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Nordendorf

18.03.2019

Günther Sigl rockt die Gemeindehalle

Günther Sigl, Frontmann der Spider Murphy Gang, sorgte mit seiner Band für einen unvergesslichen Abend in der ausverkauften Nordendorfer Gemeindehalle. Zwischen den Songs unterhielt der 72-Jährige das Publikum mit Anekdoten aus seiner langen Musikerkarriere.

Wie der Frontmann der Spider Murphy Gang in Nordendorf einen Jugendtraum erfüllte

Nach der 110 und der 112 ist die 32 16 8 wohl nach wie vor die bekannteste Rufnummer in Deutschland. Davon konnte man sich am vergangenen Samstag in der Nordendorfer Gemeindehalle überzeugen, als selbige vom begeisterten Publikum lauthals mitgesungen wurde. Es handelt sich hierbei um die Telefonnummer von Rosi, einem leichten Mädchen, das 1981 von der Spider Murphy Gang in ihrem Nummer-eins-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ besungen wurde.

Noch bevor die Spider Murphy Gang zu bundesweiter Popularität aufstieg, hat Ingrid Schöniger mit den Lehrlingen ihrer Firma und ihrem damaligen Ausbildungsleiter Volkmar Geier zusammen ein Konzert der bayerischen Kultrockband in Bäumenheim besucht. Seitdem ist die Vorsitzende des von ihr gegründeten Kulturkreis Nordendorf Fan der bayerischen Rock-’n’-Roll-Band. Ihr Traum war es, die Band einmal nach Nordendorf zu locken, wo jedes Jahr im Frühling und Herbst Konzerte stattfinden. „Träum weiter“, hat Veranstaltungstechniker Rainer Schmid zu ihr gesagt. Doch Schöniger ließ nicht locker und wandte sich an das Management der Band.

Zwei echte Spiders auf der Bühne

Für die Spider Murphy Gang sah sich der Kulturkreis zwar eine Nummer zu klein („Da müssten wir ja ein Bierzelt mieten.“), doch nachdem alle Hürden gemeistert waren, standen tatsächlich zwei „Spiders“ auf der Bühne. Günther Sigl, der Sänger und Bassist der Band, ist nämlich auch mit einem Solo-Programm unterwegs, bei dem er von Gitarrist Willie Duncan („Der einzige Schotte, der bayerisch singt“, so Sigl über seinen langjährigen Weggefährten) unterstützt wird. Erstklassige Musiker wie Wolfgang Götz (Keyboards, Akkordeon, Gesang), Dieter Radig (Percussion, Gesang) oder der neue Schlagzeuger Robert Gorzawsky sorgen für einen rhythmusbetonten, glasklaren Soundteppich.

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„Der Typ, der hier heute auftritt, muss ziemlich alt sein“, nimmt sich der mittlerweile 72-jährige Günther Sigl schon zu Beginn des Konzerts in der proppenvollen Gemeindehalle selbst auf den Arm. Dann geht’s los! Neben Songs aus der ersten und wahrscheinlich letzten Solo-CD werden immer wieder Hits der Spider Murphy Gang wie „Mit am Frosch im Hals“ oder „Schickeria“ eingestreut, die besonders frenetisch bejubelt werden.

Anekdoten aus einer langen Karriere

Weit über eine Stunde dauert das erste Set, was auch daran liegt, dass Sigl zwischen Rock’n’Roll, Boogie-Woogie, Rumba, Polka oder Märschen humorvoll Anekdoten aus seiner langen Karriere zum Besten gibt und mit dem Publikum plaudert. Das hat schon fast Kabarett-Format. „Die Gschnapperte gehört fei nicht zu uns – aber die nehmen wir mit auf Tournee“, reagiert er auf eine Besucherin, die immer wieder mit Zwischenrufen für große Erheiterung sorgt.

Erst im zweiten Teil des Konzerts griff Günther Sigl zum Bass, den er normalerweise bei der Spider Murphy Gang bedient. Nachdem sich die altersmäßig nicht mehr ganz jungen Besucher in der Pause an Schnitzelsemmel und Schnittchen und an einer Cocktailbar laben konnten, wurden die Kalorien wieder abgearbeitet. Sigl schaffte es tatsächlich, die ganze Halle zum Twisttanzen zu animieren. Als Zugabe folgte schließlich „Skandal im Sperrbezirk“ mit der bekannten Telefonnummer in einer Version mit Ukulele und Mandoline. Das Publikum war aus dem Häuschen, applaudierte im Stehen. „Standing Ovations wären doch nicht nötig gewesen“, konstatierte Günther Sigl mit einem Augenzwinkern, „aber sind so schön.“

Das Versprechen der Band, künftig jedes Jahr nach Nordendorf zu kommen, relativierte dann Christa Mack. „Wir wollen ja Abwechslung“, sagte die Zweite Vorsitzende des Kulturvereins, als sie auf der Bühne Geschenke überreichte. Das nächste Event in Nordendorf steht schon fest: Am 19. Oktober kann man Cash’n’Go erleben.

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