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Kreis Augsburg

10.04.2014

Großfeuer richtet in Meitingen Millionenschaden an

Ein Feuer in einem Kunststoff-Betrieb in Meitingen im Landkreis Augsburg hat am Donnerstagmorgen einen Millionenschaden angerichtet. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die brennende Kunststofffabrik hielt fast einen Tag lang Anwohner und Rettungskräfte in Atem. 230 Feuerwehrler verhinderten einen größeren Schaden. Die Unruhe ist dennoch groß.

Es sind aufregende Stunden an diesem Donnerstag für die Anwohner im nördlichen Landkreis Augsburg: Bei einem der größten Brände seit Jahren brennen drei Lagerhallen einer Kunststofffabrik in Meitingen komplett nieder, teilweise stürzen die Gebäude ein.

Über Stunden kämpfen die Einsatzkräfte in der Nacht zum Donnerstag gegen die Flammen. 230 Helfer sind vor Ort. Die Lösch- und Aufräumarbeiten ziehen sich bis in den Nachmittag. Verletzt wurde niemand, doch der Schaden liegt laut ersten Schätzungen im Millionenbereich. Die Ursache steht noch nicht fest.

Gegen 1.45 Uhr ging in der Nacht auf Donnerstag bei den Rettungskräften die Meldung ein, dass die Halle des Betriebs in der Oscar-von-Miller-Straße brennt. Die Firma stellt Artikel aus Kunststoff her. Als einer der Ersten war Robert Scherer, Kommandant der Meitinger Feuerwehr, vor Ort. „Aus der Halle schlugen fünf Meter hohe Flammen“, sagt er. Das Feuer hatte „große Energie“, weil in der Halle so viel Kunststoff gelagert war.

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Die Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig retten

13 Mitarbeiter, die in der Firma arbeiteten, konnten das Gelände rechtzeitig verlassen. Sie wurden im Rot-Kreuz-Heim Meitingen betreut. Nach und nach wurden immer mehr Rettungskräfte gerufen. Schließlich versuchten 14 Feuerwehren mit 230 Rettungskräften aus der gesamten Region, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Vor allem den Anwohnern bereiteten die riesigen schwarzen Rauchwolken Sorgen, die noch am Morgen und am Vormittag weithin sichtbar waren.

Die Polizei gab in der Nacht vorsorglich eine Gefahrenmeldung für den umliegenden Bereich heraus. Die Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Die Wolken zogen in Richtung Südosten zwischen Thierhaupten und Bach über unbewohntes Gebiet ab. Nach einer Messung der Luftbelastung wurde die Warnung am Vormittag wieder aufgehoben. Laut Auskunft der Polizei hätten die Wolken zu keiner Zeit Gefahren- oder Giftstoffe enthalten. Allerdings konnte man den Rauch auch noch am Vormittag im ganzen Gebiet riechen.

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Fabrikhalle in Meitingen brennt
Bild: Cordula Homann

Brand bekam durch Hochspannungsleitung weitere Brisanz

Weitere Brisanz bekam der Brand, weil eine Hochspannungsleitung über das Gebäude verläuft. Aufgrund der Hitze schmolz eine Halterung am Mast, ein Kabel fiel herab. Der Pressesprecher der Lechwerke, Ingo Butters, sagte: „Das Kabel hing in der Luft, hatte aber keinen Bodenkontakt.“ In der Leitung, die von Meitingen zum Umspannwerk in Horgau geht, kam es zu einem Kurzschluss. Dies führte zu einem dreiminütigen Stromausfall im Umspannwerk in Horgau, 10 000 Haushalte waren betroffen.

Die defekte Hochstromleitung wurde großräumig abgesichert, ehe die Lechwerke Entwarnung geben konnten. Aus diesem Grund konnten auch drei Geschäfte und ein Versicherungsbüro im Gewerbegebiet Meitingen erst verspätet öffnen.

Straßen wurden wegen des Feuers gesperrt

Für die Feuerwehren gestaltete sich der Rettungseinsatz schwierig. Die Brandlöscher trugen Atemschutz, um sich vor dem Rauch und den Gasen zu schützen. Sie konnten eine Ausbreitung des Brandes verhindern. So konnte die Produktionshalle gerettet werden. Um das nötige Wasser heranzuschaffen, mussten laut Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister Schlauchleitungen gelegt worden, die von der Berufsfeuerwehr Augsburg und der Werksfeuerwehr des Industrieparks Gersthofen zur Verfügung gestellt wurden. Viele Feuerwehrler waren stundenlang im Einsatz. Da vom Brand eine große Hitze ausging, flammten bereits gelöschte Brandherde immer wieder auf. Zwei Bagger, die von ortsansässigen Firmen zur Verfügung gestellt wurden, wühlten sich durch das verkohlte Material, um Glutnester aufzuspüren. Die Arbeiten liefen bis in den Nachmittag. Anschließend blieb eine Brandwache vor Ort.

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Feuer in der Meitinger Kunststoffhalle fast gelöscht
Bild: Elli Höchstätter

Auch einige Straßen mussten wegen des Feuers gesperrt werden. In der Marktgemeinde staute sich in den Vormittagsstunden auf einigen Strecken der Verkehr. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in diesem Gebiet zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen ist. In unmittelbarer Nähe der ausgebrannten Kunststoff-Firma hatte es im August 2011 einen Brand gegeben. Damals war eine Halle auf dem SGL-Gelände in Flammen aufgegangen. 100 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz.

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