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Nordendorf/Westendorf

20.02.2019

Gläubige reisen in die Heimat ihres Pfarrers

Pater Norman D’Souza (links) zeigt der Reisegruppe das Taj Mahal, das zu den sieben Weltwundern zählt. 
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Pater Norman D’Souza (links) zeigt der Reisegruppe das Taj Mahal, das zu den sieben Weltwundern zählt. 

Wo kommt eigentlich unser Pater her? Dieser Frage gingen Gläubige der Pfarreiengemeinschaft aus Westendorf und Nordendorf auf den Grund. 

Start und Ziel einer weiten Reise war der Dorfplatz in Westendorf. Dazwischen lagen 16 Tage, um Indien zu entdecken und zu erfahren. Mit „ihrem“ Pfarrer, Norman D’Souza, ging es für 29 Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft (PG) Nordendorf-Westendorf sowie Freunden des Priesters aus dem Unterallgäu in die Heimat des Geistlichen. Rasch wurde aus den Teilnehmern unterschiedlicher Gemeinden eine Gemeinschaft.

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Die Fahrt war viel mehr als eine Studienreise. Denn nicht zuletzt durch die vielen persönlichen Begegnungen und spirituellen Impulse wurde die Reise zu einem besonderen und nachhaltig wirkenden Erlebnis. „Indien ist ein Land der Sehenswürdigkeiten, Paradoxe, ein Land des Kulturreichtums, der Religionsvielfalt, Naturschönheiten, Cricket-Begeisterung, Essenskultur, aber allen voran ein Land der Kontraste und Herzlichkeit“, hatte der leitende Priester der PG seine Heimat beschrieben, und davon konnte sich die Reisegruppe jeden Tag aufs Neue überzeugen. Fremdartiges erwartete die Reisenden in Indien, „wo 22 offizielle Sprachen gesprochen werden, 90 Prozent der Ehen arrangiert sind, wo extremer Reichtum und enorme Armut ganz nah beieinander liegen“, erklärte der indische Guide. Nicht ganz leicht zu verkraften waren nach der Ankunft die ersten Bilder in der Hauptstadt Delhi: bettelnde Menschen, Slums, Müllberge und Smog. Doch schnell mischten sich sehr positive Erfahrungen hinzu: die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit der Einheimischen.

Erste Station in Nordindien

Die erste Etappe führte nach Nordindien zum Goldenen Dreieck Delhi, Agra, Jaipur. Die Verkehrssituation in Delhi, wo auf vierspurigen Straßen sechs Autos nebeneinanderfahren, Autorikschas hervorstechen, das Wichtigste am Fahrzeug die Hupe zu sein scheint und frei laufende Kühe und Affen das Bild prägen, brachte den Reisenden ganz ungewohnte Eindrücke. „Im Verkehr achtet der Große auf den Kleinen“, erklärte Pater Norman das für deutsche Verhältnisse wirkende Chaos.

Gläubige reisen in die Heimat ihres Pfarrers

Besichtigt wurden in der Hauptstadt unter anderem das imposante India Gate (Prachtstraße), die Ruhestätte von Mahatma Gandhi, Raj Ghat, die Jama-Moschee (größte Moschee Indiens), der Lotustempel (Haus der Andacht der Bahai-Religion) und ein Sikh-Tempel – dort werden täglich große Menschenmengen kostenlos mit Essen versorgt. In Jaipur, der rosaroten Stadt, warteten prächtige Paläste der Maharadschas, der Besuch des Observatoriums Jantar Mantar aus dem Jahre 1748 und ein Elefantenritt auf die Festung Amber. Weiter ging die Busrundfahrt, vorbei an Eukalyptusbäumen und fruchtbarem Land, zur Stadt Agra – dort wurde Pater Norman einst zum Diakon geweiht. Als Höhepunkt stand dort der Besuch des Taj Mahal auf dem Programm.

Mit dem Flugzeug in Richtung Süden

Die zweite Etappe brachte die Reisegruppe von Delhi per Flug Richtung Süden nach Goa, dem kleinsten Bundesland Indiens und zugleich Heimatprovinz von Pater Norman. Gelegen an der Küste des Arabischen Meeres, lockte die ehemalige portugiesische Kolonie mit traumhaften Stränden zum Entspannen. „Goa wurde in den 70er- Jahren von den Hippies weltberühmt gemacht, auch die Beatles fanden hier für eine Weile eine Bleibe“, erzählte D’Souza.

Im christlich geprägten Goa missionierte auch der heilige Franz Xaver, er fand 1554 seine letzte Ruhestätte in der Basilika Bom Jesus. Am Schrein wurde die heilige Messe gefeiert, die Pater Norman zelebrierte. „Ein unvergesslicher Gottesdienst“, war sich die Reisegruppe einig.

Besondere Begegnungen prägten den Aufenthalt. So wurde die Pater-Agnelo-Zentralschule besucht, die Pilar-Patres (Ordensgemeinschaft der Missionare des heiligen Franz Xaver) leiten. Als Zeichen der Verbundenheit übergaben die Gastgeber eine blühende Pflanze, die deutschen Gäste pflanzten ein Bäumchen und überreichten eine Spende. Mit großer Gastfreundschaft und Herzlichkeit wurden die PG-Reisenden schließlich noch im Priesterseminar der Pilar-Patres begrüßt, wo Pater Norman im Jahr 1994 zum Priester geweiht wurde und viele freundschaftliche Verbindungen pflegt.

Mit einer fröhlichen Abschiedsfeier, die Pater Norman’s Familie mit Team vorbereitet hatte, endete der Aufenthalt im Süden Indiens, bevor die letzte Etappe per Inlandsflug nach Mumbai (früher Bombay) führte und mit einer Stadtrundfahrt seinen Abschluss fand. Zurück in Westendorf hatten die Reisenden im Gepäck: duftende Gewürze, bunte Sari und unvergessliche Erfahrungen.

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