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Aktion

11.09.2018

Getreide aus Mesopotamien im Augsburger Land

Bereits vor 7500 Jahren wurden Einkorn und Emmer angebaut. Im Archäologengarten stellt Christiane Chroneczer die alten Getreidearten vor. <b> Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek</b>
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Beim Tag des offenen Denkmals werden die Besucher in der Alten Mühle in Diedorf umfassend zum Thema „Mobilität & Migration im Spiegel der Archäologie“ informiert

Diedorf Besucher dürfen beim „Tag des offenen Denkmals“ immer wieder Blicke hinter verschlossene Türen werfen, die ihnen im Alltag nicht gewährt werden. Ein etwas anderes Angebot gab es in diesem Jahr im Umweltzentrum Diedorf. Mit ihrer Lage inmitten der Schmutterwiesen eignete sich die Vorstellung der ehemaligen Mühle Kreppen ganz besonders dafür. Thomas Germscheid, Mitglied des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein Augsburg-Land informierte die Besucher über die Geschichte der Mühle Diedorf-Kreppen von 1178 bis heute.

Der Arbeitskreis informierte an diesem Tag umfassend zum Thema Mobilität & Migration im Spiegel der Archäologie und lud zu einem abwechslungsreichen Rundgang über das Gelände an der Schmutter mit zahlreichen Mitmachaktionen ein. Bei herrlichem Frühherbstwetter zogen ganz offensichtlich zahlreiche Besucher das Angebot im Freien so manchem Blick hinter Schloss- oder Kirchenmauern vor. Für viele gestaltete sich der Rundgang über das Gelände zum idealen Familienausflug.

Der Arbeitskreis bot an zahlreichen Ständen interessante Auskünfte zu den Themen Sesshaftwerdung mit Ackerbau und Viehzucht, Textilherstellung und Metallurgie. „Wir nehmen den Tag des offenen Denkmals hier gerne zum Anlass, um unsere Belange ins Spiel zu bringen, insbesondere hinsichtlich des diesjährigen Mottos ,Entdecken, was uns verbindet‘“, erklärte Kreisheimatpflegerin für Archäologie des Landkreises Augsburg, Gisela Mahnkopf.

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Gerne nahm so mancher Besucher die Gelegenheit wahr, sich über das Leben unserer Vorfahren zu informieren, und legte auch beim Töpfern, Spinnen und Weben selbst einmal Hand an oder ließ sich von Martina Bechthold das Spinnen eines Fadens aus Rohwolle mittels einer Handspindel zeigen. Höchstes Interesse fand auch das Weben von Borten beim Brettchenweben.

Großen Anklang fanden bei den Besuchern auch selbst getöpferte Gefäße, die anschließend im Stil der Linearbandkeramik verziert wurden. Mit großem Eifer machten sich vor allem die jüngsten Besucher an das Gießen von Münzen aus Zinn. Unbedingt gehörte der Gang durch den Archäologengarten zum Programm. Hier wurde nicht nur die Römerzeit wieder lebendig, hier wachsen Nutz- und Heilpflanzen von der Steinzeit bis zum Mittelalter.

Besonders interessant sind dabei Getreidesorten aus der Jungsteinzeit sowie Pflanzen, die bis heute auf den Speisezetteln stehen. Mit den Urgetreiden Einkorn und Emmer bewies Christiane Chroneczer, dass in Stein- und Römerzeit nicht nur von Fleisch gelebt wurde. Alle diese Getreidearten, wie übrigens auch Erbsen und Linsen, wurden bereits vor 7500 Jahren angebaut. Sie wurden von Siedlern aus dem Zweistromland (Mesopotamien) mitgebracht.

Die ehemalige Mühle in Kreppen war im Dreißigjährigen Krieg Zentrum kriegerischer Auseinandersetzungen und wurde dabei erheblich zerstört. Die Nachbildung eines Katapults repräsentierte diesen Zeitabschnitt. Mit viel Freude probierten die Besucher ihre Treffsicherheit beim Schießen an dieser Wurfmaschine über die Schmutter aus. Mit der öffentlichen Präsentation einer mehr als drei Meter langen Deichsel aus Horgauergreut, einem zentral durchbohrten Baumstamm, der als Wasserleitung verlegt wurde, gab es zudem eine Premiere.

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