1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Großer Drehtag bei Holzkünstler Brocker

Ottmarshausen

19.11.2011

Großer Drehtag bei Holzkünstler Brocker

Copy of IMG_0077a(1).tif
2 Bilder
Im Künstleratelier demonstriert Clemens Brocker dem Fernsehteam und der Moderatorin Anja Marks-Schilffarth, wie Batteriesäure Blech verändert.
Bild: Fotos: Diana Deniz

Der Bayerische Rundfunk sendet live aus dem Atelier des Künstlers. Das Team trotzt der Kälte und technischen Problemen

Neusäß-Ottmarshausen Es regnet Holzspäne, doch ein Waldarbeiter ist es nicht. Es fliegen die Funken in der Dunkelheit, doch eine Nachtbaustelle ist es nicht. Es liegt der Geruch von Schwefelsäure in der Luft, aber ein Chemielabor ist es nicht. Was ist es dann? Um das Rätsel kurz und knapp aufzulösen: Es sind das Kunstatelier in Ottmarshausen und sein Künstler Clemens Brocker.

Dort wurde vergangenen Donnerstag von Mittag bis Abend für eine Liveübertragung im Bayerischen Fernsehen gedreht. Der BR schickte ein 13-köpfiges Team in den Neusässer Ortsteil und rückte mit drei Übertragungswagen, Sendemast, Satellitenschüssel, jeder Menge Lichttechnik und einem großen Stromaggregat an. Das Großaufgebot war aufgrund einer insgesamt 14-minütigen Sendezeit notwendig. Die Berichte wurden live in der „Abendschau“ und in der Sendung „Aus Schwaben und Altbayern“ gezeigt.

Clemens Brocker lebt seine Kunst facettenreich. Ob mit Kettensäge, Schweißgerät oder ganz klassisch mit Pinsel und Farbe – er liebt es zu gestalten. Seine Kunstwerke sind nicht zu übersehen und somit auch dem Bayerischen Rundfunk ins Auge gestochen. Das BR-Team verschaffte sich in den ersten Stunden Eindrücke der Atelierräume, der Werkstatt und des Gartens. Beleuchtung und weiteres Equipment wurde aufgebaut und Material zusammengetragen. Rüdiger Kronthaler erstellte eine magnetische Aufzeichnung, kurz MAZ. Diese sollte während der Sendung eingespielt werden, um den Zuschauern einen umfassenden Einblick in das Umfeld des Künstlers zu geben.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Augsburger Moderatorin Anja Marks-Schilffarth interviewte Brocker und war trotz eisiger Kälte entspannt und bestens gelaunt. Das gesamte Team vermittelte eine angenehme Atmosphäre am Set. „Jeder, vom Kabelträger bis zur Redaktion, ist wichtig“, erklärte Stephanie Wolf, die Chefin vom Dienst vor Ort.

Holz oder Metall – Brocker mag beides

So fiel es Brocker auch leichter, sich vor der Kamera wohlzufühlen. In seiner Künstlerwerkstatt hatte er extra für die Fernsehübertragung ein Kunstwerk angefertigt, um zu zeigen, wie seine Arbeit funktioniert. Marks-Schilffarth wollte wissen, was ihm mehr Spaß bereite, die Arbeit mit Holz oder Metall. Doch Brocker liebt es, mit beiden Materialien zu hantieren. „Beim Baum ist alles, was ich wegschneide, weg. Metall dagegen ist konstruktiv, und man baut auf“, erklärte er.

Nach vielen Stunden Vorbereitungsarbeit dauerte es nur noch wenige Minuten bis zur Liveübertragung. Die Dunkelheit hatte sich inzwischen eingestellt, und Brockers Haus war in Ottmarshausen hell erleuchtet, sodass auch Livezuschauer sich an den Gartenzaun gesellten. Darunter die beiden Jungen Lennart und Kai, die unweit des Grundstückes wohnten. Sie waren ganz aufgeregt und schauten gespannt zu, was das Fernsehen in ihrer Nachbarschaft machte.

Gut zehn Minuten vor Beginn vor Beginn der Liveschaltung musste plötzlich doch noch improvisiert werden. Stephanie Wolf rief: „Überlegt euch schon mal eine Alternative, falls der Schnitt (MAZ) nicht geht. Kann sein, dass alles zusammenbricht, wenn die MAZ nicht funktioniert.“ Alle blieben ruhig, und es wurden zuvor in Erwägung gezogene Ideen nochmals überprüft. „Liveübertragungen haben eben Vor- und Nachteile“, bemerkte Aufnahmeleiter Fabian Stetter. Es positionierten sich alle, auch Clemens Brocker machte sich ran an die Schweißarbeit, und los ging’s. Live aus Ottmarshausen im Bayerischen Fernsehen.

Das Wetter wurde ebenfalls aus Brockers Garten übertragen. Wetterfee Kathrin Rohrmoser fror ordentlich. Ihren Text hatte sie nur wenige Stunden zuvor schreiben können, da die Wetterdaten erst ab 13.30 Uhr vorlagen. In kürzester Zeit lernte sie dann den dreiminütigen Text auswendig. Nach der Sendung sprang Wolf aus dem Übertragungswagen zum Team: „Ihr seid spitze gewesen. Alles super gelaufen.“ Alle freuten sich, dass es trotz Panne noch gut geklappt hat.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Polizei_Symbolbild_Blaulicht.jpg
Neusäß

Plötzlich funktioniert die Bremse nicht mehr

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen