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Gersthofen

24.01.2020

Gersthofer brauchen einen Wassereimer für den Toilettengang

Zwischen 8 und 17 Uhr sollte kein Wasser aus der Hausleitung entnommen werden. Auch die Benutzung der Toilettenspülung ist davon betroffen.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Ab Montag wird das Gersthofer Leitungsnetz gespült. Je nach Wetter kann die Maßnahme über zwei Monate dauern. Dies bringt den Bürgern einige Beeinträchtigungen.

Seit einigen Wochen wird das Trinkwasser in Gersthofen gechlort. Zwischenzeitlich ist der Chlorwert stabil und es fließt laut Angaben von Bürgermeister Michael Wörle wieder Trinkwasserqualität laut Verordnung durch Gersthofens Wasserrohre. Dennoch muss, wie berichtet, das Leitungswasser bis auf Weiteres noch abgekocht werden. Ab Montag wird nun das gesamten Leitungsnetz Zug um Zug gespült. Das bringt vorläufig weitere Beschwerlichkeiten.

Das Projektteam im Rathaus stimmt sich nach Angaben der Stadtverwaltung aktuell mit dem Gesundheitsamt ab, um festzulegen, wann das Abkochgebot dann endlich aufgehoben werden kann. Der Termin ist jedoch auch abhängig von dem Verlauf der ab Montag laufenden Rohrnetzspülung, denn diese kann in den ersten Tagen Schwankungen des Chlorgehaltes im Versorgungssystem zur Folge haben.

Die Spülung wird voraussichtlich rund acht Wochen dauern

Insgesamt wird die Rohrnetzspülung voraussichtlich rund acht Wochen in Anspruch nehmen – abhängig von der Witterung. Denn bei einem Wintereinbruch, Frost und Minusgraden ist die Spülung nicht möglich. Es kann also zu Verzögerungen kommen. „Wir werden über den Fortschritt der Spülung und die Erkenntnisse jedoch regelmäßig berichten“, so Wörle weiter.

Ab Montag, 27. Januar, wird das Verfahren im gesamten Stadtgebiet Gersthofen Stück für Stück angewandt. Über den jeweiligen Tag der Spülung werden alle Bewohner der Gebiete mit einigen Tagen Vorlauf in den nächsten Wochen über ein Infoschreiben im Briefkasten in Kenntnis gesetzt. „Im allerbesten Fall liegt der Vorlauf bei zehn Tagen“, erklärt Rathaussprecherin Ann-Christin Joder.

Zwischen 8 und 17 Uhr kein Wasser aus der Hausleitung entnehmen

Das Stadtgebiet wurde in mehrere Spülzonen aufgeteilt. Bewohner der jeweils betroffenen Gebiete sollen während der Spülzeit, in der Regel zwischen 8 und 17 Uhr, kein Wasser aus ihrer Hausleitung zu entnehmen, da sonst Luft und Ablagerungen in die Hauswasserleitung gelangen könnten. Auch die Benutzung der Toilettenspülung ist davon betroffen. Die Verwaltung empfiehlt daher, sich bei Bedarf vorher genügend Wasser bereitzustellen, in die Badewanne und/oder Eimer zu füllen.

Betroffen sind auch die Schulen, Kindergärten und die Seniorenheime. Allein in der Mittelschule sind das 600 Schüler, im Paul-Klee-Gymnasium rund 1000. „In diesen sensiblen Einrichtungen werden wir versuchen, die Zeiten der Leitungsspülung möglichst kurz zu halten, um die Einschränkungen an dem betreffenden Tag zu begrenzen. Aber da müssen wir alle durch – auch wir Mitarbeiter im Rathaus“, so Joder.

Insgesamt arbeiten in Gersthofen rund 12.000 Menschen

Ebenso betroffen sind an den Tagen der Spülung im jeweiligen Gebiet die in Gersthofen angesiedelten Unternehmen. Insgesamt arbeiten in Gersthofen rund 12.000 Menschen. Allerdings seien, weil die Spülung ja jeweils nur in Abschnitten erfolgt, nicht alle Betriebe gleichzeitig betroffen. Währen der Spülung könnte es zu Druckmangel oder einer Färbung des Wassers kommen. Weiter kann es in einzelnen Bereichen während des genannten Zeitraums zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Versorgung kommen. Während des Spülvorgangs, insbesondere bei einer Verfärbung des Wassers, ist das Trinkwasser in den jeweiligen Bereichen zum Verzehr nicht geeignet. Bei Einhalten des Abkochgebots kann das Wasser nach Ende des Spülzeitraums wieder genutzt werden.

Den Grund für die Rohrnetzspülung erklärt Michael Wörle: „Um das Rohrnetz von Ablagerungen zu befreien und langfristig die Chlorung beenden zu können, ist eine Spülung des gesamten Netzes unumgänglich. Mithilfe eines neuen patentierten Verfahrens „schaffen wir mit circa fünf Kilometer Spülleistung pro Tag, im Vergleich zu circa einem Kilometer beim konventionellen Spülverfahren“. Bei einem Leitungsnetz von insgesamt etwa 130 Kilometern Länge ergebe sich dadurch ein enormer Vorteil.

Lesen Sie dazu auch: Auch Aystetten muss ab sofort das Wasser abkochen

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