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Theater

24.02.2015

„Gut sein muss man schon alleine“

Suzanne von Borsody spricht über die Arbeit und das Stück „Der letzte Vorhang“, mit dem sie in Neusäß gastiert

Sie hat sich nicht nur als Kino- und Fernsehfilmdarstellerin, sondern auch in großen Schauspielensembles in Berlin, Bremen, Düsseldorf sowie Zürich und bei den Salzburger Festspielen bewährt – jetzt ist Suzanne von Borsody im Zweipersonenstück „Der letzte Vorhang“ von Maria Groos auf Tournee. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Guntbert Warns können Theaterfreunde sie am Freitag, 27. Februar, ab 20 Uhr in der Stadthalle Neusäß erleben.

Die Neigung zum Schauspiel und zur künstlerischen Betätigung wurde ihr als Tochter der beiden großen Schauspielerkollegen Rosemarie Fendel und Hans von Borsody gleichsam in die Wiege gelegt. „Das ist wie in jedem Beruf, da geht das Kind mit, kann mit schnuppern“, sagt Suzanne von Borsody. Doch damit nicht genug: Ihr Großvater Eduard von Borsody war Filmregisseur, ihr Großonkel Julius von Borsody Filmarchitekt und Szenenbildner in Wien, Babelsberg und bei den Bavaria-Studios.

Sicher hätten ihre berühmten Eltern zu Anfang ihrer Karriere manche Türen geöffnet, räumt sie ein. „Aber durchgehen muss man schon selbst. Gut sein muss man immer ganz alleine.“ Die Akteurin besuchte nur kurz eine Schauspielschule, da sie sofort ein Engagement am Schauspielhaus Frankfurt erhielt. 1980/81 wurde sie Teil des Mitbestimmungsmodells am Schauspiel Frankfurt. Von 1987 bis 1993 hatte sie ein Engagement am Schillertheater in Berlin. Mit ihrer intensiven Darstellungsweise machte sie Furore – sie wurde zum Markenzeichen Suzanne von Borsodys. So nannte sie der Spiegel einmal ein „künstlerisches Kraftpaket“. Bei der Erwähnung dieser Formulierung im Gespräch mit unserer Zeitung lacht sie. „Ich schaff es einfach nicht, etwas nur so dahinzuspielen. Unlogik in einer Darstellung nervt mich immer.“ Nachdem das Schillertheater schließen musste, wechselte sie überwiegend zum Film – ebenfalls mit Erfolg: So wurde Suzanne von Borsody zum Beispiel 1980 für ihre Rolle in Axel Cortis „Das eine Glück und das andere“ mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Darstellerpreis ausgezeichnet.

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Eigentlich wollte Suzanne von Borsody Malerin werden

„Ein Schauspieler bestimmt grundsätzlich bei seiner Darstellung selbst mit“, betont sie. „Ich brauche aber schon jemand, der auf meine Darstellung guckt und der mir helfen kann. Er sollte aber auch begründen können, warum ihm etwas gefällt oder nicht zusagt.“

Eigentlich wollte Suzanne von Borsody ja immer Malerin werden. Sie malt seit 50 Jahren, hat sich aber erst vor vier Jahren mit einer ersten Ausstellung an die Öffentlichkeit gewagt – mit Erfolg. „Ich bin halt ein kreativer Mensch, langweilen tue ich mich nicht.“

Für das Stück „Der letzte Vorhang“, dessen Uraufführung im Berliner Renaissance-Theater sie mit Guntbert Warns spielte, gab’s den Berliner Theaterpreis. Nun ist sie damit wieder auf Tournee – eine kleine Herausforderung: „Die Bühnen sind an jedem Gastspielort anders. Das hält wach“, meint die Schauspielerin augenzwinkernd. Allerdings gebe es kaum Bühnenbild.

An „Der letzte Vorhang“ reizt sie nicht zuletzt die Idee, dass sich ein einstiges Schauspieler-Ehepaar wieder trifft. „Das Dach über der Handlung ist, was wäre, wenn ich der Liebe meines Lebens zehn Jahre später noch einmal begegne und nun sagen kann, was damals schiefgegangen ist.“ Angelehnt sei das Theaterstück ein wenig an das Schauspieler-Ehepaar Elizabeth Taylor und Richard Burton, das nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander leben konnte.

letzte Vorhang“: Freitag, 27. Februar, 20 Uhr, in der Stadthalle Neusäß. Karten an der Theaterkasse der Stadthalle im Rathaus, Hauptstraße 26 sowie bei unseren Servicepartnern „Der Buchladen“ (Gersthofen) und Modellbau Koch (Stadtbergen).

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