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Feuer

23.09.2019

Hat ein Brandstifter wieder zugeschlagen?

In der Nacht zum Sonntag hat es in Gessertshausen erneut gebrannt, wieder standen mehrere Hundert Strohballen in Flammen. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, mit Baggern musste das Stroh aus dem Lagerhaus geholt werden. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden.
Bild: Marcus Merk

Es ist bereits der vierte Brand in Gessertshausen innerhalb weniger Wochen. Diesmal steht ein Lagerhaus in Flammen. Etwa 300 Strohballen brennen ab. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde

Schon wieder ein Großeinsatz in Gessertshausen: Diesmal brennt ein Lagerhaus. Es ist bereits der vierte Brand mit ungeklärter Ursache innerhalb weniger Wochen. Wie die Polizei mitteilt, stand in der Nacht zum Sonntag ein Lagerhaus am Gessertshauser Ortsrand in Richtung Margertshausen völlig in Flammen. Darin befanden sich etwa 300 Strohballen, die abgebrannt sind. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist unklar. Zur Schadenshöhe macht die Polizei noch keine Angaben. Nun suchen die Beamten nach einem Brandstifter. Die Kripo ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

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Gegen 0.45 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag ging bei der Polizei ein Notruf ein. Etwa 100 Feuerwehrleute rückten laut den Beamten aus, um den Brand zu löschen. Hinzu kommen Einsatzkräfte vom THW und Roten Kreuz sowie Unterstützungsgruppen aus dem Landkreis. Am Sonntagvormittag sind die Rettungskräfte noch immer vor Ort. Laut Polizei mussten auch viele Stunden nach dem Ausbruch des Brandes noch Glutnester gelöscht werden. Am Einsatz beteiligt sind Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Gessertshausen, Deubach, Wollishausen, Diedorf, Margertshausen und Fischach.

Die etwa 20 Meter lange Halle raucht auch am Sonntagmittag noch immer. Der Geruch von verbranntem Holz liegt in der Luft. Die Grundmauern der Lagerhalle stehen noch. Im Dach klafft ein großes Loch. Die Feuerwehr löscht noch immer. Zwei Bagger holen das gelöschte Heu aus der Halle. Rundherum stehen einige Anwohner. Seit Wochen hält eine Serie von Bränden die Gessertshauser in Aufruhr. Offen ist noch immer die Frage: Wie hängen die vier Brände innerhalb weniger Wochen miteinander zusammen?

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Darüber will der Kommandant der Gessertshauser Feuerwehr, Bernd Wagner, nicht spekulieren. Hinter ihm liegt am Sonntagmittag wieder eine lange Nacht. Kurz vor 1 Uhr ist er zum Einsatz gerufen worden. Als er in der Nacht zum Sonntag am Lagerhaus am Gessertshauser Ortsrand eintraf, stand die Halle völlig in Flammen. Etwa eine halbe Stunde habe es gedauert, bis der Brand unter Kontrolle war, berichtet Wagner. Nach anderthalb Stunden sei der Brand größtenteils gelöscht gewesen. Auch bei den vergangenen Bränden in Gessertshausen war Wagner immer vor Ort.

Es ist bereits der vierte Brand in Gessertshausen innerhalb weniger Wochen. Zuletzt stand der Geräteschuppen neben dem Gessertshauser Feuerwehrhaus in Flammen. Verletzt wurde dabei niemand. Der Sachschaden liegt bei rund 15000 Euro. In der Halle befanden sich unter anderem historische Geräte der Gessertshauser Wehr. Eine alte Wasserpumpe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Beispiel. Oder eine Tragkraftspritze von 1934. Neben den alten Einsatzmitteln lagerten in dem Stadel, welcher der Gemeinde gehört, auch Sandsäcke und Holz der Feuerwehr. Ein Teil des Stadels wird als Lagerraum des Schützenvereins genutzt.

Zuvor standen zwei Mal innerhalb kurzer Zeit Strohballen auf einem Feld zwischen Gessertshausen und Diedorf in Brand. Der Schaden wurde bei beiden Fällen auf je rund 6000 Euro geschätzt. Die Polizei hatte schon bei dem ersten Feuer den Verdacht einer Brandstiftung.

Der Leiter der Polizei Zusmarshausen, Raimund Pauli, bestätigte auf Nachfrage, dass bei den beiden ersten Fällen der gleiche Landwirt betroffen gewesen sei. Das Lagerhaus neben dem Feuerwehrhaus in Gessertshausen gehört der Gemeinde. Die Lagerhalle, welche diesmal in Flammen stand, gehört nicht dem betroffenen Landwirt. Noch gebe es keine konkreten Hinweise darauf, inwiefern die vier Brände miteinander zusammenhängen. Auch sind bei der Polizei bislang keine Hinweise aus der Bevölkerung auf einen möglichen Brandstifter eingegangen.

Wer Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Zusmarshausen unter Telefon 08291/1890-0, melden.

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