Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Gravierender Störfall im Biomassekraftwerk Aichach

25.03.2009

Gravierender Störfall im Biomassekraftwerk Aichach

Aichach (nsi) - Im Heizkraftwerk Aichach steht der Biomassekessel still. Wie der Geschäftsführer des Biomasse-Wärmeverbunds Aichach (BWA), Richard Brandner, auf Anfrage mitteilte, ist seit 13. Februar der Kreislauf des Thermoöls unterbrochen. Seitdem werde die Wärmeversorgung der 250 Kunden aus teuren, fossilen Brennstoffen sichergestellt. Mit Hochdruck suchen der TÜV Bayern und die Hersteller mehrerer betroffener Bauteile nach der Ursache der Störung.

Denn jeder Tag, an dem das Heizkraftwerk keinen Strom ins Netz speist und im Gegenzug konventionelle Energie eingekauft werden muss, kostet die Betreiber - Stadt Aichach, Landkreis und Waldbauern - horrendes Geld. Laut Richard Brandner habe man im Februar für 100 000 Euro Heizöl und für 50 000 Euro Gas einkaufen müssen. Den Kunden sollen daraus jedoch keine finanziellen Nachteile entstehen. "Preiserhöhungen aufgrund solcher Schadensereignisse lässt der Vertrag gar nicht zu", so Brandner.

Noch rätseln die Experten, was genau den Störfall ausgelöst hat. Zwar gebe es erste Vermutungen, doch dazu könne und wolle man öffentlich noch nichts sagen. Die Suche nach der Schadensursache gestaltet sich äußerst schwierig. Auch deshalb, weil die Hersteller mehrerer betroffener Bauteile aus Italien und Österreich stammen und nun mit dem TÜV zusammen die Anlage unter die Lupe nehmen müssen.

Als um 3 Uhr morgens der Kreislauf des Thermoöls unterbrochen war, setzte sich laut Brandner sofort eine vollautomatische Sicherheitskette in Gang. Die Anlage sei kontrolliert heruntergefahren worden. Gleichzeitig seien Notfallmeldungen an ihn und die zuständige Elektrofirma gesandt worden. Bereits eine Viertelstunde nach dem Störfall seien die Elektriker vor Ort gewesen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Seit dem 13. Februar müssen nun der Öl- beziehungsweise Gaskessel der Anlage einspringen. Als letzte Sicherung im Notfall könnte auch das Kreiskrankenhaus Aichach Energie einspeisen. "Die Energieversorgung unserer Kunden ist absolut gesichert", beruhigt der BWA-Geschäftsführer.

Nun will er sich mit vier Betreibern ähnlich moderner Anlagen in Österreich treffen, um mit ihnen über mögliche Fehlerquellen zu reden. Der Störfall vom 13. Februar ist nicht der erste. Im August 2008 sorgte auslaufendes, bis zu 300 Grad heißes Thermoöl für einen Feuerwehr-Großeinsatz im Heizkraftwerk. Damals fehlte nach späteren Angaben der Feuerwehr nicht viel zur Katastrophe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren