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Landkreis Augsburg

17.10.2019

Grippewelle: Wann sollte ich mich impfen lassen?

Einige Arbeitgeber im Landkreis bieten Grippeschutzimpfungen. Besonders für ältere Menschen kann eine Grippe gefährlich werden. 
Bild: Martin Schutt, dpa (Symbol)

Wer sich unbedingt schützen sollte und wie es Arbeitgeber im Landkreis es mit der Grippeschutzimpfung halten

Die ersten hat es schon erwischt und es werden im Laufe des Winters noch mehr werden: Die Grippewelle rollt wieder an. Dann können in den Firmen wieder ganze Abteilungen in Bedrängnis kommen und an den Schulen der Unterricht ausfallen. Dabei wäre jetzt wieder die ideale Zeit für eine Grippeschutzimpfung, meint auch Jakob Berger, Bezirksvorsitzender beim bayerischen Hausärzteverband. Allerdings sei die Impfung nicht nur für schwache Patienten wichtig, sondern auch für die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Gerade medizinisches Personal oder Pflegekräfte sollte auf jeden Fall geimpft sein, die gleiche Notwendigkeit sieht er bei Erziehern oder Lehrern. „Die Grippe ist keine harmlose Krankheit“, betont er abschließend.

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Deshalb machen sich auch viele Arbeitgeber Gedanken über Präventionsmaßnahmen. Ein Beispiel: Der MVV Industriepark Gersthofen bietet seinen Mitarbeitern jedes Jahr eine Impfung durch ihren Werksärztlichen Dienst an. Dieses Jahr wurde die Impfung bereits Mitte September durchgeführt. „Das Angebot wird immer wieder gut angenommen“, erklärt Ingrid Knöpfle, die Sprecherin des Industrieparks. Sie ergänzt: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht, aber die Impfung ist wichtig zur Vorbeugung und um zu verhindern, dass Leute ausfallen.“

Welche Arbeitgeber bieten eine Grippeschutzimpfung?

Auch die meisten Angestellten einer Stadtverwaltung haben in ihrem Beruf viel mit Menschen zu tun. Zu ihnen gehören unter anderem Erzieher. Michaela Axtner, Pressesprecherin der Stadt Neusäß, erklärt, dass die Grippeimpfung in der Stadtverwaltung zwar kein großes Thema sei, „im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge“ aber jeder städtische Angestellte darauf hingewiesen werde. Ebenso hält es die Stadt Gersthofen.

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Auch das Seniorenzentrum Notburga in Westheim verpflichtet seine Mitarbeiter nicht zu einer Impfung. Martin Gedon, der Leiter der Einrichtung, erklärt: „Unsere Mitarbeiter sind bei dem Thema genauso gespalten wie der Rest der Gesellschaft.“ Maßnahmen ergreift die Belegschaft allerdings in jedem Fall. „Sobald sich die ersten mit einem Infekt krank melden, verstärken wir die Schutzmaßnahmen“, betont Gedon.

Gefährliche Stellen wie beispielsweise Handläufe oder Türgriffe würden dann bis zu drei Mal am Tag desinfiziert. Sollte ein Bewohner erkrankt sein, achte das Personal besonders darauf, das Virus nicht von Zimmer zu Zimmer zu tragen. Martin Gedon meint außerdem, dass ein Großteil der Bewohner des Seniorenzentrums sowieso geimpft sei: „Die Hausärzte unserer Bewohner gehen aktiv auf ihre Patienten und raten ihnen zur Impfung.“

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Dr. Berger empfiehlt die Grippeschutzimpfung vor allem älteren Menschen, Asthmatikern und Herzkranken. Auch Patienten, die an einer chronischen Form der Bronchitis leiden, sollten sich unbedingt impfen lassen. Alles in allem betont er aber: „Grundsätzlich kann sich jeder Mensch gegen die Grippe impfen lassen.“

In der Praxis scheiterte das allerdings in den vergangenen Jahren oftmals an den Lieferschwierigkeiten der Pharmaindustrie. Im vergangenen Jahr war der Impfstoff nämlich nicht nur hier in der Region, sondern in ganz Deutschland kaum mehr zu bekommen.

Jakob Berger glaubt nicht, dass sich diese Situation wiederholt. Normalerweise würden sich Pharma-Konzerne und Apotheken auf die Nachfrage einstellen. Ein Apotheker aus der Region ist allerdings skeptisch, ob wieder genügend Impfstoff für alle zur Verfügung stehen wird. Die Situation sei ähnlich unübersichtlich wie im vergangenen Jahr. Vorbestellungen seien zwar ausgeliefert und auch die ein oder andere Nachbestellung komme an. Kurzfristige Bestellungen könne er allerdings kaum bedienen. 

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