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Gersthofen

15.05.2020

Gersthofer Blasmusiker atmen auf: Wie es nun weitergeht

Seit Beginn der Corona-Krise musizieren Korbinian, Walter, Sandra und Benedikt Hochmuth jeden Sonntag in der Zellerstraße in Gersthofen von ihrem Balkon aus. Zuletzt haben sich dazu immer viele Zuschauer eingefunden. Ab Montag darf die musikalische Familie wieder in den normalen Probenbetrieb einsteigen.
Bild: Oliver Reiser

Plus Nach Wochen Onlineunterricht oder ausgefallenen Stunden dürfen sich Lehrer und Schüler der Musikvereine wieder direkt treffen. Allerdings gibt es einige Einschränkungen.

Musizieren auf dem Balkon, üben zu Hause vor dem Bildschirm: Das soll jetzt ein Ende haben, atmen die Musiker der Gersthofer Vereine auf. Denn ab Montag können sie nicht nur in Gersthofen, sondern auch im gesamten Augsburger Land, wieder den Unterricht aufnehmen – wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Die neuen Erleichterungen machen dies möglich.

Jugendorchester Gersthofen startet mit Einzelunterricht

„Wir wollen mit dem Einzelunterricht beginnen“, erklärt Andreas Landau, der Vorsitzende des Jugendorchesters Gersthofen „Schwäbische Bläserbuben“. Er ist auch der Sprecher der Interessengemeinschaft der Gersthofer Musikvereine. „In den vergangenen Wochen haben unsere zwölf Musiklehrer zum Teil Unterricht per Video-Stream gegeben.“ Zahlreiche Stunden hätten aber auch nicht stattfinden können. Wenn der Schüler aber auf den Laptop, Pad oder PC-Bildschirm schauen müsse, sei das kein Ersatz für direkten Unterricht. Auch die Kinder wollten sich endlich wieder treffen.

„Wir sind glücklich, dass die Eltern loyal geblieben sind und die Unterrichtsgebühren weiter bezahlt haben. Auch der Verein hat unseren musikalischen Leiter Maximilian Hosemann durchbezahlt“, betont Landau. „Wir sind froh, dass wir einen sehr guten musikalischen Leiter haben und Musiklehrer haben, die muss man in solchen Zeiten unterstützen.“ Auch wenn im zweiten Quartal keine Einnahmen, etwa durch Konzert und andere Auftritte hereingekommen seien.

Onlinekonzert wurde zusammengestellt

Damit das musikalische und Vereinsleben nicht einschläft, gab’s mehrere Aktivitäten: So konnten sich die Musikvereine gegenseitig nominieren und stellten Bilder zusammen. Außerdem haben sie aus einzelnen Aufnahmen ein Onlinekonzert gestaltet und bei Youtube eingestellt. Auch das Ensemble der Großen "Offbeat" ist mit von der Partie. Der Link darauf ist über die Website www.jugge.de abrufbar.

Nun geht’s an die Vorbereitungen für die Zeit ab Montag: „Zunächst gibt’s Einzelunterricht unter Einschränkungen, denn wir haben in unserem Haus für Musik nur zwei große Probenräume und einen Registerraum geöffnet.“ Die Gersthofer Musikvereine seien wie kaum andere in der glücklichen Lage, dass sie eigene Räume dem neuen Gebäude an der Anna-Pröll-Mittelschule zur Verfügung haben.

„Im großen Raum müssen Musiklehrer und Schüler einen Abstand von fünf Metern einhalten, im kleinen Raum von zwei Metern. Außerdem müssen die Schüler ihr Desinfektionsmittel selbst mitbringen“, sagt der Jugendorchester-Vorsitzende.

Für die Desinfektion der Räume und die Einhaltung der hygienischen Vorschriften sorge der Verein. „Bei der Erarbeitung des Konzepts hat uns der Allgäu-Schwäbische Musikbund stark unterstützt.“

Strenge Hygieneauflagen im Gersthofer Haus der Musik

Und weil bei der Blasmusik natürlich auch feuchte Luft ausgeatmet beziehungsweise in die Instrumente eingeblasen wird und sich die Feuchtigkeit darin sammelt, müssen die Trompeten, Klarinetten, Posaunen, Flöten und dergleichen regelmäßig vom Kondenswasser befreit werden. „Das ist derzeit auch nicht so einfach: Wer müssen das Wasser aus den Instrumenten in Eimern sammeln und extra entsorgen“, beschreibt Andreas Landau die Auflagen, die zum Schutz der Lehrer und Schüler erfüllt werden müssen.

„Manche Eltern wollen trotz aller Hygienekonzepte noch weiter am Online-Unterricht festhalten“, sagt Landau. Daher werde das Angebot auf jeden Fall in der einen oder anderen Form weitergeführt.

Gersthofer Kapellen hoffen auf weitere Auftritte

Dennoch hoffen Landau und auch die Musiker der anderen Vereine, dass es bald wieder Auftritte geben wird. „Falls das Benefizkonzert des Jugendorchesters heuer stattfindet, werden wir den Erlös diesmal für uns selbst verwenden.“ Die geplante Anschaffung eines gebrauchten Flügels steht derzeit in den Sternen.

Vor allem hofft Landau inständig darauf, dass die geplante Musikreise über Weihnachten und Silvester gemeinsam mit den brasilianischen Musikerfreunden zu den Musikerfreunden nach Israel stattfinden kann.

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