1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Glamhogga nehmen Abschied vom närrischen Pfarrer

Gablingen

31.01.2016

Glamhogga nehmen Abschied vom närrischen Pfarrer

Als Bauer mit dem Odelfass hatte Mathias Kotonski noch einmal einen viel beklatschten Auftritt.
Bild: Andreas Lode

Mathias Kotonski hat bei der Prunksitzung seinen letzten Auftritt. Faschingsshow mit viel Witz und satirischem Biss.

Die Gablinger bekamen heuer kräftig ihr Fett weg bei der Prunksitzung der Gablinger Faschingsfreunde D’Glammhogga, die, mit viel Lokalkolorit versehen, höchst unterhaltsam und schwungvoll in der Mehrzweckhalle über die Bühne ging.

Vor allem das versierte Moderatorenpaar Stefanie Scherer und Alexander Baur nahm bei seinen Überleitungen von einem Showpunkt zum nächsten die Lokalprominenz und die Vereine ordentlich in die Mangel – mit einem Augenzwinkern und einem humorvollen Blick: „Ja, so san’s, die oiden Glammhogga“, resümierten sie quer durch den Abend singend, in Anlehnung an den Refrain im Lied „Ja, so warn’s, die alten Rittersleut“.

Da blieb keiner verschont: die „Deppen“ vom Gemeinderat mit dem Thema Ortszentrum, die Bewohner vom „Getto“ Gablingen-Siedlung, die nachts wegen der Gefängnisbeleuchtung nicht mehr schlafen können, CSU-Rat Franz Rotter, der sich für den Spaziergang mit Bundestagsabgeordnetem Durz neu eingekleidet hatte, Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann, Gastronom „Iwan“ und die Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis in die Schulaula hineinfahren.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Glammhogga-Präsidentin Annemarie Sauler begrüßte die anwesende Dorfprominenz vom Bürgermeister über die Schulleiterin bis zum Pfarrer. Spielleiterin war wie im vorigen Jahr Gudrun Oblinger, für die musikalische Begleitung sorgte wieder die Band Last Minute. Das überwiegend von den Faschingsfreunden selbst gestaltete Programm musste ohne die Bissigkeiten der „Gablinger Ratschkattl“ Maria Schmid auskommen, die dieses Jahr aus privaten Gründen nicht auftreten konnte. Den gut hörbaren musikalischen Auftakt der Faschingssitzung bildeten die „Weißahoarer Giggelesbronzer“, kostümiert als bayerische Löwen.

Wenn Papa abnimmt, haben Mama und Tochter einiges zu leiden: Leonie Fabry, das jüngste Glammhogga-Mitglied, wusste davon ein Lied zu singen: „Papa macht Diät“ hieß der Sketch, den die erst elfjährige Gymnasiastin höchst couragiert mit dem Herrn Papa Steffen Fabry aufführte. Wo das hinführt, wenn Papa beim Studieren von Diät-Heften Pralinen nascht? „Wir sind schon ganz fertig und auch schon ganz schlapp – unser Papa macht Diät und wir nehmen ab!“ Den Refrain durfte das Publikum mitintonieren.

Mozart bei den Glammhoggern? Ja, das gibt’s, bewies Familie Wittmann auf geradezu zauberhafte Weise; Petra und Christian Wittmann turtelten singend, begleitet von Stephan Christ am E-Piano, als Papagena und Papageno und freuten sich über kostenloses Hühnerfutter vom Kratzer-Hof; schließlich hüpfte als Küken Töchterchen Miriam zwischen den Fabelwesen aus der „Zauberflöte“ herum. Eine charmante Premiere der Wittmanns bei der Faschingssitzung!

Wie man sich am Bahnsteig im „Komfort-Bahnhof“ Gablingen-Siedlung die Zeit vertreiben kann, wenn man auf den „Transrapid“ nach Donauwörth (zwei Stunden Verspätung) wartet, zeigten Anita Reinermann und Michaela Meir aus Lützelburg in ihrer Pantomime „am Bahnsteig“. Wahrhaft anmutig tauchten dann die „Synchronschwimmer“ der Gablinger Feuerwehr in blau-weiß gestreiften Schwimmanzügen immer wieder ab, zeigten knackige Männerbeine und zu lässigem Swing Wasserballett mit Schwimmhilfen.

Gablingens und offenbar auch Achsheims Großbauern bringen mit ihren riesigen Gefährten und dem Odelwagen die Dorfbewohner auf die Palme: Davon wusste Gablingens früherer Pfarrer Mathias Kotonski zusammen mit Steffi Scherer als „D’Gablinger Radfahrer“ ein Lied zu singen – das Lied vom „Bauern mit dem Odelfass“, nach der Melodie von „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Es war Kotonskis letzter Auftritt bei den Glammhoggern, und der Pfarrer, der jetzt in Lauterbach wirkt, bekam von seinen früheren Schäfchen für die witzige Nummer herzlichen Applaus und von Annemarie Sauler einen Sonderorden.

Einen Orden gab es auch für Jürgen Laub, den Chef des „Kötzer Narrenclubs“. Das Männerballett Kötz führte rockend vor, was ein richtiges bayerisches Mannsbild ist. Steffen Fabry und Martin Kempter nahmen als „Senfkrapfa“ auf der Parkbank den Gablinger Bürgerverein mit Josef Smola – Gemeinderat der Lützelburger Liste, aber gleichzeitig Vorsitzender des Bürgervereins von Gablingen-Siedlung – ebenso auf die Schippe wie Bürgermeister Karl Hörmann, der dies aber, gekleidet mit rot-weißem Karohemd und Baskenmütze, französisch nonchalant über sich ergehen ließ.

„Forever Flair“ vom TSV Gersthofen ließ mit ihrer beeindruckenden Show fast ein bisschen Beklemmung aufkommen. Die Mädels erschienen, begleitet von orientalisch anmutender Musik, schwarz verschleiert, ja vermummt, dann auch mit Pistolen auf der Bühne, und lösten erst danach als goldglitzernde Schönheiten tanzend den aktuellen Bezug. Gemeinderat Christian Kaiser und Simon Gerlach waren als „Sherlock Holmes und Dr. Watson“ einem „Magnetbandring“ auf der Spur und streiften dabei allerhand Verdächtiges, angefangen von Heinz Müllenbeck, der nach dem Ende der Bürgerinitiative Lützelburg als Vorsitzender beim dortigen TSV Unterschlupf gefunden hatte, bis zum Gemeinderats-Duo Karina Ruf und Martin Uhl, dem „schwarzen Strippenzieher“.

Die farbenprächtige und von beeindruckenden Hebefiguren geprägte Show „Magie der Manege“ der Hollaria bildete wie schon in den Vorjahren den glänzenden Abschluss der Prunksitzung der Glammhogga. Übrigens: Prinzessin Sandra hatte hier ein Heimspiel. Sie kommt aus Gablingen.

Mehr Bilder von der Gablinger Prunksitzung finden Sie unter augsburger-allgemeine-land.de/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

01.02.2016

English translations are terrible.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren