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Landkreis Augsburg

17.04.2019

Große Pläne für die Freibäder in der Region

Mehr See oder mehr Freibad? Das könnte man bei diesem Luftbild vom Naturfreibad Fischach fragen. Doch für viele Menschen stellt sich diese Frage gar nicht: In die beliebte Freizeiteinrichtung kommen immer mehr Menschen – und im Augsburger Land könnten noch zwei weitere Naturbäder entstehen. 

Während in Deutschland jedes zehnte öffentliche Bad dichtgemacht hat, stehen im Augsburger Land die Zeichen auf Ausbau: Zwei Naturbäder könnten neu entstehen.

Am Augsburger Kaisersee zoffen sich Fischer und Nackedeis und in den Freibädern wird schon eifrig geputzt: In drei Wochen soll die Badesaison starten und ob sie wieder so bombig wird wie die im Jahr 2018, weiß derzeit noch niemand. Auf alle Fälle scheint der vergangene Super-Sommer gewisse Begehrlichkeiten geweckt zu haben: Denn die Bäderlandschaft in der Region Augsburg könnte reichhaltiger werden.

Während bundesweit die Zahl der Bäder zurückgeht – laut einer Statistik der Sportministerkonferenz hat seit 2000 jedes zehnte öffentliche Bad dichtgemacht – stehen im Augsburger Land die Zeichen auf Ausbau. In Adelsried sowie in Altenmünster im westlichen Landkreis Augsburg könnten sogenannte Naturfreibäder entstehen. Läuft alles glatt, sollen die ersten Badegäste schon 2021 zumindest in einem Bad schwimmen, verspricht Bonstettens Bürgermeister Anton Gleich.

So funktioniert ein Naturfreibad

Vorbild ist das Fischacher Naturfreibad, das im Jahr 2008 in Betrieb ging. Der Clou dort ist die biologische Klärung. Anders als in herkömmlichen Freibädern gibt es in den Stauden keinen Chlorgeruch. Das Badewasser wird mit einem Überlauf in einen zweiten Teich geleitet, wo verschiedene Pflanzen und Kiesel die biologische Klärung übernehmen. Zum Reinigungssee ist jeglicher Zutritt verboten, ein Zaun soll die Menschen zurückhalten, eine „Entenschreckanlage“ spritzt Wasser auf neugieriges Federvieh. Kostenpunkt damals: 2,8 Millionen Euro. Nicht zuletzt die Europäische Union steuerte für das Modellprojekt reichlich Fördergelder bei. Am Ende floss gut eine Million Euro an Zuschüssen in den Fischacher Plansch-Tümpel.

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So ähnlich könnte es auch bei den neuen Freibädern laufen, für deren Bau sich mehrere Gemeinden aus dem Holzwinkel zusammentun wollen. Mit dem Betrieb eines Bades sehen sich die Kommunen allerdings überfordert, das soll ein Förderverein übernehmen. Für diesen werden derzeit Freiwillige gesucht. Der Ausgang ist offen.

Baubeginn in Bobingen verschoben

Ums Geld geht es auch bei den Umbauplänen für das Bobinger Aquamarin. Am dritten Maiwochenende beginnt dort die Sommersaison – vorausgesetzt das Wetter macht mit. Und am 8. September läuft sie aus. Diese vertraute Praxis soll so bleiben, auch während des Umbaus des Hallenbads zum Ganzjahresbad samt Außenschwimmbecken. Erst einmal ist sowieso Zeit gewonnen: Der Stadtrat hat gerade am Ende seiner Etatberatungen den Baubeginn um ein Jahr verschoben. Vor 2021 werden also keinesfalls Bagger anrollen. Zunächst hat der Bau neuer Kita-Plätze Vorrang. Gleichzeitig soll das laufende Jahr genutzt werden, im Landkreis-Süden die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit zu prüfen. Gemeinden mit Schul- oder Freizeitbädern könnten durch einen Verbund ihre laufenden Betriebskosten senken, meint der Stadtrat von Bobingen. Aber das neue Ganzjahresbad soll nach Jahren der Diskussion auf alle Fälle Wirklichkeit werden: 18 Millionen Euro will sich die Stadt das kosten lassen.

15 Millionen Euro für Bäder-Sanierung

Nicht ganz so teuer soll es in Gersthofen werden. Dort will die Stadt das Hallenbad und das größte Freibad der Region, die Gerfriedswelle, für knapp 15 Millionen Euro runderneuern lassen. In diesem Jahr wird es am Freibad aber nur die üblichen Instandhaltungsarbeiten geben. Außerdem soll der Eingangsbereich breiter werden, um den Gästen mit Fahrradanhänger entgegen zu kommen. Schließlich sind Parkplätze rund um das Freibad notorisch knapp.

Wann die seit Jahren diskutierten Sanierungs- und Umbauarbeiten an beiden Gersthofer Bädern nun übrigens beginnen werden, ist unsicher. Die Stadt muss sich erst geeignete Planer suchen, frühestens Ende 2020 soll es dann los gehen, Einschränkungen im Badebetrieb werden wahrscheinlich die Folge sein.

So gesehen kämen die Naturfreibäder im Holzwinkel – gemeint ist damit der Nordwesten des Landkreises Augsburg – gerade recht. Allerdings können sich bei Bau und Betrieb von Schwimmbädern ungeahnte Schwierigkeiten auftun.

Nicht zuletzt macht der in vielen Branchen beklagte Fachkräftemangel auch öffentlichen Schwimmbädern zu schaffen. So muss der Markt Meitingen die Öffnungszeiten seines Freibades im Mai wegen Personalmangels spürbar reduzieren. Ein paar verregnete Wochen zum Saisonstart kämen dort wahrscheinlich gerade recht...

Lesen Sie hier die Hintergründe zu den neuen Freibädern: Gibt es bald Freibäder in Adelsried und Altenmünster?

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