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Gersthofen

14.09.2018

Großbäckerei flüchtet unter den Schutzschirm

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2 Bilder
Teiglinge für Semmeln bei den Backbetrieben.
Bild: Marcus Merk

Lage bei Gersthofer Backbetrieben hat sich verschärft

Die Geschäftsführung der Gersthofer Backbetriebe  hat einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren am zuständigen Amtsgericht München gestellt. Der Geschäftsbetrieb des Backbetriebes wird uneingeschränkt fortgeführt.

Die nächsten Monate werden wie jedes Jahr als umsatzstarke Monate für das Unternehmen erwartet und seien daher für die Umsetzung der Sanierung eine gute Grundlage, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Kunden und Geschäftspartner könnten weiterhin auf die gewohnt hohe Qualität der Produkte vertrauen. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wurden nach Angaben der Firma  bereits informiert und werden im weiteren Prozess eng eingebunden.

Im Jahr 2017 wurde ein Verlust erwirtschaftet. Für die Jahre 2018 sowie perspektivisch 2019 sind keine Verbesserungen der Situation zu erwarten. Die Geschäftsführung möchte mit dem Schutzschirmverfahren das Unternehmen neu aufstellen, um das Geschäftsmodell den neuen Kundenanforderungen anzupassen.

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Das Schutzschirmverfahren ist ein gerichtliches Sanierungsverfahren zum Erhalt von Unternehmen und der dortigen Arbeitsplätze. Die Geschäftsführung führt weiterhin die Gesellschaft, wobei sie dabei von einem Gericht bestellten Sachwalter begleitet wird.

Der Gesellschafter hat nach Firmenangaben bereits signalisiert, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, um die zukunftsfähigen Arbeitsplätze zu sichern. Bereits in der Vergangenheit hat der Gesellschafter das Eigenkapital gestärkt und mit Liquidität die Lohn- und Gehaltszahlungen gesichert. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen knapp 400 Mitarbeiter.

Bekannteste Marke der Backbetriebe ist der Lechbäck mit seinen Filialen im Raum Augsburg. Dort werden aber nur rund fünf Prozent der Umsätze von insgesamt rund 35 Millionen Euro  erwirtschaftet. Den Löwenanateil des Geschäfts machen Großkunden wie Discounter aus. Genau in diesem Beriech aber befinde sich die Branche im Umbruch. Backbetriebe-Geschäftsführer Dr. Benedikt Grebner: „Qualitativ hochwertiges Brot ist am Markt weiterhin gefragt, muss sich aber heute billigen Aufback-Alternativen stellen. Hierauf müssen wir das Unternehmen neu ausrichten.“

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