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Langweid

16.03.2020

Grüne starten in Langweid auf Anhieb durch

Auch in Langweid stand Desinfektionsmittel im Wahllokal bereit.
Bild: Marcus Merk

Plus  Erst im Herbst gegründet, stechen die Grünen mit 14,3 Prozent der Wählerstimmen die SPD aus. Außer den Freien Wählern verlieren alle.

In Langweid, der rasant wachsenden Gemeinde im Augsburger Land, ist nicht nur die Bevölkerung durch einen hohen Anteil an Migranten bunt. Auch im Gemeinderat hat sich zu Schwarz, Rot und Orange seit der Kommunalwahl am letzten Sonntag das Grün gesellt.

Die neuen Grünen haben am Ergebnis der alteingesessenen Fraktionen geknabbert, nur die Freien Wähler blieben mit 25,5 Prozent der Stimmen und einem Verlust von gerade mal 0,4 Punkten auf fast exakt gleichem Niveau wie 2014. Federn ließ die CSU mit zwei Gemeinderäten und 7,1 Punkten weniger. Die SPD verlor gegenüber dem Ergebnis von vor sechs Jahren 6,8 Prozentpunkte, landete bei 12,7 Prozent der Wählerstimmen und muss auf ein Mandat verzichten.

Gute Zusammenarbeit soll bleiben

Doch die sprichwörtlich gute Zusammenarbeit im Langweider Gemeinderat wird unter dem neuen Stimmenverhältnis sicher nicht leiden, ist der mit 95,5 Prozent glänzend bestätigte Bürgermeister Jürgen Gilg überzeugt. „Ich freue mich besonders über einen deutlich weiblicheren Gemeinderat.“ Von bisher zwei auf sechs Gemeinderätinnen hat sich der Anteil der Frauen im Gremium verdreifacht.

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Ein Name findet sich künftig gleich zweimal auf der Liste der Gemeinderäte: Heinz Koutecky behält sein SPD-Mandat, seine Ehefrau Christine Koutecky wurde für die Grünen ins Gremium gewählt. Das ist seit der Abschaffung des Verwandtenpassus im Bayerischen Gemeindewahlrecht zu den Kommunalwahlen 2008 möglich.

Zufrieden über den unveränderten Anteil an Mandaten zeigte sich FW-Vorsitzende Christel Meier. Über das eigene Ergebnis und den Einzug in den Gemeinderat freut sie sich ebenso wie über den Zuwachs beim Frauenanteil im Gremium. Gemeinsam mit Hildegard Steiner sitzt sie künftig mit drei männlichen Kollegen in der Fraktion.

Von „nicht vorhanden“ auf drei Sitze im Gemeinderat schafften es die Grünen und freuen sich „über das Vertrauen der Langweider.“ Erst im Herbst 2019 hatte sich der neue Ortsverband gegründet und war in den ersten Kommunalwahlkampf gestartet.

Langweids Grünen-Sprecherin ist überrascht

Auf Anhieb bei 14,3 Prozent der Stimmen und damit vor der SPD- Fraktion zu landen, damit hätten sie nicht gerechnet, ist Grünen-Sprecherin Sabine Müller noch immer sehr angenehm überrascht vom Wählerwillen. Nun werde man sich erst mal sortieren und die eigene Rolle in der Gemeindepolitik finden. In einem Gremium, bei dessen Arbeit in der Vergangenheit schon vieles „super gelaufen“ sei, wird das nicht schwer werden, ist Müller überzeugt. Der Artenschutz und neue Wege beim öffentlichen Verkehr stehen ganz oben auf der Grünenagenda.

„Nicht schön“ ist für SPD-Sprecher Gregor Birle der Verlust eines von bisher vier Sitzen. „Es ist schade, dass der Landestrend so stark auf die Kommunalpolitik durchschlägt.“ Die Arbeit der bewährten und überwiegend bestätigten SPD-Gemeinderäte sei immerhin mit dem Erhalt von drei Mandaten belohnt worden. Ein lachendes und ein weinendes Auge hat die Langweider CSU-Vorsitzende Ludwina Peter mit Blick auf das Wahlergebnis. „Wir sind froh über das hervorragende Ergebnis von Bürgermeister Jürgen Gilg, aber natürlich auch traurig über den Verlust von zwei Mandaten.“

Alle Ortsteile Langweids sind vertreten

Parteiübergreifend werde die Zusammenarbeit letztlich aber ebenso gut funktionieren wie bisher, ist sie überzeugt: „Alle Ortsteile sind im neuen Gemeinderat vertreten, ebenso wie die verschiedensten Berufsgruppen.“

Der vergleichsweise hohe Frauenanteil sei ein weiteres Zeichen dafür, dass sich das ganze Spektrum der Bevölkerung im Gemeindeparlament finde.

Läuft alles nach Plan, wird in Langweid der neue Gemeinderat bei der konstituierenden Sitzung am 5. Mai den Amtseid leisten. Traditionell ist vor dieser Sitzung ein Besuch des Abendgottesdienstes vorgesehen. Ob der Zeitplan vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise zu halten sein wird, muss sich noch zeigen, erklärte Bürgermeister Jürgen Gilg auf Nachfrage.

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