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Meitingen

16.10.2016

Geplanter Wall bringt für Lärmschutz kaum etwas

Dort, wo sich die Schlacke türmt, soll auf dem Gelände des Stahlwerks ein Lärmschutzwall in Richtung der BIberbacher Zollsiedlung errichtet werden.
Bild: Marcus Merk

Das Bauwerk soll auf dem Gelände des Stahlwerkes in Meitingen entstehen. Warum noch einige Fragen offen sind.

Er hat bereits für einige Diskussionen gesorgt – der geplante Lärmschutzwall am Stahlwerk in Herbertshofen. In der Sitzung des Marktgemeinderats am Mittwochabend wurde dieses Vorhaben nochmals diskutiert und das weitere Vorgehen abgestimmt. Dabei zeigte sich unter anderem, dass der Wall vermutlich nur sehr wenig Lärm abhalten wird. Laut den Experten der Fachbehörden wird nur mit einer „marginalen Verbesserung“ gerechnet.

Hintergrund: Das Stahlwerk will einen 25 Meter hohen und 165 Meter langen Wall auf dem Firmengelände bauen. Dieser soll in Richtung der Biberbacher Zollsiedlung errichtet werden. Als Baustoff ist Elektroofenschlacke vorgesehen, die im Werk bei der Produktion von Stahl anfällt und auf dem Gelände lagert. Doch die Verwendung von Schlacke kann auch problematisch sein.

Wie berichtet, war es beim Einbau von Ofenschlacke in die B-2-Umfahrung von Meitingen zu Grundwasserverunreinigungen gekommen. Die Folge waren nicht nur eine teure Sanierung, sondern auch Absatzprobleme für die Schlacke.

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Im April hatte sich das Gremium entschieden, die nötige Bebauungsplanänderung anzustoßen, um den Wall bauen zu können. Im Vorfeld fand nun ein runder Tisch mit den Experten der Fachbehörden wie beispielsweise des Wasserwirtschaftsamtes, des Immissionsschutzes und des Baurechts sowie Bürgermeister Michael Higl statt. Bei diesem Gespräch sollte vorgefühlt werden, ob das Projekt eine Chance hat, umgesetzt zu werden und welche Antragsunterlagen benötigt werden.

Laut Auskunft des Bürgermeisters sei ihm dabei signalisiert worden, dass der Wall vermutlich genehmigt werden könnte. Endgültige Klarheit bringe aber erst das Bebauungsplanverfahren. Die Fachleute schlugen allerdings vor, nicht nur den Randbereich zu überplanen, auf dem der Wall gebaut werden soll, sondern das komplette Areal der Schlackenaufbereitung.

Für diesen Bereich war 1995 ein Bebauungsplan aufgestellt worden. Allerdings waren nicht alle Vorgaben umgesetzt worden. Laut Higl sollte die Fläche beispielsweise eingegrünt werden, was aber nie geschah. Auch sei eine vorgesehene Erweiterungsfläche bereits belegt. Bei der Aufstellung eines neuen Bebauungsplans soll dies nun aktualisiert und der Realität angepasst werden.

Der Bürgermeister berichtete außerdem, dass der Wall hinsichtlich des Lärmschutzes nur eine „marginale“ Wirkung zeigen werde. Zunächst hätte es ein Gutachten gegeben, das einen deutlicheren Effekt prognostiziert habe, so Higl. Teilweise habe es da auch Uneinigkeiten zwischen den Gutachtern gegeben. Auch die Hoffnung, dass der Wall einiges an Staub von den Schlackehügeln abhält, hat sich nicht bestätigt. In diesem Punkt werde nur eine „marginale Verbesserung“ erwartet, so Higl.

Die Fachleute gehen allerdings davon aus, dass das Bauwerk einen „städtebaulichen Gewinn“ darstelle. Da der Wall begrünt werden soll, füge er sich besser in das Landschaftsbild ein und bilde somit eine optische Abschirmung, berichtete Higl. Das Gremium beschloss mit großer Mehrheit, das Verfahren zu starten, um einen Bebauungsplan für das Gebiet der Schlackenaufbereitung aufzustellen.

Gegen dieses Vorgehen sprachen sich Rudolf Helfert von den Freien Wählern, die fraktionslose Christine Fünffinger und Annemarie Probst von den Grünen aus.

CSU-Fraktionssprecherin Claudia Riemensperger erklärte, dass es Sinn mache, das gesamte Areal zu überplanen. Sie fragte sich aber, ob die Fläche für die Schlackenaufbereitung auch dann noch ausreiche, wenn darauf ein Lärmschutzwall gebaut wird. Fabian Mehring von den Freien Wählern ging es darum, ob in dem Wall Schlacke „geparkt“ werden soll. Er sprach sich aber dafür aus, in das Verfahren einzusteigen, um alle Abwägungen auf dem Tisch zu haben. Werner Grimm, SPD-Fraktionssprecher, stellte die Frage in den Raum, was in den nächsten Jahren mit der Schlacke passieren wird und ob es Entsorgungs- und Verwertungswege dafür gibt. Dennoch plädierte auch er dafür, ins Verfahren einzusteigen.

Johann Deisenhofer von den Freien Wählern und die fraktionslose Christine Fünffinger fürchteten dagegen, dass in einigen Jahren eine Erweiterung dieses Walls gefordert werde. Für Rudolf Helfert von Freien Wählern stellt der Wall eine versteckte Schlackendeponie dar und Annemarie Probst von den Grünen konnte den Umweltgedanken bei diesem Projekt nicht nachvollziehen.

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