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Gemeinderat

20.12.2017

Harmonie nur bei der Musikschule

Die Bonstetter wollen an der Holzwinkel-Musikschule festhalten.

Die Bonstetter wollen an dem Holzwinkel-Projekt festhalten. Bei anderen Themen gibt es weniger Einigkeit

Ein „Pumptrack“ ist ein spezieller Rundkurs für besonders geübte Mountainbiker und Skater. Das System für sportliche Jugendliche, von der Grünen-Fraktion für die jungen Bürger vorgeschlagen, stand bei der jüngsten Gemeinderatssitzungin Bonstetten ebenso auf der „Bescherungs“-Agenda wie einige Zuschüsse an die örtlichen Vereine. Kurz vor Weihnachten machten sich Bürgermeister und Bürgervertreter Gedanken über künftige Investitionen und sprachen sich – in seltener Harmonie – einstimmig und felsenfest für eine Holzwinkel-Musikschule aus.

Mit diesem einmaligen und staatlich geförderten Projekt sollen in der musischen Früherziehung und dem Abspielen von Instrumenten ganz neue Saiten aufgezogen werden. Denn durch eine interkommunale Zusammenarbeit der Holzwinkelgemeinden sowie Altenmünster könnten alle vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden. Dem Konzept zufolge sollten etwa Musiklehrer in den verschiedenen Kommunen den notwendigen Unterricht in Räumen abhalten, den die Gemeinden zur Verfügung stellen. Allerdings wurde das Projekt Musikschule im Rahmen der ländlichen Entwicklung ILE von Anfang an auch von Misstönen begleitet. Die Kritik reichte von Konkurrenz zu bestehenden Vereinen und Organisationen bis zu riskanten Kostenentwicklungen. So wollen Heretsried und Emersacker nun doch nicht mitspielen (wir berichteten).

Bonstettens Räte sprachen sich jetzt einhellig dafür aus. Nachdem mit Altenmünster einer der (zahlungskräftigsten) Mitspieler dabei bleibt, war sich Bürgermeister Anton Gleich ziemlich sicher, dass im Frühjahr ein gemeinsamer Trägerverein gegründet und im kommenden Herbst dann das erste Instrument angestimmt werden kann. Allerdings stand am vergangenen Sitzungsabend noch nicht fest, ob sich mit Welden ein anderer wichtiger „Big Player“ zur Musikschule bekennt. Dort stand die Entscheidung am Dienstagabend auf der Tagesordnung. Auf Nachfrage von Petra Zinnert-Fassl von den Freien Wählern, ob sich der Ausstieg der beiden Orte finanziell ungünstig auf Bonstetten auswirken würde, sprach Gleich von nur geringen Folgen für die eigene Kassenlage. Allerdings stimmten alle am Sitzungstisch nur unter der Bedingung zu, dass „keiner mehr abspringt“, wie es der Bürgermeister formulierte.

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Bewährte Töne anstimmen wollte Anton Gleich dann beim Thema Vereinszuschüsse. Sein Vorschlag, ihnen mit insgesamt 5000 Euro unter die Arme zu greifen, fand die Zustimmung aller Räte. So dürfen sich wenige Tage vor dem heiligen Fest der Heimat- und Landschafspflegeverein, die Feuerwehr, die Musiker, die Faschingsfreunde die Holzwinkelschützen über Geld der Gemeinde freuen. Letztere wollen sich ein Laser-Gewehr anschaffen, was von manchem Sitzungsteilnehmer scherzhaft wie fälschlicherweise mit der aktuellen Sternen-Saga „Star Wars“ assoziiert wurde.

Im kommenden Haushalt für 2018 werden dicke Brocken enthalten sein. Hier drängt sich die „Neue Mitte“ mit 150000 Euro in den Vordergrund, etwa für den anstehenden Architektenwettbewerb, der zur Hälfte vom Freistaat bezuschusst wird. Für rund eine Million Euro steht die Kanal- und Straßenerschließung beim neuen Baugebiet „Steinhalde“ an. Der Radweg zu den Nachbargemeinden soll mit Kosten von 50000 Euro im Etat stehen, die Kanalsanierung mit 30000 Euro.

Neben der Aufzählung besonderer Zukunftsprojekte durch den Bürgermeister zückten auch die Gemeinderäte – zur Jahreszeit passend – ihre „Wunschzettel“. Zum Beispiel Hermann Wengenmair (CSU), der die Übernahme von Schneeräumarbeiten an den Gehwegen anregte und sich auf andere Kommunen berief: „Die Gemeinde könnte das mit entsprechenden Geräten doch viel effizienter machen, außerdem entlasten wir damit viele Berufstätige.“ Ähnliches schwebte Petra Zinnert-Fassl vor, jedoch für die Straßenreinigung. Anton Gleich wollte die „guten Vorschläge“ nicht rundweg ablehnen, wies aber deutlich auf den dann notwendigen personellen wie finanziellen Aufwand hin. Gertrud Wagner (Grüne) schloss sich mit der Forderung nach einem Straßenkataster an, das eine Bestandsaufnahme und den Überblick über künftige Reparatur- und Sanierungsbedarfe auf den rund zehn Kilometer langen Wegen bringen soll. Fraktionskollege Leo Kränzle brachte einen behindertengerechten Eingang am Rathaus ins Spiel. Dieses Thema erwies sich noch als unverfänglicher als die Diskussion um die Neugestaltung des Ortszentrums mit einem großen Mehrzweckgebäude. Wenig festlich gestimmt wollten die Grünen an dem Abend deutlich machen, dass sie dabei ganz andere Vorstellungen hegen als der Bürgermeister und die ganze CSU-Seite. Ihre Kritik etwa zu einem neuen Bürgersaal ließ erkennen, dass nach der Adventszeit in dieser Debatte dann mehr als nur ein Lichtlein brennen könnte.

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