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Neusäß

24.11.2017

Hainhofer wollen Tempo 30 zurück

Neusäß hat einige Tempo-30-Zonen abgeschafft. Das war Thema bei der Bürgerversammlung in Hainhofen.
Bild: Marcus Merk

Die Erhöhung der erlaubten Geschwindigkeit in der Ottmarshauser Straße stößt bei der Bürgerversammlung in Hainhofen auf Kritik. Beschwerden gibt es außerdem über eine Kfz-Werkstatt, Pferdekot und eine zugeparkte Einfahrt

In der Ottmarshauser Straße in Hainhofen gilt seit einiger Zeit Tempo 50 statt 30. Das gefällt Anwohnerin Barbara Hauptner gar nicht. Sie sprach bei der Bürgerversammlung im Sportheim von einer „großen Gefährdung“. Die Autofahrer würden nach ihrem Eindruck im Schnitt sowieso eher 70 Stundenkilometer fahren.

Das Ehepaar Hauptner hatte an die Stadt einen Antrag gestellt, dass in der Straße wieder generell Tempo 30 gelten soll. Barbara Hauptner berichtete, dass in der Straße viele junge Familien wohnen würden. Außerdem seien schon mehrere Tiere überfahren worden. Die Straße werde von ihnen als Übergang vom Hang zur Schmutter benutzt. Die Ausfahrt aus ihrem Grundstück sei nur gefahrlos möglich, wenn man von einer zweiten Person herausgewunken wird, beklagte sich Hauptner. Auch ein anderer Anwohner kritisierte die Erhöhung auf Tempo 50. Er sprach von einer Fehleinschätzung: Das Gefahrenpotenzial werde unterschätzt.

Bürgermeister Richard Greiner machte wenig Hoffnung, dass wieder auf Tempo 30 zurückgeschraubt wird. „Wir müssen die Gesetze vollziehen.“ Die Entscheidung sei vom Stadtrat nach einer Verkehrsschau mit Polizei und Vertretern vom Landratsamt gefallen. Für Tempo 30 müsse eine allgemeine Gefahrenlage vorliegen, zum Beispiel vor einem Altenheim oder einem Kindergarten, wie zum Beispiel in der Ulmer Straße in Steppach.

Stadtbaumeister Dietmar Krenz berichtete, dass Messungen in der Ottmarshauser Straße auf Höhe des Kuglerbergs ergeben haben, dass die Autos nicht so schnell unterwegs sind wie es von Anliegern empfunden werde. Das Ergebnis sei überraschend gewesen: Von 1304 Fahrzeugen seien nur drei mit 70 km/h unterwegs gewesen, sieben mit 65 km/h und 31 mit 60 km/h. Krenz: „Nur ein geringer Teil fährt zu schnell, gefühlt ist das anders.“ Bei einer zweiten Messung in Hainhofen an anderer Stelle seien die Werte ähnlich gewesen. Bürgermeister Greiner bot dem Ehepaar Hauptner an, dass geprüft wird, dass in der Ottmarshauser Straße an besagter Stelle noch einmal die Geschwindigkeit gemessen wird.

Werkstatt Barbara Hauptner beklagte sich, dass auf dem „Steibl“-Gelände in der Ottmarshauser Straße in unmittelbarer Nachbarschaft auch am Abend und am Wochenende gearbeitet werde. Die Fahrzeuge würden teilweise im Freien repariert und lackiert. Die Abgase von den Oldtimern seien eine Belästigung. Hauptner: „Das übersteigt das tolerierbare Maß.“ Sie forderte mehr Rücksichtnahme auf Nachbarn. Ein Hainhofer konnte diese Kritik nicht verstehen. Früher sei dort ein landwirtschaftlicher Betrieb gewesen, sagte er. Dies könnte auch heute noch so sein, dann wäre es lauter als die „Hobbyschrauber“. Er sprach von „Jammern auf hohem Niveau.“ Bürgermeister Greiner erklärte, dass der Eigentümer diese Nutzung genehmigt bekommen habe und daher seiner Arbeit nachgehen könne. „Wir können niemanden zwingen, sein Grundstück anders zu nutzen.“ Allerdings müsse sich der Hainhofer natürlich an die Regeln halten.

Ausfahrt: Max Fink beantragte, dass an der Ausfahrt vom Falkenweg auf die Ottmarshauser Straße gegenüber ein Halteverbot veranlasst wird.

Sportheim: Ein Landwirt klagte, dass sich Besucher des Sportheims wegen fehlender Parkplätze in seine Einfahrt stellen. Er fragte nach, ob man nicht seitlich an der Schlipsheimer Straße Stellplätze machen könnte. Er konnte nicht verstehen, warum die Stadt dort „ein Beet“ gepflanzt hat. Stadtbaumeister Krenz lehnte dies ab. Parken gegenüber des Kindergartens könne man nicht zulassen. Außerdem würde die Straße durch seitliche Stellplätze zu eng, so dass landwirtschaftliche Fahrzeuge nur schwer durchkommen. Der angelegte Grünstreifen habe auch den Zweck, Wasser aufzunehmen, erklärte Krenz.

Flächennutzungsplan: Ein Hainhofer wollte Genaueres dazu wissen, wo in Hainhofen künftig gebaut werden soll. Greiner sprach von einer „moderaten Erweiterung“ in Hainhofen und Schlipsheim. In Hainhofen sei im Moment im Bereich der Schlipsheimer Straße eine Fläche für Wohnbebauung vorgesehen, allerdings mehr im Rückraum und nicht an der Schmutter entlang.

Biber: Ein Biber macht einer Bürgerin große Sorgen. Das Tier habe schon den ganzen Garten verwüstet und sich drei Rutschen von der Schmutter zum Grundstück gebaut. Sie fragte nach, ob hier eine Umsiedlung des Tiers machbar sei. Greiner wies darauf hin, dass der Biber unter Artenschutz stehe. Die Situation müsste mit dem Schutzbeauftragten des Landratsamts besprochen werden. Stadtbaumeister Krenz gab den Tipp, dass alle Privatleute, die Bäume vor dem Verbiss des Bibers schützen wollen, sich am Bauhof Gitter für die Stämme abholen können. Bisher sei dieses Angebot nur sehr gering genutzt worden.

Pferde: Ein Hainhofer stört sich daran, dass auf Straßen und Wegen Pferdekot liegen würde. Reiter aus den umliegenden Ställen würden Wege benutzen, wo das Reiten nicht erlaubt sei. Bürgermeister Greiner riet, in solchen Fällen das Gespräch zu suchen.

Tennisplatz: Der Platzwart der Tennisanlage in Hainhofen klagte darüber, dass jede Menge Blätter von Bäumen auf die Plätze falle. Er bat darum zu prüfen, ob die Stadt die sehr hohen Bäume nicht zurückschneiden könne. Das Entfernen des Laubs koste dem Verein viel Zeit und Geld.

Asyl: In der Unterkunft am Amselweg in Hainhofen leben aktuell nur noch zehn Flüchtlinge. Es gibt dort 31 Plätze.

Feuerwehr: Das neue Löschfahrzeug für die Feuerwehr Hainhofen ist bestellt.

Kapelle: Die Schlipsheimer Kapelle wird in drei Abschnitten saniert. Im nächsten Jahr beginnt die Stadt mit dem Deckenfresko. Gesamtkosten der Renovierung: 800000 Euro.

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