu. Denn die CSM, die bisher vier Sitze hatte, ist nur noch mit zwei Gemeinderäten vertreten – mit ihm und, neu, Pius Kaiser junior. Überrascht ist Thomas Wittmann vom Erfolg der Grünen in Gablingen. „Ich habe nicht gedacht, dass sich die Bundespolitik so weit in der Gemeinde auswirkt.“ Dennoch: Die CSM habe einen engagierten Wahlkampf gemacht und werde nun kämpfen, dass Jürgen Schantin als unabhängiger Kandidat Bürgermeister wird. „Das täte Gablingen gut.“

Mächtig ins Zeug gelegt haben sich schon im Vorfeld des Wahlkampfs die aus einer Bürgergruppierung hervorgegangenen Freien Wähler Gablingen, die allerdings ihren Bürgermeisterkandidaten Günther Reichherzer nicht durchsetzen konnten. Mit drei Sitzen schaffte die FW den Sprung ins Gablinger Gremium, nämlich Reichherzer, Ortsvorsitzender Klaus Heidenreich und auch Erwin Almer, der bislang für die SPD/BU-Fraktion im Gemeinderat war. „Es ist toll, dass wir als neue Gruppierung als zweitstärkste Partei im Gemeinderat sind“, so Heidenreich. Die Freien Wähler hätten im Wahlkampf mit einer starken „Themenpräsenz“ gepunktet. „Jetzt lassen wir erst mal alles sacken.“ Für die Stichwahl des Bürgermeisters werde man allerdings eine Wahlempfehlung aussprechen.

Nicht nur die FW, auch die Grünen kamen erstmals in den Gablinger Gemeinderat, und dies ebenfalls mit drei Sitzen. Die Ortsgruppe gibt es ja erst seit November 2019. „Wir werten das als vollen Erfolg“, freut sich deren Vorsitzender Simon Gerlach - von Dobschütz über das Ergebnis. Zwar seien auf der Liste und jetzt im Gemeinderat „zwei alte Hasen“ – aber die wurden wiedergewählt. Es handelt sich um Josef Wetzstein (bisher fraktionslos/Lützelburger Liste) und Albert Eding (bislang SPD/BU-Fraktion). Sie bringen weiterhin ihre Erfahrung in den Gablinger Rat. Für die Bürgermeisterwahl werden die Grünen keine Empfehlung abgeben.

Ein „lachendes und ein weinendes Auge“ verspürt SPD-Ortsvorsitzender Walter Trettwer. Bei der Konkurrenz von sechs Gruppierungen sei die SPD froh, überhaupt mit einem Bewerber ins Kommunalparlament gekommen zu sein. Zudem habe die SPD bundesweit derzeit ja nicht gerade Rückenwind, sagt Trettwer. Für die Stichwahl des Bürgermeisters werde man keine Empfehlung aussprechen.

Die Jungen Bürger Gablingen sind wie bisher mit zwei Sitzen vertreten. Christian Kaiser und Christoph Luderschmid sind erneut dabei.

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