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Gersthofen

15.07.2019

Gersthofer sind Gipfelstürmer aus Leidenschaft

Vorsitzende der Sektion Gersthofen des Deutschen Alpenvereins ist Sigrid Steiner. Für sie sowie Albert Feichtenbeiner (links) und Albin Krieglstein tritt das Erleben der Berge nie ins Hintertreffen
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Der Alpenverein wird 50. Zwei Mitglieder der ersten Stunde erzählen, warum sie Ausflüge in die Welt der Berge bis heute fesseln

Albert Feichtenbeiner und Albin Krieglstein haben eines gemeinsam. Sie wollen hoch hinaus - aber nicht im Job. Die beiden Senioren haben sich dem Klettern und Wandern verschrieben. Ihr Ziel bis heute: unterwegs sein, den besonderen Reiz der Bergwelt aufsaugen und sich der einen oder anderen sportlichen Herausforderung stellen. Diese Auszeit vom Alltag genießen sie mit Gleichgesinnten in der Gersthofer Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV). Diese feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen.

Die Beiden vertreten eine Generation von bergbegeisterten Mitgliedern, die die Sektion noch immer prägt. Zwar sind sie bildlich in die zweite Reihe getreten, aber deswegen nicht weniger rege und aktiv. Die Begeisterung für Natur und Berge war bei Albert Feichtenbeiner und Albin Krieglstein schon in jungen Jahren ausgeprägt. „Das steckt einfach in einem drin“, meint Feichtenbeiner. Darüber hinaus habe er während seiner Lehrzeit zwei Gesellen gehabt, die ihn zum Skifahren und Klettern mitgenommen hatten, erzählt der 84-Jährige. „Es ist schon ein Erlebnis, oben am Gipfel zu stehen und dort den Blick schweifen zu lassen.“ Dann seien alle Mühen und Strapazen vergessen.

Hochgebirgstouren auf die Zugspitze

Viel Faszinierendes habe er erlebt, berichtet er. Als Beispiele nennt er die Hochgebirgstouren auf die Zugspitze oder die beeindruckenden Gletscher, Wasserfälle und Naturschönheiten im Raurisertal im Salzburger Land.

Er und seine Frau Elvira sind bereits 1960 zur DAV-Sektion Augsburg gekommen und 17 Jahre später zur Gersthofer Sektion gewechselt. 1982 absolvierte Albert Feichtenbeiner die Ausbildung zum Fachübungsleiter für Skilaufen. 1999 wurde er zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Den Posten hatte er bis 2008 inne. „Das Schöne ist, dass man nicht nur die Ruhe und Stille der Bergwelt genießen kann, sondern diese Freude mit anderen teilen kann.“ Er schwärmt von Kameradschaft und Miteinander.

Auch Albin Krieglstein möchte diese Erlebnisse nicht missen. Noch heute sei ihm die erste Tour mit dem Verein auf den Grünten in guter Erinnerung, so der 79-Jährige. „Als ich noch nicht der Sektion angehörte, bin ich beim Wandern organisatorisch schnell an meine Grenzen gestoßen“, erinnert er sich. So manches habe er auch falsch gemacht.

Das alles gehört längst der Vergangenheit an. Nach dem Wandern hat er sich dem Klettern und den Hochtouren, beispielsweise im Wallis, verschrieben. Dabei habe er so manche Herausforderung zusammen mit Adolf Fischer bewältigt. „Ein einzigartiger Kamerad“, wie Krieglstein anerkennend feststellt.

Seit den 70ern sind sie in den Bergen unterwegs

Ein besonderes Anliegen war ihm die Heranführung junger Menschen an den Verein. 1990 übernahm er die Jugendgruppe, neun Jahre später machte er die Ausbildung zum Fachübungsleiter Bergsteigen. Auch Krieglstein hebt das Miteinander im Verein hervor. Dabei sei er immer ein Mensch der fest abgesteckten Ziele, verdeutlicht er. Legendär seien seine Touren ohne Einkehrmöglichkeit, wirft Vereinsvorsitzende Sigrid Steiner lächelnd ein.

Ein halbes Jahrhundert lang sei der Herzschlag des Vereins gleich geblieben, resümiert sie, nämlich sich in der Gemeinschaft bergsportlichen Herausforderungen zu widmen. Diese kollektive Begeisterung habe sich Anfang der 1970er-Jahre beim Umbau der sektionseigenen „Schönauer Hütte“ in Tirol und aktuell wieder beim neuen Vereinsheim an der Gersthofer Westendstraße gezeigt.

Auch der Generationenwechsel sei positiv vollzogen worden, resümiert Steiner. „So stellen die beiden Enkel von Albin Krieglstein, die Spitzenkletterer Martin Eisensteger und Michael Ullrich, mit ihrem Engagement für den Verein die Zukunftshoffnungen der Sektion dar.“

Aber nicht nur bei der Arbeit am neuen Vereinsheim sind die Mitglieder voll da. Sportlich wird bei den Kletter-, Hoch- und Mountainbike-Touren ebenso einiges geboten wie im Rahmen der öffentlichen Präsenz. Sehr gut angenommen wird zudem die Familiengruppe. Vereinschefin Sigrid Steiner formuliert es so: „Stillstand bedeutet Rückschritt.“ Und so gebe es immer wieder Neuerungen und Aufgaben. So schwebt ihr vor, demnächst am Vereinsheim eine Boulder-Möglichkeit anzubieten.

Das 50-jährige Vereinsbestehen wird am Samstag, 20. Juli, um 17 Uhr für geladene Gäste mit einer Einweihungsparty im neuen Vereinsheim gefeiert.

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