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Neusäß

16.12.2020

Grausiger Mord in Neusäß: Kommt der Täter früher frei?

Das Landgericht Augsburg hatte einen 34-Jährigen wegen eines Mordes in Täfertingen zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Nun muss der Fall neu verhandelt werden.
Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Plus Der tödliche Streit zweier Bauarbeiter in Täfertingen landet nach Beschluss des Bundesgerichtshofs erneut vor Gericht. Dem Opfer wurde der Kopf fast abgeschnitten.

Der Mord an einem polnischen Bauarbeiter durch einen Kollegen und Landsmann muss vor dem Augsburger Landgericht erneut verhandelt werden. Das entschied jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Damit gibt der BGH zumindest in Teilen dem Bemühen der Verteidigung recht, die gegen das Urteil der 8. Strafkammer vom Februar 2020 Revision eingelegt hatte.

Nach Worten von Rechtsanwalt Bernd Scharinger habe man sich seitens der Verteidigung mehr erhofft, aber auch so bestünden Chancen, dem 34-Jährigen seinen Gefängnisaufenthalt zu verkürzen. Zwar, so Scharinger, der den Angeklagten zusammen mit seinem Kollegen Peter Aigner verteidigt, halte der BGH an der Bewertung der 8. Kammer „Mord aus Heimtücke“ fest.

Zweifel über die Schuldfähigkeit des Mörders

Damit stellen sich die höchsten Richter gegen die Verteidigung, die seinerzeit auf Totschlag plädiert hatte. Aber, so Scharinger, das Gericht in Karlsruhe bemängelte jetzt die Einschätzung der Augsburger Strafkammer, was die Schuldfähigkeit des Angeklagten anbelangt. Hier regt der BGH ein weiteres Gutachten an. Und darin liegt laut Verteidigung eine Chance für den vierfachen Familienvater aus Polen.

Beim Vorliegen von verminderter Schuldfähigkeit könnten für den Angeklagten 15 Jahre Freiheitsstrafe statt „lebenslänglich“ herausschauen. Der Unterschied: Während bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe erst nach 15 Jahren darüber nachgedacht werden kann, ob und wann der Verurteilte wieder auf freien Fuß kommt, kann dies bei einer 15-Jahres-Strafe schon früher erfolgen. Mit der Auswirkung, dass der dann verurteilte Täter bei entsprechender Führung in der Haftanstalt gemäß der sogenannten Zwei-Drittel-Regelung bereits nach zehn Jahren im Gefängnis wieder freigelassen werden könnte.

Scharinger hält es für möglich, dass das erneute Verfahren im kommenden Frühjahr vor einer anderen Kammer des Augsburger Landgerichts stattfindet, wobei von den Richtern ein besonderer Fokus auf die Schuldfähigkeit des Angeklagten gelegt werden könnte.

Bluttat: Dem Opfer den Kopf fast abgeschnitten

Der 34-jährige Angeklagte hatte sich im Prozess nicht geäußert. Er hatte mitten in der Nacht des 1. Februar 2019 seinen Arbeitskollegen in einem Wohncontainer auf dem Firmengelände zunächst mit einer Hantelscheibe schwerst am Kopf verletzt und ihm anschließend mit einem Messer den Kopf fast völlig abgeschnitten. Beide Männer standen zur Tatzeit erheblich unter Alkoholeinfluss.

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27.12.2020

"Der Unterschied: Während bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe erst nach 15 Jahren darüber nachgedacht werden kann, ob und wann der Verurteilte wieder auf freien Fuß kommt, .......................................
.
So ein Schwachsinn! Warum heisst ein Urteil "LEBENSLÄNGLICH" wenn der Täter nach 15 Jahren wieder freikommen kann??

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27.12.2020

(edit/mod/Nub 7.2)

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16.12.2020

Wie kann man als Mensch so bestialisch sein und seinem Gegenüber einen Kopf kürzer machen. Ab in den Kast und dann abschieben und nie mehr deutschen Boden betreten.

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16.12.2020

Evtl. im Krieg gewesen ??
Sowas ist nicht normal ???

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