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Kultur

17.04.2015

Geschichten über verzweifelte Figuren

Der Schriftsteller Friedrich Ani begeiserte bei seiner Lesung in Diedorf mit launigen Erzählungen.
Bild: Gabriele Schmidt-Baier

Friedrich Ani liest bei der Aktion „Diedorf liest! Lesen Sie mit!“

Als Höhepunkt der Leseaktion „ Diedorf liest! Lesen Sie mit!“ war Friedrich Ani bei der Buchecke Diedorf zu Gast. In den Räumen des Theaters Eukitea las der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller vor über 70 Besuchern aus seiner neuen Geschichtensammlung „Unterhaltung“. Ani, leidenschaftlicher und vielseitiger Schriftsteller, Autor zahlreicher Kriminalromane, Hörspiele, Drehbücher und Bühnenstücke, Gedichte und Jugendromane, wurde von den interessierten Lesern herzlich begrüßt.

In seinem Buch „Unterhaltung“ sind Monologe und Dialoge, schräge und seltsame Geschichten über eigenwillige, verzweifelte Figuren, Menschen, die (Bier) trinken und reden, versammelt.

„Der verzweifelte Erlöser“ ist kurz vor dem Nervenzusammenbruch, sein Leben besteht aus der Aufregung über die moderne Fernsehwelt und den kompletten Verlust der Ordnung in seiner Welt.

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Die „Bekenntnisse eines Stüberlbewohners“ sind eher melancholisch, berichten von der Einsamkeit eines Stammkneipenbesuchers, der zur Abwechslung einmal in der Woche in ein anderes Stüberl wechselt.

Nach lang anhaltendem Applaus ließ sich Ani bereitwillig auf Fragen aus dem Publikum ein:

„Wie kommen die Themen zu Ihnen?“ Ani sieht sich nicht als Autor, der Themen in einer Schublade „sammelt“, in der er nachsehen kann, wenn er einen neuen Roman oder eine Geschichte schreiben will. Er schaut und hört nur zu, was die Menschen machen und sprechen. Die Geschichten entstehen dann aus der Erinnerung und dem, was er sich in seinem Arbeitszimmer ausdenkt.

„Was ist die Psychologie hinter Ihren neuen Themen, den Säufern und Kneipenbesuchern?“ Ani meinte, das sei eigentlich dieselbe wie bei seinen früheren Charakteren, den „verschwundenen Leuten“: Einsamkeit, Kommunikationslosigkeit, „Verlorenheit in einer Welt, die zu groß ist“.

Autoren sollten seiner Meinung nach eher im Hintergrund bleiben, „Chronisten am Wegesrand“, wachsam sein, zuhören. Mit diesen freundlichen Worten verabschiedete sich der charismatische Autor von seinem Publikum und signierte anschließend im Foyer des Eukitea seine Bücher. (AL)

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