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Biberbach

06.04.2017

Geplanter Waldkindergarten steht auf der Kippe

In Biberbach wird es keinen Waldkindergarten unter öffentlicher Trägerschaft geben. Das heißt, die Elterinitiative müsste selbst die Verantwortung für eine solche Einrichtung übernehmen. Ob sie das tut, ist derzeit fraglich.

Die Gemeinde wird die Trägerschaft nicht übernehmen. Wie die Elterninitiative darauf reagiert

Es wird in Biberbach keinen Waldkindergarten unter öffentlicher Trägerschaft geben. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend in einer denkbar knappen 8:9 Abstimmung. „Zutiefst enttäuscht“ zeigten sich die Initiatoren und Antragsteller nach der Sitzung. Ausgerechnet die Stimme der Jugendbeauftragten habe man nicht bekommen und damit die Chance auf ein alternatives Angebot der Kinderbetreuung praktisch verspielt, so die verärgerten Eltern. Die Jugendbeauftragte und Vertreterin der Jungen Liste im Gemeinderat hatte zwar betont, wie lohnenswert es sei, alternative Wege in der Kinderbetreuung zu verfolgen, doch „War nicht Unabhängigkeit gewünscht?“, stellte Monika Seiler-Deffner den Sinn des Antrags auf kommunale Trägerschaft in Frage und erteilte ihm in der Abstimmung eine Absage. Johann Ertl (SPD) stellte sogar in Frage, ob die Gemeinde überhaupt in der Lage sei, die Trägerschaft für einen Waldkindergarten zu übernehmen.

Wenn wir das nicht schaffen, dann können wir das „Miteinander“ im gemeindlichen Motto des „Marktes des Miteinander“ auch gleich streichen, forderte Gabi Mader (UFB) ihre Ratskollegen auf, den Wunsch der Eltern zu unterstützen. Diese hatten das Konzept Waldkindergarten im Januar dem Gemeinderat vorgestellt. Was andernorts eine Erfolgsgeschichte ist, wünschten sie sich auch in Biberbach als Alternative zur Kita. Der Aufenthalt in der freien Natur setze Kreativität frei und „Waldkinder“ seien nachweislich gesünder als ihre Altersgenossen in herkömmlicher Betreuung, begründeten die Eltern ihren Wunsch.

Mit einem Förderverein wollten die Eltern Arbeiten rund um den Kindergarten im Wald übernehmen, allerdings fühlten sie sich nicht in der Lage, die Verwaltung samt Lohnabrechnung und Zuschusswesen in Eigenverantwortung zu übernehmen. In der Gemeindeverwaltung sei das Wissen und die Strukturen dafür bereits vorhanden und müsse nicht von Grund auf neu aufgebaut werden. Der Trend bei Neugründungen von Waldkindergärten gehe genau aus diesem Grund von der freien zur kommunalen Trägerschaft. „Ich bin nicht für die kommunale Trägerschaft,“ stellte Bürgermeister Wolfgang Jarasch klar. Sei die Gemeinde zuständig, müsse aufgrund der unterschiedlichen Konzepte in regulärer Kita und Waldkindergarten völlig zweigleisig gefahren werden, Synergien würden keine entstehen. Auch würden die bestehenden Waldkindergärten im Landkreis in freier Trägerschaft geführt und seien dabei sehr erfolgreich. „Die Eltern wünschen das, dann sollen sie die Verantwortung übernehmen.“ Selbstverständlich werde die Gemeinde die Eltern dabei unterstützen und auch ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen, so der Bürgermeister.

Ganz anders die Sicht von Werner Sinninger (CSU). Es sei „vollkommen richtig“ die Verantwortung der Kommune einzufordern, unterstützte er den Antrag. Die Kommune schaffe das aktuell nicht, so Wolfgang Bertele (FW). Dem konnte Anton Hörmann (FW) nicht folgen. „Wir schaffen auch den normalen Kindergarten und das ohne die Unterstützung eines Fördervereins,“ so seine Haltung zum Projekt. „Was ist, wenn es Unstimmigkeiten zwischen dem Förderverein und der Gemeinde gibt,“ sah Leonhard Würz (CSU) die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Gemeinde kritisch. Friedrich Wiblishauser und Martin Wörle (beide BTL) appellierten an ihre Kollegen, den Antrag zu unterstützen. Sie gaben zu Bedenken, dass die Plätze im Waldkindergarten wohl die finanziell gesehen günstigsten Betreuungsplätze wäre, die man in der Gemeinde je geschaffen hätte. Sie spielten damit auf die anstehende teure Erweiterung der Kita an. Ob es nun einen Waldkindergarten in Trägerschaft der Elterninitiative geben wird ist fraglich. Man müsse sich nach dieser Abfuhr erst einmal neu sortieren, so die enttäuschten Eltern nach der Sitzung des Marktgemeinderates.

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