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Bauausschuss

17.11.2017

Gersthofen lehnt „Schildbürgerstreich“ ab

Die Staatsstraße 2036 zwischen Holzhausen und Heretsried (hier beim Peterhof) soll ausgebaut werden. Gersthofen lehnt die Pläne aber ab.
Bild: Marcus Merk

Pläne für Straße zwischen Holzhausen und Heretsried fallen durch

„Schildbürgerstreich“, „laienhafte Planung“ – kein gutes Haar ließ der Gersthofer Bauausschuss an den Planungen des Staatlichen Bauamts Augsburg für die Verbindung zwischen Gablingen-Holzhausen und Heretsried.

Wie berichtet, soll die Staatsstraße 2036 in diesem Abschnitt ausgebaut und in der Nähe der Ausflugsgaststätte Peterhof über eine neue Trassenführung begradigt werden. Vorgesehen ist auch, dort den bestehenden Radweg zu brechen, sodass die Radfahrer die Straßenseite über eine Verkehrsinsel wechseln müssen. Just dieser Radweg wurde aber erst vor sieben Jahren gebaut, und zwar in Form einer „kommunalen Sonderbaulast“: Um die Strecke für die Radfahrer sicherer zu machen, hat die Stadt die Baukosten – die eigentlich Sache des Freistaats wären – in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt vorfinanziert, und 30 Prozent davon auch selbst übernommen. Lediglich 70 Prozent zahlte der Staat.

Jürgen Schantin, stellvertretender Vorsitzender der W.I.R.-Fraktion, hatte die Diskussion wie berichtet in der vergangenen Woche angestoßen. „Wenn der Radweg so wie jetzt geplant teilweise weggerissen wird, wäre das ein Fall für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler“, sagte er. Zudem werde auch eine Streuobstwiese entfernt.

Diese wurde von der Stadt Gersthofen als Ausgleichsfläche für den Bau des Mercedesrings angelegt. „Warum soll diese für eine geringfügige Begradigung der Strecke, die laut Polizei auch kein Unfallschwerpunkt ist, geopfert werden?“ Außerdem sei, wenn die Bauarbeiten und Sperrungen ein Jahr lang dauern sollten, die Existenz der Ausflugsgaststätte Peterhof bedroht.

Mit einem Ausbau dieser Strecke werde höchsten noch mehr Schleichverkehr verursacht mit Autos, die sich gegenwärtig zu Stoßzeiten noch über die B2/17 und die Autobahn quälen.

Im Bauausschuss am Mittwochabend wiederholte Schantin nun seine Kritik, nun unterstützt von Vertretern des Gersthofer Bauamts. „Zwar ist die Straße technisch korrekt hergeleitet“, sagte der Leiter der Abteilung Tiefbau, Stefan von Rechenberg. „Die Trassierung in Lage und Höhe entspricht aber in keinster Weise dem, wie heute eine Straße gebaut wird.“ Der Radweg sei „fast laienhaft“ geplant, so von Rechenberg weiter.

„Da wurde im stillen Kämmerlein eine Planung gemacht, ohne sich mit den betroffenen Gemeinden abzusprechen“, vermutete Albert Kaps (Pro Gersthofen) und nannte das ganze einen „Schildbürgerstreich mit unsinniger Radwegeführung“. Deutlicher wurde Peter Schönfelder (SPD/Grüne): „So macht man ein kleines Stück Heimat kaputt.“ Daher müsse die Stellungnahme der Stadt klar lauten: „Dieser Ausbau ist nicht notwendig“, so Schönfelder.

Einstimmig beschloss der Bauausschuss, die Planung kategorisch abzulehnen. Sollte der Umbau dennoch kommen, fordert die Stadt Gersthofen, dass der Peterhof während der ganzen Arbeiten immer erreichbar bleibt, um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Gewerbetreibende so gering wie möglich zu halten. Dann soll vom Staatlichen Bauamt auch der Anteil an den Baukosten zurückgezahlt werden, den die Stadt für den Radweg gezahlt hat. Letzterer soll auch nur vollständig auf einer Straßenseite verlaufen und die Straße nicht queren.

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