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Gersthofen

26.03.2019

Gersthofer Busse: Vom Diesel-Stinker zum Hybriden

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Drei Busse, drei Generationen des öffentlichen Nahverkehrs: der grüne „Urahn“.
Bild: Sammlung Dempf

Gersthofen macht sich bereits Gedanken über die Busse der Zukunft. Doch Elektroantrieb scheidet vorerst noch aus.

Die Grünen Busse der Gersthofer Verkehrsgesellschaft (GVG) sind schon seit Jahrzehnten das Markenzeichen des öffentlichen Personennahverkehrs in Gersthofen. Doch die Stadt arbeitet schon an der Zukunft. Die Umgestaltung des Gersthofer Bahnhofs hat begonnen. Anlässlich des ersten Spatenstichs konnten sich die Gäste bei einer Fahrt mit einem Elektrobus durch die Stadt über den Komfort dieser Fahrzeuge informieren. Allerdings wird so schnell kein E-Bus hier fahren. 

„Die Technik ist noch nicht ausgefeilt genug für unsere Bedürfnisse“, erklärte Gersthofens Stadtwerke-Geschäftsführer Bernhard Schinzel. Die Reichweite solcher Busse liege bei 120 bis allerhöchstens 200 Kilometer pro Batterieladung und schwanke je nach Wetter und Fahrsituation. Das sei noch nicht ausreichend für die Gersthofer Bedürfnisse beim Nahverkehr, so Schinzel. „Außerdem ist ein solches Fahrzeug mit rund 600.000 Euro doppelt so teuer wie ein mit Diesel oder Gas betriebenes.“

Idealerweise auf Privatautos verzichten

Bürgermeister Michael Wörle zufolge soll es im Zuge des Bahnhofsumbaus komfortabler werden, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen und idealerweise sogar auf die Privatautos zu verzichten. Dafür sind Baumaßnahmen im Umfeld wie neue, barrierefreie Bushaltestellen an der Bahnhofstraße sowie abschließbare Fahrradboxen und mehr Ladestellen für Elektroautos im Bahnhofsbereich vorgesehen.

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Die Brechung der Linien – also dass die Gersthofer Busnutzer in Augsburg-Nord umsteigen müssen, ist für viele unserer Bürger nicht attraktiv“, so Wörle. Immerhin kommen dem Bürgermeister zufolge täglich 4000 Menschen aus Augsburg zur Arbeit nach Gersthofen, 3000 Gersthofer wiederum arbeiten in Augsburg. „Der Bahnhof hat die Funktion, die wir brauchen: In sieben Minuten ist man von hier aus mit dem Zug am Augsburger Hauptbahnhof angelangt. Das ist unschlagbar.“ Noch nicht ad acta gelegt ist auch eine Weiterführung der Straßenbahnlinie 4 von Oberhausen bis Gersthofen Mitte oder gar bis zum B2-Anschluss Gersthofen-Nord.

Insgesamt 27 Busfahrer sitzen am Lenkrad

Wenn sie auf weitere Sicht noch vom Kauf elektrisch angetriebener Busse absieht, tut die Stadt bei ihrem Fuhrpark anderweitig manches für die Nachhaltigkeit. Dabei muss unterschieden werden zwischen den Dienstfahrzeugen der GVG und der Stadtwerke sowie den Dienstautos der restlichen Stadtverwaltung: Die GVG betreibt zurzeit 21 Linienbusse, davon 17 mit Diesel- und vier mit Erdgasantrieb. Insgesamt 27 Busfahrer sitzen am Lenkrad, dazu gibt’s vier Werkstattmitarbeiter, drei Fahrdienstleiter und Verwaltung. Sie alle sorgen dafür, dass pro Jahr rund 1,2 Millionen Fahrgäste transportiert werden können. „Dies ist allerdings eine statistische Zahl – weil wir ein Teil des Augsburger Verkehrsverbunds sind, können wir unsere Fahrgäste nicht ganz genau zählen“, erklärt Rathaus-Sprecherin Ann-Christin Joder.

Für die Stadtwerke-Verwaltung steht ein Hybridauto zur Verfügung. Im Bauhof und im Freibad sind Elektromülltransporter im Einsatz. Für das Rathaus gibt’s drei Dienstfahrzeuge, das Bürgermeister-Fahrzeug ist ein Hybridmodell. „Wir stellen aber gerade unsere Fahrzeuge hier komplett auf Elektroantrieb um“, sagt Ann-Christin Joder. „Es wird nur ein Hybridauto für den Langstreckeneinsatz geben, wenn man beispielsweise zu einem Ministerium oder eine Behörde nach München fahren muss.“

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