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Gessertshausen/Thannhausen

26.11.2020

Gessertshauserin will Sonderpädagogin in Thannhausen halten

Ein Kind lernt spielerisch seine Motorik und Koordination zu verbessern. Dies ist ein Therapiebereich der interdisziplinären Frühförderung.
Foto: Lebenshilfe (Symbolbild)

Plus Eine Gessertshauserin wendet sich an den Landtag. Sie setzt sich für benachteiligte Kinder ein. Und sie ist nicht allein. Doch die Chancen stehen schlecht.

Der Ausschuss für Bildung und Kultus des Bayerischen Landtags in München wird sich möglicherweise schon am Donnerstag mit einer Petition befassen, die die Frühförderstelle Thannhausen betrifft. Claudia Wächter aus Gessertshausen hat sie initiiert und dafür 1191 Unterschriften gesammelt.

Konkret geht es um den zum Schuljahresbeginn erfolgten Wechsel in der Leitung der Frühförderstelle Thannhausen. Wächter ist für den Erhalt des Stundenkontingents für Sonderpädagogik in der Frühförderstelle. Ausgefüllt hat dieses Kontingent Karin Durant fast zwei Jahrzehnte lang mit großem Fachwissen. In der Petition heißt es: „Verhindert werden soll der Abzug der Leitung der Interdisziplinären Frühförderstelle Thannhausen/Krumbach des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW). Aufgrund des Ministerialbeschlusses des Staatsministeriums für Kultus und Unterricht Bayern soll die Leitung der Frühförderung zum kommenden (also dem jetzigen) Schuljahr ausschließlich im sonderpädagogischen Schuldienst eingesetzt werden. Zur Begründung der Petition wird angeführt, dass Durant „vorbildliche Netzwerkarbeit, enorme fachliche Expertise, personale und soziale Kompetenz sowie außerordentliches Engagement für die Arbeit mit Kindern“ in der Frühförderung im südlichen Landkreis Günzburg leiste und diese Arbeit unabdingbar sei.

Karin Durant soll in Thannhausen bleiben

Durant sei außerdem ein besonders wichtiges Bindeglied zwischen Förderzentren, schulvorbereitenden Einrichtungen und Schulen gewesen. Ihr Weggang stelle einen immensen Verlust für das Team der Frühförderung, die umliegenden Kindertagesstätten, Ärzte/Kinderärzte, Jugendämter und vor allem für die förderbedürftigen Kinder und ihre Familien dar, von welchen ihre Arbeit überaus geschätzt wurde. Bereits im Sommer hatte sich der Qualitätszirkel der Kinder- und Jugendärzte der Landkreise Günzburg/Dillingen für einen Verbleib Durants in der Frühförderstelle eingesetzt. Die Kinderärzte hatten mit Briefen ans Kultusministerium, Landratsamt Günzburg, an Politiker und die Regierung von Schwaben auf die Situation aufmerksam gemacht. Bereits damals schienen die Aussichten, das Blatt zu wenden, gering, dies machte der staatliche Dienstherr Durants, die Regierung von Schwaben, deutlich.

Und auch jetzt sieht es so aus, als könnten die Hoffnungen Claudia Wächters und der 1191 Unterzeichner der Petition nur enttäuscht werden. Ein Mitarbeiter des Büros der SPD-Landtagsabgeordneten Margit Wild, die die Petition im Ausschuss vortragen wird, machte deutlich, dass die Stellungnahme der Staatsregierung zu dem Thema recht eindeutig sei. Demnach sei es dienstrechtlich schlicht nicht mehr möglich, dass eine Sonderpädagogin in der Frühförderstelle tätig ist. Selbst wenn die Ausschussmitglieder der Oppositionsparteien alle für das Anliegen Claudia Wächters wären, so hätten CSU und Freie Wähler die Mehrheit im Ausschuss und würden vermutlich im Sinne der Staatsregierung entscheiden, so die Auskunft.

Die Sitzung kann live verfolgt werden

Die Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultus des Bayerischen Landtags kann am Donnerstag ab 9.15 Uhr übrigens auf Youtube im Internet-Livestream angeschaut werden. Unter Tagesordnungspunkt III (Eingaben) ist Claudia Wächters Anliegen am Vormittag dran.

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