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Gersthofen
08.03.2020

Trotz Coronavirus: Erwin Pelzig füllt die Stadthalle

Volle Ränge trotz Corona: Mehr als 900 Menschen wollten Erwin Pelzig in der Stadthalle Gersthofen erleben.
Foto: Marcus Merk

Mehr als 900 Menschen erleben den Auftritt des Kabarettstars in Gersthofen mit. Und der gebürtige Würzburger findet deutliche Worte für Präsident Trump.

Er ist einer der Großen des Deutschen Kabaretts und gegen so einen kommt auch die Angst vor dem Coronavirus (noch) nicht an. Mehr als 900 Menschen wollten am Samstagabend den Auftritt von Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig mit seinem Programm „Nichts wie weg“ erleben. Wobei es ja nicht stimmt, dass Pelzig allein auftritt. Seine beiden „Freunde“, der rustikale Hartmut und der eher distinguierte Dr. Göbel, waren selbstredend mit dabei.

Die Kritik ist sich einig. Pelzigs aktuelles Programm „dürfte zu den bissigsten, bösesten und brutalsten Analysen der aktuellen Weltlage gehören, die das deutsche Kabarett derzeit bietet.

Pelzig greift in Gersthofen aktuelle Ereignisse auf

Es tut weh und tut gut.“ Und natürlich greift Pelzig aktuelle Ereignisse auf und kann augenzwinkernd auch der Corona-Epidemie eine gute Seite abgewinnen: „Corona, nicht Greta, schafft es, den Flugverkehr zu reduzieren.“ Mit Blick auf Gersthofen empfahl Pelzig das „Drei-Stühle-Modell“ Walt Disneys: Auf dem ersten Stuhl habe er seine Träume kultiviert, auf dem zweiten sei er zum Kritiker geworden und auf dem dritten zum Realisten: „Als ich nach Gersthofen fuhr, dachte ich mir zuerst, Gersthofen ist so schön! Und am zweiten: Na ja, so schön auch wieder nicht. Der Realist auf Stuhl drei schließlich: „Fahr hin, du kannst am Abend ja wieder zurück“.

Trump ist bei Pelzig ein Profibetrüger und die Grünen politisch paarungswilliger als der wegen seiner sexuellen Übergriffe verurteilte Filmmogul Weinstein nach fünf Jahren Haft. Einfach genial, wie Pelzig die Unterschiede zwischen den politischen Parteien anhand eines nicht funktionierenden neuen Druckers erklärt.

„Pelzig unterhält sich“ hat Kultstatus errungen

An zwei Kleidungsstücken kann man ihn ganz leicht erkennen: dem zerknitterten Cordhut und dem rot karierten Hemd. Dazu das „Däschli“, wie er die abgegriffene Herrenhandtasche in breitestem Fränkisch nennt – fertig ist Erwin Pelzig, die bekannteste Kunstfigur des Kabarettisten Frank-Markus Barwasser. Mit seiner Fernsehsendung „Pelzig unterhält sich“ hat der gebürtige Würzburger, der erst vor wenigen Tagen 60 Jahre alt wurde, Kultstatus errungen. Barwasser interviewt dabei als Pelzig bei kultiger giftgrüner Bowle auf eine niveauvolle und ziemlich heitere Art mehr oder minder Prominente.

Mit vier Geschwistern wuchs Barwasser als Protestant im erzkatholischen Würzburg sozusagen in der Diaspora auf. Noch heute sagt Barwasser, der zuletzt in Mainz lebte, er habe damals gelernt, gegen den Strom zu schwimmen.

Ursprünglich wollte der Beutefranke ja Schauspieler werden. Aber je ernster er seine Rollen genommen habe, desto lächerlicher sei er gewesen. (AZ)

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