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Kontroverse

30.06.2018

Geteilte Meinungen bei First-Responder-Einsätzen

Bei First-Responder-Einsätzen kommt oft ein Defibrillator zum Einsatz, um den Herzrhythmus wieder herzustellen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Soll Feuerwehr bei medizinischen Notfällen helfen? Gemeinderat Kutzenhausen sagt Nein, Wehr wäre bereit

Im medizinischen Notfall wie Atemstillstand, Bewusstlosigkeit und Herzstillstand geht es um Sekunden. In der Regel fahren zu solchen sogenannten First-Responder-Einsätzen ausgebildete Helfer wie Rettungssanitäter mit Defibrillator, Sauerstoff und Notfallrucksack. In Kutzenhausen hatte die Gemeinde die Idee, dazu auch speziell für die Reanimation geschulte Feuerwehrleute einzusetzen, wie es in vielen anderen Orten gemacht wird. Der Gemeinderat sollte darüber entscheiden. Dort ging die Idee dann allerdings in eine andere Richtung.

In den vergangenen Monaten sei die Feuerwehr vermehrt zu Reanimationszwecken alarmiert worden, berichtete Bürgermeisterin Silvia Kugelmann. Hintergrund sei keine Verlagerung von Einsätzen der Rettungsdienste, sondern lediglich eine Unterstützung.

Die Gemeindechefin suchte deshalb die Rücksprache mit Kreisbrandmeister und Landrat. „Aus dem Innenministerium kam schließlich die Nachricht, dass die Feuerwehren selber entscheiden, ob sie diese First-Responder-Einsätze durchführen wollen und können“, teilte Kugelmann mit. Die Rettungsleitstelle, die diese Fahrten koordiniert, sei oftmals auf freiwillige Helfer angewiesen, hieß es in der Meldung.

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Auf der anderen Seite sind die Feuerwehren mit Brandbekämpfung, Katastrophenschutz, Bergung von Verletzten und Hilfeleistung bei Autounfällen voll ausgelastet. Dafür bereiten sich die Feuerwehrleute bei besonderen Übungen vor. Nachdem in der Gemeinde Kutzenhausen bereits Erfahrungen mit First-Responder-Einsätzen bestehen, war es für die Bürgermeisterin wichtig, für jede einzelne Ortsfeuerwehr eine passende Lösung zu finden. „Aus Sicht der Gemeinde sollten alle freiwilligen Helfer eine umfassende und von der Gemeinde finanzierte Schulung erhalten“, so der Vorschlag der Bürgermeisterin. Im Gespräch mit den Kommandanten hätten die meisten signalisiert, First-Responder-Einsätze zu übernehmen.

Aus dem Gemeinderat kamen jedoch die Forderung und der einstimmige Beschluss, die Feuerwehren im Gemeindebereich nur Pflichtaufgaben ausführen zu lassen und nicht mehr. Das Gremium wollte die Entscheidung und die Verantwortung nicht auf die Schulter der Wehren legen.

Zudem wurde der Beschlussvorschlag, dass die Gemeinde die anfallenden Kosten zur First-Responder-Schulung der Feuerwehr übernehme, nicht weiter verfolgt. Vielmehr soll nun auf Beschluss des Gemeinderats die Bevölkerung das Angebot erhalten, sich in der Handhabung der Defibrillatoren schulen zu lassen.

Doch das Thema ist noch nicht abgeschlossen: Wie Bürgermeisterin Kugelmann auf Rückfrage mitteilte, wollen die Ortsfeuerwehren die First-Responder-Einsätze, nachdem sie eine spezielle Schulung erhalten haben, teilweise doch fahren. Dies sei ihr persönlich mitgeteilt worden, obwohl der Gemeinderat dies anders beschlossen habe.

„Ich versuche den Spagat zwischen der Entscheidung des Gemeinderates und den Belangen der Feuerwehr zu wahren“, so Kugelmann. Wichtig sei, dass die Feuerwehren in ihren Entscheidungen ernst genommen und bestens geschult werden, falls sie First-Responder-Einsätze fahren. „Ich würde die Wehren dann diese Einsätze durchführen lassen und zudem Schulungen für Bürger anbieten“, so Kugelmanns Fazit.

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