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Gersthofen

06.09.2019

Gersthofen tappt bei der Keime-Suche weiter im Dunkeln

Weiter muss in Gersthofen das Leitungswasser abgekocht werden.
Bild: Symbolbild: Alexander Kaya

 Nun sollen auswärtige Experten die Gersthofer  bei der Suche im Trinkwasser unterstützen.  Warum noch kein Chlor eingesetzt wird.

Seit dem 21. August gilt im gesamten Versorgungsgebiet der Stadt Gersthofen mit seinen Ortsteilen und dem Gablinger Ortsteil Holzhausen: Trinkwasser abkochen. Trotz intensiver Suche ist die Stadt der Ursache für die festgestellte Keimbelastung noch nicht näher gekommen. Nun wurde das interdisziplinäre Team zur Analyse durch zusätzliche externe Fachkräfte erweitert. Das Abkochgebot gilt daher nach wie vor.

Bürgermeister Michael Wörle, der seinen Urlaub abbrach und seit vergangener Woche mit allen Beteiligten am Projekt arbeitet, erklärte am Freitagnachmittag: „Unser Leitungsnetz ist wie Gersthofen selbst in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen.“ Man habe schon vor drei Jahren erkannt, dass nicht zuletzt wegen des künftigen Wachstums das Versorgungsnetz für optimiert werden müsse. „Die letzte Prognose sagt bis zum Jahr 2030 27.000 Einwohner voraus.“ Darum habe sich die Stadtverwaltung, „bewusst bevor überhaupt Probleme auftreten, mit Wasserthemen und Szenarien auseinandergesetzt“ und sich vor allem die Leistungsfähigkeit und Energiebilanz des Wasserwerks im Detail angesehen. „Wir sind an dieser Stelle schon weiter als viele andere Kommunen.“

Ursache noch nicht gefunden

Nachdem nun bei einer routinemäßigen Probe erstmals eine Belastung durch coliforme Keime festgestellt wurden, will die Stadt die potenziellen Maßnahmen im Versorgungsnetz, die unabhängig vom Abkochgebot bereits seit einigen Monaten geprüft worden seien, jetzt noch intensiver vorantreiben. Seit dem gestrigen Freitag wird nun mit zusätzlichen Spezialisten im Ingenieur- und Wasserbereich zusammengearbeitet. „Trotz intensiver Diagnostik konnte noch keine offensichtliche und nachweisbare Ursache gefunden werden.“

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Wörle macht angesichts der Sorgen der Bürger deutlich: „Das Abkochgebot wurde aufgrund einer Belastung von zwei coliformen Keimen auf 100 ml Probemenge ausgesprochen. Das ist ein äußerst geringer Wert, auch wenn er natürlich den Grenzwert, der ganz klar bei null liegt, überschreitet.“ Seit Tagen gehe die Belastung zurück. „Das ist ein gutes Zeichen. Allerdings ist dies nur eine Momentaufnahme – wir können keine Entwarnung geben.“

Er betont: „In der jetzigen Situation nutzen wir alle Möglichkeiten zur Ursachenanalyse.“ Sofortmaßnahmen sowie kurz- und mittelfristig Optimierungsansätze würden mit Nachdruck geplant und umgesetzt, wie zum Beispiel bauliche Veränderungen oder die Reinigung von Spülschächten und Netzlüftungsschächten. Wörle räumt ein: „Wir können nach den Erfahrungen aus anderen Kommunen zum heutigen Tag nicht garantieren, dass das Abkochgebot die einzige Gegenmaßnahme für die Bürger bleibt. So muss das Wasser beispielsweise in Diedorf und Dinkelscherben schon seit Monaten gechlort werden. „Falls wir in chloren müssen, werden wir darüber umfassend und mit ausreichend Vorlauf informieren.“

Gersthofen will Chlorung noch vermeiden

Bisher versuche man die Chlorung zu vermeiden, denn sobald ein Tropfen Chlor ins Leitungsnetz wandert, sei es fast unmöglich, die Ursache noch zu finden, so Wörle weiter. „Ab diesem Zeitpunkt wird jede Keimbelastung vernichtet und damit auch jeder Fußabdruck, den diese hinterlässt.“

Unter der „Servicehotline Wasser“ können Bürger jederzeit weitere Fragen stellen. 24 Stunden täglich sind Mitarbeiter hierfür unter 0821/2491-333 erreichbar.

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