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Landkreis Augsburg/Gablingen

14.02.2020

Handwerker gesucht: Worauf die Kunden achten sollten

Das Energietechnik-Unternehmen Kratzer hat sich unter anderem auf Badsanierung und Heizungserneuerung spezialisiert. Die Mitarbeiter sind mit digitalen Geräten ausgerüstet. Sie haben damit immer Zugriff auf nötige Informationen und dokumentieren außerdem die Arbeiten, die beim Kunden ausgeführt wurden. 
Bild: Marcus Merk

Plus Die Baukonjunktur brummt. Das freut die Betriebe und bringt Verbraucher zur Verzweiflung. Doch ein paar Tipps gibt es, wenn daheim praktische Hilfe gefragt ist.

Das blaue Waschbecken, das einst schick und modern erschien, gefällt nicht mehr. Zwei Bodenfliesen sind gesprungen, nachdem die kaputte Waschmaschine beim Abtransport einem der Träger noch im Bad aus der Hand gerutscht war. Der Vorbesitzer der Wohnung hatte bei der Auswahl des Fliesenmusters ohnehin einen ausgefallenen Geschmack. Und statt der Dusche soll es doch lieber eine Badewanne sein. Also steht eine Modernisierung auf der Wunschliste. Am liebsten soll zu Ostern alles fertig sein … Doch das wird ein Wunsch bleiben, sofern man nicht selbst alle Arbeiten ausführt.

Die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe in Schwaben sind gut gefüllt, sie haben im Durchschnitt ein Auftragspolster von neun Wochen, wie die Handwerkskammer Schwaben kürzlich in ihrem Quartalsbericht informierte. Im Bau- und Ausbauhandwerk sind es sogar elf Wochen und mehr. Vor einigen Jahren waren sieben bis acht Wochen normal. Wer heute also mit der Idee seines Badumbaus bei einem Sanitärbetrieb anruft, muss damit rechnen, dass erst nach Ostern ein Handwerker anrücken kann.

Sogar noch etwas mehr Zeit muss einplanen, wer dem Unternehmen von Benedikt Kratzer einen Auftrag erteilen will. Das Energietechnik-Unternehmen in Gablingen hat sich unter anderem auf Badsanierung und Heizungserneuerung spezialisiert.

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Nicht unterschätzen darf man den Zeitbedarf

Der Chef von zehn Technikern, darunter drei Auszubildenden, und zwei Bürokräften empfiehlt, sich so früh wie möglich zu melden, wenn man einen Umbau in Angriff nehmen will. Denn ebenfalls nicht unterschätzen darf man den Zeitbedarf, bis die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können. Kratzer besucht zu Beginn eines Projekts seine Kunden persönlich, anhand einer Checkliste werden die persönlichen Wünsche des Auftraggebers ermittelt. Bis der Auftrag endgültig ausgelöst wird, kann es dann noch ein paar Wochen dauern, es werden Varianten vorgestellt, vielleicht auch ein Lieferant besucht, sodass man die Materialien sehen und fühlen kann.

„Der Kunde muss sich entscheiden können“, so das Credo des Unternehmers. Ist diese Entscheidung gefallen, kann auch die Umsetzung noch einmal einige Wochen dauern. Doch dafür ist keineswegs nur die üppige Auftragslage der Handwerksbetriebe verantwortlich. Die Technik wird immer komplexer, die Vielfalt der einsetzbaren Geräte und Technologien wächst, es gibt heute viele Varianten an Sanitär- und Heizungsanlagen. Das alles zusammenzustellen erhöht den Aufwand.

Checklisten lassen bei der Planung nichts vergessen

Dem begegnet Kratzer mit dem Einsatz digitaler Technik. Dank der darauf verfügbaren Checklisten wird bei der Planung nichts vergessen. Zudem kann er ein Netzwerk mit Kollegen anderer Gewerke bilden, die einige Aufgaben übernehmen. Die Techniker können später auf die Informationen zum jeweiligen Bauteil zugreifen und erfahren, was sie beim Einbau beachten müssen. Sie dokumentieren die Arbeitsschritte elektronisch, was unter anderem die Abrechnung schneller macht und dabei mögliche Fehler vermeidet. Zugleich entsteht eine Dokumentation, anhand derer etwa im Fall einer nötigen Reparatur schnell das passgenaue Ersatzteil gefunden werden kann.

Sollte eine Badinstallation defekt sein oder eine Heizungsanlage ausfallen, die das Gablinger Unternehmen installiert hat, können die Kunden rund um die Uhr einen Notruf absetzen. Dann macht sich ein Mitarbeiter, so schnell es geht, auf den Weg, um den Notfall zu beheben. Anrufer, deren Anlage von anderen Unternehmen installiert wurde, müssen dagegen auch mit einer Absage rechnen. „Wir würden gern helfen“, so Kratzer, doch seine Personaldecke erlaubt das nicht immer.

Kunden sollten „ihren Handwerker pflegen“

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, erklärt, dass die Unternehmen derzeit gar nicht so viele Aufträge abarbeiten können, wie sie Anfragen erhalten. Auch seine Empfehlung an die Kunden lautet „rechtzeitig miteinander sprechen“. Handwerkskammerpräsident Hans-Peter Rauch hat noch einen weiteren Tipp parat – die Kunden sollten „ihren Handwerker pflegen“. Denn wenn dieser sich entscheiden muss zwischen einem neuen und einem Stammkunden, werde er wohl meist den vertrauten Auftraggeber zuerst berücksichtigen.

Doch was tun, wenn man keinen Handwerker hat, aber das Wasser nicht mehr abläuft, die Heizung kalt bleibt? Bei einer Mietwohnung steht zunächst der Vermieter in der Pflicht, einen Notdienst zu organisieren. Oft gibt es in Mehrfamilienhäusern eine Übersicht mit Rufnummern. Zudem lohnt ein Blick in unsere Zeitung – im Service-Teil der Stadtausgabe sind samstags unter „Hilfe in Notfällen“ auch die Bereitschaftsdienste der Handwerker-Innungen zu finden. Oder man schaut im Internet bei den Innungen nach, so ist zum Beispiel bei der Sanitär-Innung unter shk-schwaben.de die Liste der Bereitschaftsdienste verfügbar.

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