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14.06.2018

Gersthofen kann Ruine der Mittelschule nicht abreißen

Bauruine statt Freifläche: Der Abbruch der Alten Mittelschule in Gersthofen ist ins Stocken geraten. Der Grund war ein asbestbelasteter Kleber, mit dem die Fassadenverkleidung befestigt war. Doch dass es immer noch hakt, dafür ist ein anderer Umstand verantwortlich.
Bild: Marcus Merk

Neubau Asbestfund im Altbau bringt Projekt ins Stocken. Es kann Monate dauern.

Gersthofen Eigentlich sollte das alte Mittelschulgebäude in Gersthofen schon weitgehend abgerissen sein. Doch mehrere Überraschungen machten einen Strich durch die Rechnung und brachten die Abrissarbeiten gar zeitweilig zum Stillstand.

Wie berichtet, waren die Schüler im Januar in den Neubau umgezogen – damit stand die bisherige Gersthofer Mittelschule leer und zum Abriss bereit. Als die Außenverkleidungen des Altbaus entfernt werden sollten, stellte sich jedoch heraus, dass der Kleber, mit dem diese an der Stützkonstruktion befestigt sind, Asbest enthält, erklärt Bürgermeister Michael Wörle auf Anfrage. Bei den Planungen der Arbeiten sei das noch nicht absehbar gewesen.

„Wenn wir die Verkleidungen vor zwei Jahren bereits entfernt und das Gebäude abgerissen hätten, hätte es noch keine Probleme gegeben – aber inzwischen wurden die Grenzwerte für Asbestbelastung so verschärft, dass wir nun darunter fielen“, so Wörle weiter. Die Folge war ein Baustopp bei all den Gebäudebereichen, in denen der Kleber verwendet worden war.

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Den Fledermäusen zuvorgekommen

Wie berichtet, hatte man mit dem Abriss des Altbaus noch vor dem Beginn der Vegetationsperiode beginnen müssen, bevor sich seltene Fledermäuse in der Fassadenverkleidung zum Brüten eingenistet haben. Denn dann hätten die Abbrucharbeiten mindestens bis zum Herbst verschoben werden müssen, und somit die Fertigstellung verzögert. Nach ursprünglicher Planung hätten die Abbrucharbeiten bereits im März beendet sein sollen. Gutachter untersuchten nach dem Baustopp, wie das Asbest entfernt werden kann.

Daraufhin wurde ein Konzept entworfen, wie die belasteten Teile des Altbaus sachgerecht abgetragen und entsorgt werden können. „Was nun gemacht werden muss, ist daher bereits klar.“ Die erforderlichen Arbeiten seien schon vom Stadtrat genehmigt worden, man habe sich auch für ein Fachunternehmen entschieden, das die Arbeiten übernehmen soll.

Allerdings gebe es derzeit ein weiteres Hindernis. Denn das Projektsteuerungsbüro, welches die beschlossenen Arbeiten überprüfen sollte, wurde inzwischen verkauft. Im Zuge dieses Verkaufs kam es Wörle zufolge zu internen organisatorischen Schwierigkeiten. „Wir warten seit Wochen auf die unterschriebenen schriftlichen Unterlagen.“ Ohne den „Geprüft“-Stempel der Projektsteuerer könne er den Auftrag nicht vergeben.

„Wir werden jetzt ein letztes Schreiben an diesen Dienstleister herausschicken. Wenn sich dann nichts tut, werden wir die Verträge mit dem Projektsteuerungsbüro kündigen und Schadenersatz einfordern“, kündigt der Bürgermeister an. Im besten Fall rechnet Wörle mit einer Verzögerung von mindestens einem halben Jahr, bis die Außenanlagen der Schule fertiggestellt sind. Noch im März hatten die Planer gehofft, dass die Freianlagen ende Oktober 2018 fertig sein werden.

Gersthofen hat schon mehrere Verzögerungen erlebt

Die Stadt Gersthofen musste nach dem Baustart des 33-Millionen-Projekts im Jahr 2015 bereits mehrfach mit Verzögerungen fertig werden. Unter anderem scheiterte ein geplanter Start im neuen Gebäude zum neuen Schuljahr im September 2017 an einem fehlerhaft gefertigten Estrich, der länger austrocknen musste als vorgesehen. Und zwei Wochen vor dem dann für Januar 2018 vorgesehenen Eröffnungstermin, gab’s noch bange Momente bei den Verantwortlichen: Denn ein Wasserrohrbruch während der Weihnachtsfeiertage sorgte für umfangreiche Wasserschäden.

Und auch bei der zuerst gebauten neuen Dreifachturnhalle lief nicht alles wie geschmiert: Wegen einer auf dem Gelände gefundenen Granate musste eine sechswöchige Pause eingelegt werden.

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