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Landkreis Augsburg

03.04.2019

Gibt es bald WLAN und einen Kaffeeautomaten im Linienbus?

Wie sieht der Bus der Zukunft aus? Darüber wird im Landkreis zur Zeit diskutiert. 
Bild: Marcus Merk

Die SPD hat Ideen, wie „die Öffentlichen“ im Kreis bequemer werden. Der Landkreis erarbeitet ein neues Mobilitätskonzept. 

WLAN im Linienbus und ein Kaffeeautomat an der Haltestelle: Damit könne der Nahverkehr im Augsburger Land attraktiver werden, sagt die SPD. Ihre Kreistagsfraktion plädiert daher für eine ausgedehnte Versuchsphase. In dieser soll herausgefunden werden, was alles bei den Kunden zieht.

Hintergrund des Antrags, mit dem sich die Landkreispolitik befassen soll: Der Landkreis Augsburg ist gerade dabei, ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten. Eine Facette davon sei die Attraktivität des Nahverkehrs im Landkreis. Die beiden SPD-Kreistagsmitglieder Roland Mair und Annette Luckner haben dazu einen Antrag für ihre Fraktion erarbeitet.

Bildschirme mit aktuellen Nachrichten im Bus

„Egal, welches öffentliche Verkehrsmittel ich nutze“, so Mair, „es muss möglichst oft fahren und vor allem auch pünktlich sein, nur so kann man entsprechend flexibel sein.“ Zusätzlich sei in Bus, Straßenbahn und Zug auch gewisser Standard nötig. Dazu zählen für Mair und Luckner WLAN in jedem Fahrzeug, Bildschirme mit Informationen zur Fahrtstrecke und aktuelle Nachrichten. Die Tickets müssten einfach per Handys bezahlt werden können, elektronisch solle der jeweils günstigste Tarif für den Fahrgast herausgesucht werden.

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Die beiden SPD-Kreisräte sagen, um sich gegen das Auto als Verkehrsmittel Nummer eins durchzusetzen, müsse die Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel einen „Mehrwert“ darstellen. „Wenn ich im Zug online kostenlos die Tageszeitung lesen könnte, hätte ich was davon und würde vielleicht eher auf das Auto verzichten“, erklärt Luckner. Beide können sich auch vorstellen, dass ein Kaffeeautomat an der Endstation oder gar im Fahrzeug ebenfalls ein Anreiz wäre.

Ideen müssen erst geprüft werden

Dass solche Ideen erst geprüft werden müssen und eine Abstimmung aller Beteiligten erfordern, ist den beiden SPD-Politikern klar. Sie schlagen deshalb zunächst eine Testphase vor: Zwei Monate mit Testpersonen (Alleinstehende, Schülerinnen und Schüler, Familien, Seniorinnen und Senioren, ÖPNV-Verweigerer) aus unterschiedlichen Regionen (stadtnah, ländlicher Raum, klein, mittel, groß usw.). Die Zielgruppen schreiben genau auf, welche Fahrten sie unternommen haben und wo die Schwierigkeiten lagen.

Eine Expertengruppe erstellt daraus einen Verkehrsplan, der ohne Auto funktioniert. Der Fraktionsvorsitzende und SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller ergänzt: „Auch große Unternehmen sollen in den Versuch mit eingebunden werden. Daneben könnten Modellkommunen in einer längeren Testphase unter fachlicher Begleitung ausprobieren, wie der Umstieg vom Auto in Bus, Straßenbahn und Zug besser gelingen könnte.“

Gutgelaunt in die Arbeit oder ins kulturelle Leben und auch noch spätabends wieder problemlos zurück nach Hause – das bringe Lebensqualität. Der Nahverkehr müsse zur attraktiven Pkw-Alternative werden. Dazu gehöre neben Pünktlichkeit, Häufigkeit und der Kosten eben auch der Wohlfühlfaktor, ist sich die SPD-Kreistagsfraktion sicher. (AL/cf)

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