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Kriminalität

01.07.2017

Getötet wegen 5020 Euro?

Nahe der Schmutter bei Hirblingen fand die Polizei die Leichen.
Bild: Marcus Merk

Es gibt neue Details zum Hirblinger Doppelmord. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurden die Frauen aus Habgier erstochen

Was die Ermittler wenige Tage vor Heiligabend 2016 unter dem großen weißen Zelt nahe der Schmutter entdecken, bestätigt den schlimmen Verdacht: Die 50-jährige Beate N. und ihre 49-jährige Lebensgefährtin Elke W. wurden ermordet und dann verscharrt. Die Spuren an den Leichen geben der Kripo weitere Aufschlüsse, was am 9. Dezember 2016 in Hirblingen passierte – das ist der Tag, an dem die beiden Frauen in ihrem Haus erstochen wurden. Als Täter gerät ein Nachbar ins Visier: Waldemar N., ein 31-jähriger Maschinenführer.

In den Tagen nach dem Verschwinden der Frauen hatte er unter anderem in Garmisch-Partenkirchen, Weißenburg, Regensburg, Weiden und Prag mit zwei EC-Karten von Beate N. Geld abgehoben. 5020 Euro waren es, teilt die Staatsanwaltschaft Augsburg jetzt in einer Presseerklärung mit. Insgesamt sollen es drei EC-Karten gewesen sein, die Waldemar N. den Frauen „tatplangemäß“ entwendet hat.

Die Ermittler glauben: Es waren Geldsorgen, die in dem Mann den Plan reifen ließen, sich bei den beiden Frauen zu bedienen. Der Zutritt zum Nachbarhaus von Beate N. und Elke W. war einfach möglich: Seine Mutter verwahrte einen Schlüssel. Im Haus soll es dann am 9. Dezember zur verhängnisvollen Begegnung gekommen sein. Waldemar N. wird jetzt dringend verdächtig, die beiden Frauen „aus Habgier, heimtückisch und zur Ermöglichung und Verdeckung einer Straftat“ getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat entsprechend Anklage gegen den 31-jährigen Mann aus Hirblingen wegen zweifachen Mordes und Raubes mit Todesfolge sowie Computerbetruges in sieben Fällen erhoben.

Das Strafgesetzbuch sieht für Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe, für Raub mit Todesfolge eine Freiheitsstrafe von zehn bis 15 Jahren und für Computerbetrug eine Geld- oder Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu fünf Jahren vor.

Waldemar N. wurde eine Woche nach der Tat festgenommen. In seinem weißen 3er-BMW, der sein ganzer Stolz war, wurden Bargeld-Bündel gefunden – passend zu den Geldautomaten-Abhebungen in Bayern und dem angrenzenden Tschechien. Seitdem sitzt er in der JVA Gablingen in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen hat er sich bislang nicht geäußert.

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