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Sommerkrimi

12.08.2019

Hat die reiche Fabrikantenwitwe den Schorsch vergiftet?

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Für Hannelore Wagner aus Bobingen kommt die Fabrikantenwitwe Erna von Weinstein als Mörderin in Frage.
Bild: Marcus Merk

Die ersten Verdachtsmomente unserer Leser auf den Sommerkrimi liegen vor. Und es gibt sogar bereits die ersten Geständnisse. Am Freitag erscheint Folge 2.

  • Für Hannelore Wagner aus Bobingen kommt die Fabrikantenwitwe Erna von Weinstein als Mörderin in Frage. „Sie ist bislang die einzige, die bislang ein echtes Motiv hat“, schreibt Wagner, die gerne Krimis liest. Das ist ihre Theorie:

Der verrückte Schorsch hätte Erna von Weinstein nicht erpressen dürfen. Sie kann sich noch gut an die schwüle, weinselige Nacht erinnern, sie hatte einfach zu viel getrunken, dann der Vollmond, Schorsch sprach von Liebe und Heirat . . . Dabei hat sie ihm von dem unterschlagenen Geld erzählt, das sie auf dem Konto in der Schweiz versteckt hat. Wie dumm von ihr. Das hätte nicht passieren dürfen. Und jetzt wurde sie von Schorsch erpresst.

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Den Sud mit Schnaps angesetzt

Er würde sie anzeigen, der eitle Wicht. Sie hatte sich gut vorbereitet. Sie wusste, dass Tollkirschen giftig sind und hatte einfach aus den Beeren, die hinter den Rosen in ihrem Garten wachsen einen Sud zubereitet. Sie hatte ihn mit Schnaps angesetzt, ohne wirklich zu wissen, wie und ob er überhaupt wirkt.

Dann kam die Einladung zu dem Krimi-Dinner. Eine gute Gelegenheit, dachte sie, jetzt oder nie. Sie hatte einfach ein Glas mit dem Aperitif, den die Bedienung gerade eben auf dem kleinen Tischchen abgestellt hatte, ausgetrunken und es dann heimlich mit ihrem Tollkirschen-Gebräu aus dem kleinen mitgebrachten Glasfläschchen aufgefüllt. Schorsch ging gerade an ihr vorbei, als sie ihm mit einem freundlichen Lächeln das Glas entgegenhielt mit den Worten: ,Schorsch, du kriegst dein Geld, wir lieben uns doch, lass uns einfach von vorne beginnen und darauf trinken wir.’

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Gierig stürzte er den Schnaps hinunter

Gierig war er schon immer, der Schorsch, er stürzte den Schnaps in einem Zug hinunter. ,Wow, der hat es aber in sich’, war alles, was er sagte, bevor er sich an den Tisch setzte und sich den Suppenlöffel nahm.

Erna von Weinstein ließ Schorsch nicht mehr aus den Augen. Trotzdem stieß sie einen erschrockenen Schrei aus, als sie ein heißeres Röcheln vernahm und der Kopf vom Schorsch auf die Tischplatte knallte. Der Schrei klang deshalb so echt, weil Erna ganz überrascht war, dass ihr selbst gebrauter Tollkirschen-Schnaps seine Wirkung nicht verfehlte.“

  • Christine John aus Schwabmünchen bringt eine weitere Verdächtige ins Spiel.

„Oh je, es hat wirklich den falschen getroffen. Da bin ich mir sicher. Ella Goldlack, die Frau des Chirurgen hätte ihn am liebsten durch den Fleischwolf gedreht. Ihn, den Banker Laurin Nieswurz. Hatte er ihr doch den Kredit verwehrt. Das würde sie ihm nie verzeihen. Und heute sollte es endlich geschehen.

Sie hat doch alles so schön geplant. Niemand würde sie verdächtigen. Die Tischkärtchen waren vorbereitet, er sollte neben ihr sitzen. Die Einladungen hatte sie geschrieben mit dem Namen von der Fabrikantenwitwe. Der Verdacht würde sofort auf Erna von Weinstein fallen. Aber wie so oft im Leben. Es kommt anders als geplant.

Der Banker, die Frau Bürgermeisterin und der Bauunternehmer Hans Hammer wollten den Anlass nutzen, ein wichtiges Projekt durchzusprechen. Für die anstehende Bürgermeisterwahl muss der Wohnungsbau endlich voran gehen. Deshalb tauschte der Banker mit dem verrückten Schorsch den Platz. Aber da wurde die Suppe schon serviert. Und so saß plötzlich der verrückte Schorsch neben Ella Goldlack. Als sie es bemerkte war es schon zu spät und das Zyankali schon in der Suppe. Oje.

Bin ja mal gespannt, ob Kommissar Lara Klar Ella Goldlack auf die Schliche kommt.“

Das erste Geständnis

Noch schneller waren die Reaktionen auf den sozialen Netzwerken. So gab es unmittelbar nach der Veröffentlichung auf Facebook bereits den ersten Hinweis. „Ich gestehe, ich war‘s“, schrieb ein Fan unserer Landboten-Seite. Doch damit ist der Fall natürlich noch lange nicht gelöst.

Unser Kollege aus der Sportredaktion konterte natürlich gleich mit dem berühmten Satz „Der Mörder ist immer der Gärtner“. Ältere Semester werden sich noch daran erinnern können, dass diese Aussage ein Lied von Reinhard Mey aus dem Jahr 1971 ist. Es erschien 1971 auf dem Album „Ich bin aus jenem Holze“ und sollte eine Parodie auf populäre Stereotypen in Kriminalromanen und -filmen, insbesondere auf die in den 1960er- Jahren populären Edgar-Wallace- und Agatha-Christie-Verfilmungen. Das Lied erschien übrigens auch in einer französischen Version. Aufgrund seiner Popularität ging der deutsche Titel des Liedes in den 1970er-Jahren als geflügeltes Wort in die deutsche Sprache ein.

Nimmt der Krimi eine entscheidende Wendung?

Andere Nutzer unserer Facebook-Seite wiederum favorisieren den Butler oder sogar den Versicherungsvertreter. Dies allerdings ist nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen eher unwahrscheinlich. Denn: In Folge 1) sind bislang weder Butler, noch Gärtner oder ein Vertreter aufgetreten. Aber wer weiß? Vielleicht nimmt der Krimi in Folge 2) ja eine entscheidende Wendung? Die Folge erscheint am Freitag, 16. August, in unserer Zeitung und online.

Gut möglich, dass am Ende der Mörder des „verrückten Schorsch“ vielleicht der Klempner ist. Der nämlich hat in Reinhard Meys Lied am Ende den armen Gärtner umgebracht ...

Zum Nachlesen: Hier geht es zur Folge 1)

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