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Kabarett

15.04.2015

Geschichten vom „Leben und den Leut“

Der niederbayerische Kabarettist Helmut A. Binser gastierte in Nordendorf mit seinem Programm „Ein Stück heile Welt“.
Bild: Monika Matzner

Nordendorfer amüsieren sich mit Helmut A. Binser und seinem Programm

Wieder einmal bewies der Nordendorfer Theaterverein ein feines Gespür, womit man das Publikum begeistert. Diesmal nicht mit eigenem Theaterspiel, sondern mit einem jungen, frischen Musikkabarett. Dafür holten der Verein Helmut A. Binser (Martin Schönberger) aus Runding in der Chamerau auf die Bühne des Mehrgenerationenhauses, der die gut 200 Besucher mit „Ein Stück Heile Welt“ für sich begeisterte.

Der 33-Jährige ist mit seinem Soloprogramm ein neuer Stern am bayerischen Kabaretthimmel. „I bin dr Binser und kemm aus m Bayrischen Woid“ stellte er sich vor. Ein bayerisches Original, ein Waidler durch und durch, Bühnenpräsenz wie ein Kraftwerk – und trotzdem ein Künstler zum Anfassen. Der lebenslustige Musikkabarettist hatte die Gitarre und seine Quetschn namens „Karl-Heinze“ im Gepäck. Seine Lieder sprudeln nur so aus ihm heraus. Aber das wichtigste Bühnenwerkzeug war sein Mundwerk. Das brauchte er, um seine Geschichten vom „Leben und den Leut“ zu erzählen, mit authentischer Darbietung sowie verschmitzten Seitenhieben. Diese waren kernig, hintersinnig, und sie kitzelten durchwegs die Lachmuskeln des Publikums. Es blieb jedem Besucher selbst überlassen, sich einfach nur unterhalten zu lassen oder auch ernsthafte Botschaften für sich zu entdecken.

An seinem Leben ließ der Künstler die Besucher immer wieder teilhaben. Wie er sich vom Rock’n’Roller, der keine Party auslässt, zum „Spießer“ entwickelte, der Tomaten anbaut, aber trotzdem jung bleiben will – mithilfe der Kosmetikprodukte seiner Freundin Simone. Den Drogeriemarkt bezeichnet er kurzerhand als „Baumarkt für die Frau“.

Musikalisch mag der Binser Beethoven, weil das Repertoire Gema-frei ist, und so ließ er die neunte Sinfonie in völlig neuem Gewand daherkommen. Seinen Liedern hat er je nach Gusto mal einen groovigen, einen volkstümlichen und auch mal einen klassischen Anstrich verliehen. Zum Schluss gelangte er mit seinem Stück „Wir sind die greislichsten Menschen dieser Welt“ zur „Binser“-Weisheit: „Lieber gscheid greislich als schön blöd“. Erst nach vier Zugaben durfte er die Bühne verlassen.

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