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Verkehr

15.11.2019

Gersthofen lehnt Umfahrung für Mühlhausen ab

Plakat mit Symbolcharakter: Aus dem Kampf für die Umgehung ist in Mühlhausen die Luft raus. 
Bild: Carmen Jung (Archiv)

Plus Der Gersthofer Bauausschuss lehnt die Affinger Pläne für die Westumfahrung Mühlhausen ab. Er argumentiert nicht nur dem dem Landverbrauch.

Affings Nachbarstadt Gersthofen kann sich mit den Plänen der Gemeinde zur Westumfahrung für Mühlhausen nicht anfreunden. Das zeigte sich jüngst im Bauausschuss.

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Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für die Trasse kann sich die Stadt Gersthofen als Anlieger äußern. Deswegen landeten die Pläne im Bauausschuss. Die Umgehung zweigt wenige Meter nördlich der Kreuzung Mühlhauser Straße (Staatsstraße 2035) und Gersthofer Straße in westlicher Richtung ab und führt über die Flur „Lechfeld-Mähder“ westlich des Campingplatzes in einem großen Bogen, bis sie südlich der Gemeinde Anwalting in die Staatsstraße 2381 einschert. Derzeit müssen die Autos noch nach Mühlhausen hineinfahren. In der Ortsmitte zweigt dann die Staatsstraße 2381 in Richtung Thierhaupten ab.

Umfahrung führt mitten durch Naherholungsgebiet

Diese geplante Straßenführung gefiel den Mitgliedern des Gersthofer Bauausschusses ganz und gar nicht. „Sie ist ein Negativbeispiel für Landverbrauch und führt mitten durch unser Naherholungsgebietöstlich des Lechs“, sagte Jürgen Schantin (W.I.R.). „Sie tangiert auch den Auenhof und zerstört zudem landwirtschaftliche Flächen.“ Dies fand auch Sandra Meitinger (CSU) „schockierend“.

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Ähnlich empfand es auch Albert Kaps (Pro Gersthofen): „Für Gersthofen hat die Straße weder einen Vor- noch Nachteil, aber sie führt ein Stück weit durch unseren Grund.“ Jürgen Schantin legte nach: „Wenn eine Umfahrung sinnvoll wäre, dann nur eine direkte Verbindung zwischen Anwalting und der B2.“ Diese könnte dann auch den Schleichverkehr abfangen, der zwischen der Gersthofer Stiftersiedlung oder dem Verkehrsknoten Augsburg-Nord über die Sportallee zur Bauern- und Gersthofer Straße führt. Dies hatte Peter Schönfelder für eine Ostumgehung gefordert.

Schantin spielte damit auf einen Vorschlag für eine Ostumfahrung an, den Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle im März dieses Jahres gemacht hatte: Eine Spange könnte die B2 bereits ab Langweid direkt mit dem Autobahnanschluss Augsburg-Ost verbinden.

Wie steht es um die „Wörle-Spange“?

Im Detail sieht die Idee so aus: Bei Langweid wird der Verkehr aus Richtung Norden über die Lech-Brücke nach Osten geführt. Auf den bestehenden Straßen, die ausgebaut werden müssten, geht es dann auf einer möglichen neuen Umfahrung von Rehling-Oberach nach Süden. Dort könnte die „Wörle-Spange“ auf die geplante Umfahrung des Affinger Ortsteils Mühlhausen stoßen, um schließlich am Flughafen vorbei auf den Autobahnanschluss Augsburg-Ost zu treffen. Die Spange, die im Wittelsbacher Land auf wenig Gegenliebe stößt, würde nach Ansicht Wörles zum einen das Autobahnkreuz am Anschluss Augsburg-West und in der Folge die B17 durch Augsburg entlasten. An dem Knoten treffen täglich die größten Verkehrsströme im Landkreis aufeinander. Mehr als 100000 Fahrzeuge werden dort gezählt. Zum anderen würde die Spange viel Verkehr aus Gersthofen bringen – oft kommt es in der Innenstadt zu Staus, wenn sich Fahrer Schleichwege suchen. Und: Die Variante ließe sich weitgehend über bestehende Straßen umsetzen. Großflächig ließe sich ein Teil einer neuen Nord-Süd-Verbindung um den Wirtschaftsraum Augsburg schaffen. Doch bisher hat sich nichts getan.

Einstimmig lehnten die Bauausschussmitglieder die Pläne für die Mühlhauser Umfahrung ab: „Der Zugriff auf die Natur ist zu beträchtlich“, so die Begründung. „Eine umweltverträglichere Lösung ist zu erarbeiten.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Naturschützer aus Gersthofen

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