1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Geplanter Mobilfunkmast sorgt für Unruhe

Täfertingen

11.07.2017

Geplanter Mobilfunkmast sorgt für Unruhe

Das Smartphone gehört zu unserem täglichen Begleiter. Für einen Empfang braucht es auch Funkmasten.
Bild: Symbolfoto: Bernhard Weizenegger

In dem Neusässer Stadtteil werden Unterschriften gegen eine neue Antenne im Ortskern gesammelt. Was die Initiatoren an dem Vorhaben stört

Ein geplanter Mobilfunkmast auf einem Hausdach sorgt für Aufregung in dem Neusässer Ortsteil Täfertingen. Laut Bürgermeister Richard Greiner informierte die Telekom die Stadt Neusäß vor zwei Jahren darüber, dass sie bei Täfertingen nach einem Standort suchte und ist inzwischen fündig geworden. Doch in Täfertingen regt sich Widerstand. Bürger stellen Fragen: Muss der Mast in der Portnerstraße, also im Ortskern, sein? Warum ein Mobilfunkmast in der Nähe von Schulen und Kindergärten?

Stefanie Gekle und Beatrice Faßnacht, Vorsitzende der Neusässer Grünen, aus Täfertingen wollen sich gegen die Errichtung wehren. Nach ihren Informationen gibt es einen Mietvertrag des Konzerns für einen Antennenstandort auf einem Flachdach eines Gewerbegebäudes. Stefanie Gekle sagt, dass es in Täfertingen zwei Masten gebe, einen am Ortseingang Richtung Hammel und einen an der Gailenbacher Mühle.

Die beiden Frauen haben eine Unterschriftensammlung gestartet, hinter der die Forderung steht, „bestenfalls einen anderen Standort zu suchen, der so empfindliche Orte wie Schulen oder Kindergärten verschont“, sagt Faßnacht. Ihr Problem sei vor allem, dass es keine validen Langzeitstudien gebe, die die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Heranwachsende und Säuglinge untersucht, erklärt sie.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Initiatorinnen der Unterschriftensammlung fordern, mit dem Thema Mobilfunk und Strahlung „vernünftig und transparent“ umzugehen. In ihrer Erklärung werfen sie der Stadt Neusäß „Nichtinformation“ vor. „Bei diesem Thema hält sich jeder bedeckt und keiner weiß etwas, das ärgert die Leute“, erklärt Gekle. Bürgermeister Greiner habe einen runden Tisch zwar zugesichert, doch die Zeit drängt nach Ansicht der beiden Initiatorinnen.

Grünen-Stadträtin Silvia Daßler kritisiert ebenfalls, dass das Thema nicht transparent behandelt werde. Daßler betont, dass der Planungs- und Umweltausschuss laut Geschäftsordnung für „Entscheidungen in Mobilfunkangelegenheiten“ zuständig sei. Bisher sei der Mast dort aber noch nicht zur Sprache gekommen. Ihre Fraktion sendete, so ist es auch auf der Homepage der Grünen zu lesen, am 30. Juni einen Antrag an den Stadtrat. Die Verwaltung soll über „das geplante Vorhaben und welche Maßnahmen vonseiten der Verwaltung ergriffen worden sind“ berichten, heißt es darin. Es sei eine Entscheidung des Bürgermeisters, wann er den Antrag auf die Tagesordnung des Ausschusses setze. Allerdings sollte bei der Sitzung am heutigen Abend „eine Berichterstattung kein Problem sein, da ja alle Informationen vorliegen“, glaubt Daßler.

Bürgermeister Greiner wehrt sich gegen den Vorwurf, Informationen zurückgehalten zu haben und betont, dass die Stadt schon als die Frage nach dem neuen Masten vor zwei Jahren zum ersten Mal aufkam, innerhalb ihrer Möglichkeiten aktiv geworden sei. Der sogenannte Mobilfunkpakt II sehe vor, dass die Kommune zwar Alternativen vorschlagen kann, aber ansonsten „eher wenig Möglichkeiten hätte, die Errichtung zu verhindern“. Das ergebe sich aus der Gesetzeslage, so Greiner. Nachdem sich Täfertinger inzwischen auch mit Nachfragen zum Mobilfunkmasten an ihn gewandt haben, will der Bürgermeister für mehr Klarheit sorgen. Er plant eine Informationsveranstaltung mit einem Vertreter der Telekom und den Bürgern Täfertingens. Der Termin dafür ist noch nicht bekannt.

Laut Beatrice Faßnacht gibt es einen Präzedenzfall, in dem sich eine Gemeinde gerichtlich gegen einen Mast gewehrt habe. Ohne Rückendeckung der Stadt sehe sie aber keine Chance, eine Antenne an einem unerwünschten Standort zu verhindern. Deshalb sammeln Stefanie Gekle und sie weiter Unterschriften. Die Listen liegen beim örtlichen Bäcker und Metzger aus.

Von der Telekom war gestern auf Nachfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme zu den Plänen in Täfertingen zu erreichen.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren