Thierhaupten

11.05.2018

Gruselig, aber harmlos 

Die Gespinstmotte verhüllt Sträucher gespenstisch 
Bild: Claus Braun

Wie ein kleines Tier im nördlichen Landkreis Augsburg für Rätselraten sorgt

Vielerorts im Augsburger Land war in den letzten Tagen die Gespinstmotte aktiv und verhüllte besonders gerne Bäume und Sträucher mit ihren gespenstisch wirkenden weißen Schleiern. So auch in Thierhaupten, wo entlang des Lechfeldweges auf einer Strecke von 200 Meter jeder Strauch bereits voll bezeihungsweise im Anfangsstadium von der Gespinstmotte befallen ist.

Die Raupe überzieht im Frühling Stamm und Äste mit einem silbrig glänzenden Gespinst . So schützt sie sich vor Fressfeinden, wie Vögeln, aber auch vor Regen und anderen Umwelteinflüssen. Wenn die Raupe genug Nahrung gefunden hat, zieht sie sich Mitte Juni an den Fuß des Stammes zurück. Ab Anfang Juli schlüpfen dann die weißen, schwarz gepunkteten Gespinstmotten. Nach der Paarung legen die Falter ihre Eier in Blütenknospen, wo sie bis zum kommenden Frühjahr überdauern.

Der Befall an sich ist übrigens nicht dramatisch: bereits in wenigen Wochen treiben die Pflanzen mit einem so genannten Johannistrieb wieder aus. Schon bald sei nicht mehr zu erkennen, dass sie angeknabbert worden sind.

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Für Unruhe sorgt das Auftreten der Gespinstmotte, weil sie immer wieder mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt wird, dessen Härchen beim Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen können. Im Gegensatz dazu wirken die Netze der Gespinstmotte vielleicht auf manchen gruselig, sind aber harmlos.

Der Eichenprozessionsspinner hingegen macht es sich nur auf Eichen gemütlich. Das ist aber nicht der einzige Unterschied der beiden Doppelgänger. Während Eichenprozessionsspinner eher kompakte Nester bauen, lässt die Gespinstmotte meist gleich große Flächen der Pflanze unter einem Netz verschwinden – so wie derzeit bei Thierhaupten.

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