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Konzerte

11.03.2019

Große Stimmen, großes Herz

Zwischen wahrlich meisterhaft und herrlich skurril: Zwölf Tenöre begeistern als singende Zombies in Michael Jacksons Welthit „Thriller“.
Bild: Thomas Hack

The 12 Tenors begeistern ihr Publikum und verfolgen eine soziale Mission

Ein klassischer Tenor, der mit rasanten Hüftschwüngen zu „Twist & Shout“ über die Showbühne fegt? Eine Gruppe gepflegter Herren, die zu Michael Jacksons „Thriller“ eine skurrile Horror-Performance in Szene setzen? Ein harmonischer Männerchor, der dem Publikum statt gut gemeinter Gospels lieber lautstark Bon Jovis „Livin’ on a Prayer“ entgegenschmettert?

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In der Gersthofer Stadthalle hat ein Dutzend Herren für einen regelrechten Ausnahmezustand gesorgt, sowohl was die frenetische Stimmung des Publikums als auch die meisterhafte Umsetzung der Arrangements und die rundum unterhaltsame Bühnenpräsenz anbelangt.

In der Formation The 12 Tenors haben sich zwölf Spitzentenöre aus der ganzen Welt zusammengefunden, um die Gäste nicht nur mit gesanglichen Höchstleistungen zu begeistern, sondern die unterschiedlichsten Musikgenres in ein unterhaltsames Showprogramm zu verpacken.

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Die Reaktion des Publikums schon beim Eröffnungsstück „Funiculì, Funiculà“: zwölfmal jubelnder Zwischenapplaus, wie man ihn so nur von Jazzkonzerten her kennt.

Die 12 Tenöre ließen musikalisch den „kleinen grünen Kaktus“ stechen, begaben sich mit dem ergreifenden „Hallelujah“ auf die sinnlichen Spuren von Alexandra Burke oder zogen bei Bizets Oper „Carmen“ als draufgängerische Toreros mit vereinter Stimmgewalt in die große Melodienarena der Meistersänger.

Doch die wohlklingenden Gentlemen – deren äußerliche Erscheinungsbilder sich von Dieter Bohlen bis Paul Potts erstreckten – glänzten durchaus auch mal mit dem wilden Malträtieren von Luftgitarren oder kopflastigen Körperzuckungen im Heavy-Metal-Stil („Livin’ on a Prayer“).

Die ständige Umformierung der Interpreten diente dabei nicht nur dem Zweck, das perfekteste Klangbild aus den jeweiligen Stücken herauszuholen, sondern sorgte auch immer wieder für neue spannende Choreografien auf der Bühne – besonders schön mitzuerleben beim Gruselhit „Thriller“, zu welchem sich die schicken Zeitgenossen in sonore Zombiegestalten verwandelten. Großer Respekt soll an dieser Stelle dem Beleuchter des Konzertes ausgesprochen werden: Auch wenn bei den rasanten Gesangsduellen in Sekundenbruchteilen die Solisten wechselten, wurden diese immer punktgenau ins richtige Licht gerückt.

Ein ergreifender Höhepunkt zeigte sich schließlich im Beitrag „Angels“ von Robbie Williams, den die Sänger einem ganz besonderen Zweck widmeten: Die 12 Tenöre unterstützen mit ihren Konzerten die Deutsche Kinderhospiz- und Familienstiftung, deren Mission es ist, todkranken Kindern zur Seite zu stehen, und riefen auch in Gersthofen zu einer großen Spendenaktion auf.

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