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Gersthofen

23.11.2020

Gersthofer Logistiker vergrößert seinen neuen Hallenbau

Die Spedition Roman Mayer in Gersthofen will ihre Betriebsgebäude erweitern.
Bild: Marcus Merk

Plus Die Roman Mayer Logistik Group will erweitern. Die Pläne gefallen nicht allen Stadträten: Es geht um Flächenversiegelung.

Genutzt werden soll die Erweiterung als Industrie-, Lager- und Waschhalle. Bereits im März hatte der Bauausschuss eine damals vorgelegte Tektur zu der Erweiterung abgelehnt. Der Neubau verfügt über einen Lagerbereich mit 10.573 Quadratmetern Nutzfläche und Büroräume mit 939 Quadratmetern.

Der Hallenbereich soll nun in der aktuellen Planungsänderung in Brandabschnitte untergliedert werden, getrennt von den Büros. Darüber hinaus entstehen zusätzliche Büro-, Schulungs- und Besprechungsflächen. Die Büroflächen werden dadurch um 504 Quadratmeter größer. Die Waschhalle wird nun in das Gebäude integriert. Die Halle wird an der Ostseite verbreitert. Eine Überschreitung der südlichen Baugrenze um 1,5 Meter wurde bereits in einer früheren Bauausschusssitzung zugestanden und bleibt unverändert.

Wie viele Stellplätze müssen bei dem Logistikunternehmen in Gersthofen geschaffen werden?

Umfangreich untersucht wurde die Frage, wie viele Stellplätze für das Bauvorhaben erforderlich sind. So sind für die 504 Quadratmeter zusätzlicher Bürofläche keine Parkplätze vorgesehen. Laut Bauherr werde die Mitarbeiterzahl gleich bleiben, weil diese vom Bestand in den Neubau wechseln. Laut Britta Vogt von der Verwaltung könnten auf der gleichen Fläche in Zukunft auch mehr Mitarbeiter tätig sein. Dem vorgelegten Plan nach entstehen bis zu 46 Arbeitsplätze. Im letzten Plan waren es lediglich 13 gewesen.

Vorgelegt worden war ein Gutachten des TÜV Süd über die erforderliche Anzahl von Stellplätzen. Dieses wurde nun aktualisiert. Im vorhandenen Logistikzentrum standen demzufolge 81 zur Verfügung und 56 wurden im Vorgriff auf die Erweiterung des Betriebsstandorts geschaffen. Für den Neubau sollen weitere 23 errichtet werden - was insgesamt 160 für den Gesamtstandort bedeutet.

Gersthofer Ausschuss folgt dem Vorschlag eines Gutachtens des TÜV Süd

Laut der Gersthofer Stellplatzsatzung, welche die Zahl nach der bebauten Fläche berechnet, wären insgesamt 288 erforderlich. Das wäre laut Angaben der Bauverwaltung allerdings unverhältnismäßig, weil dort tatsächlich nur 194 Beschäftigte sind, welche teilweise in Schichten arbeiten. Maximal anwesend seien 136 Mitarbeiter. Nach der Garagen- und Stellplatzverordnung des Freistaats Bayern würden sogar nur 64 Plätze genügen (einer je Mitarbeiter). Letztendlich könne man, dies hatte die Bauverwaltung in Absprache mit dem Landratsamt geklärt, die 160 Stellplätze, wie es das TÜV-Süd-Gutachten vorschlug, als ausreichend bewerten.

Bauarbeiten für eine Logistikhalle der Spedition Roman Mayer in Gersthofen.
Bild: Marcus Merk

Gründächer können laut Bebauungsplan nicht verlangt werden

Der Umfang der versiegelten Flächen rief Sandra Meitinger (CSU) auf den Plan: "Wo bleibt hier der Aufschrei der Grünen?" Auf dem Gelände entstehe eine reine Asphaltwüste. "Laut dem dort geltenden Bebauungsplan können wir keine geringere Flächenversiegelung oder Gründächer fordern", bemängelte sie. So etwas dürfe nicht länger zugelassen werden. "Auf jeden Fall muss streng darauf geachtet werden, dass der Grünflächenplan auch umgesetzt wird. Mit 11:1 stimmte der Bauausschuss dem Hallenneubau zu. Die Gegenstimme stammte von Markus Brem (BewegungZukunft).

Zugestimmt hat der Bauausschuss auch einem weiteren Bauvorhaben: An der Röntgenstraße im Industriegebiet Nord errichtet die KFZ Gebele GbR eine Halle mit einer Nutzfläche von 904 Quadratmetern. Darin sollen ein Neu- und Gebrauchtwagenvertrieb, eine Autowerkstatt, ein Geräte- und Werkzeuglager sowie im Obergeschoss ein Lagerraum untergebracht werden. Weil die Höhenlage des Gebäudes im Verglich zum vorigen Plan verändert wurde, musste eine Tektur eingereicht werden.

Gersthofer Bauausschuss genehmigt Ausnahme für Halle

Zwischen dem Bauherrn und seinem westlichen Nachbarn besteht laut Britta Vogt eine Absprache, beide Gebäude an der gemeinsamen Grundstücksgrenze zu errichten. Dadurch erhalten beide ein gegenseitiges Anbaurecht. Weil für den dort geltenden Bebauungsplan inzwischen eine Veränderungssperre erlassen wurde, brauchte der Bauherr nun eine Befreiung. "Weil das Vorhaben alle künftigen Festsetzungen des Bebauungsplans einhält, kann eine Ausnahme von der Veränderungssperre erteilt werden", so Britta Vogt weiter. Die Ausschussmitglieder schlossen sich diesem Vorschlag einstimmig an.

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