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Gessertshausen-Deubach

11.10.2017

Gerangel nach Gaudiwurm endet mit Arrest

Nach dem Deubacher Faschingsumzug kam es in diesem Jahr zu einem Zwischenfall.
Bild: Marcus Merk

Ein junger Afghane soll einen Azubi mit einer Bierflasche geschlagen haben. Jetzt muss er dafür in Arrest.

 Wenn der Fasching nach dem Gaudiwurm ausklingt, dann herrscht zwischen Deubach und Kutzenhausen Ausnahmezustand: Tausende Jugendliche und junge Erwachsene feiern entlang der Umzugswagen. Jetzt hatte das bunte Treiben ein Nachspiel: Vor Gericht musste sich ein junger Afghane verantworten, der am Faschingsdienstag mit einer Bierflasche einen Umzugsgast verletzt haben soll.

Nach dem großen Gaudiwurm kam es nach den Ermittlungen der Polizei zu einem Gerangel zweier Gruppen. Dabei soll ein 20 Jahre alter Berufsschüler aus Afghanistan mit einer Flasche zugeschlagen haben. Er traf einen 18-jährigen Azubi am Hinterkopf. Blut oder eine Schwellung waren auf dem Foto der Polizei nicht zu erkennen, nur die nassen Haare nach einer „Bierdusche“, wie der junge Mann vor Gericht erklärte. Er hatte bereits vier bis fünf Bier getrunken und war nach eigenen Angaben zweimal auf den jungen Afghanen zugegangen, um ihm klar zu machen: Die Gruppe, zu der der 20-Jährige gehörte, sollte keine Handyfotos von den Mädchen und jungen Frauen der anderen Gruppe machen. „Ich bin gerne Problemlöser“, bekannte der junge Mann.

Er gab zu: Er habe mit Schubsen begonnen. Daraus wurde ein Gerangel. Und plötzlich habe er nur noch einen harten Schlag am Hinterkopf gespürt. Kurzzeitig ging er zu Boden. Dann sah er den 20-Jährigen in drei bis vier Metern Entfernung mit einer Bierflasche in der Hand. Weil er nach seiner Beobachtung der einzige mit einer Flasche war, schlussfolgerte er: Der Afghane hatte ihn geschlagen. Sein Freund behauptete gegenüber der Polizei, dass er den 20-Jährigen mit erhobenen Arm gesehen habe.

Vor Gericht hörte sich das anders an – auf einmal habe sich eine Menschentraube um seinen Freund gebildet, woraufhin er schnell den Sicherheitsdienst alarmierte. Der 20-jährige Afghane sei „sternhagelvoll“ gewesen. Der beteuerte: Er habe bei der Veranstaltung keinen Tropfen getrunken. Seine Version vom Faschingsausklang hörte sich im Übrigen ganz anders an.

Er habe an dem Abend einen Streit schlichten wollen und sei dann zum Opfer geworden. Er hatte zwei sich prügelnde Männer voneinander getrennt. Dabei erhielt er von hinten einen Schlag. Später sei der 18-jährige Azubi mit erhobener Bierflasche auf ihn zugestürmt – er habe ihn daraufhin am Oberkörper gepackt und auf den Boden geworfen. Der Freund des Azubis habe ihn daraufhin geschlagen. Doch der widersprach vor Gericht: Er wäre nach einer Operation am Handgelenk dazu nicht fähig gewesen.

Der Polizist, der sich um den Zwischenfall kümmerte, beschrieb den jungen Afghanen als aufbrausend und aggressiv. Bei der Vernehmung in der Inspektion habe er dann eingeräumt, mit einer Flasche zugeschlagen zu haben. Vor Gericht die Kehrtwende: Das habe er nie gesagt, außerdem habe er das Protokoll nicht gelesen. Trotzdem hatte er es unterschrieben.

Der Afghane, der vor mehreren Jahren nach dem Tod seines Vaters mit der Familie nach Deutschland geflohen war, hatte bereits vor zwei Jahren Ärger mit der Justiz: Wegen einer gefährlichen Körperverletzung wurde eine Verwarnung gegen ihn ausgesprochen. Jetzt wurde er zu einem Freizeitarrest und 48 Stunden Sozialarbeit verurteilt. Richterin Ortrun Jelinek sagte, dass die Aussagen des Opfers und dessen Freundes sich nicht widersprechen, sondern ergänzen. Das Motiv für die Attacke bleibe aber im Dunkeln.

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